Buch: Raubzug auf den Regenwald

Foto im Hintergrund: Julien Coquentin (© Julien Coquentin)

10.03.2014

Wie konnte sich ein einzelner Politiker Malaysias größten Bundesstaat unter den Nagel reißen? Wie wurde Sarawak zum Zentrum der Korruption und Naturzerstörung? Diese und andere Fragen beantwortet Lukas Straumann in seinem Buch „Raubzug auf den Regenwald“:

„Rettet den Regenwald. Stoppt die Korruption“, so lautet die Botschaft des am 19. Februar erschienenden Buchs „Raubzug auf den Regenwald. Auf den Spuren der malaysischen Holzmafia“ von Lukas Straumann, seit 2004 Geschäftsleiter des Bruno Manser Fonds. Der Bruno Manser Fonds ist ein gemeinnütziger Verein mit Sitz in Basel, der sich für den Schutz der Tropenwälder und die Rechte der indigenen Bevölkerung im malaysischen Teil von Borneo einsetzt. Das Buch schrieb Lukas Straumann in Gedenken an Bruno Manser, der jahrelang für den Schutz des Regenwaldes in Sarawak kämpfte, im Mai 2000 jedoch ohne jede Spur im Regenwald verschwand.

Obwohl die Penan inzwischen sesshaft geworden sind, haben sie ihre Kultur bewahrt. Sie kämpfen jeden Tag um die Erhaltung des Regenwaldes und haben mit ihrem selbstverwalteten Naturpark, dem Friedenspark, ein Zeichen der Hoffnung gesetzt. Ohne ihren Widerstand gäbe es inzwischen keinen Urwald mehr. Wie Straumann in seinem Buch berichtet, wird der Regenwald nicht nur durch die Ausbreitung von Ölpalmplantagen, sondern auch durch den Bau von Staudämmen für die Stromerzeugung zerstört. Das Problem dabei: Es werden riesige Flächen des Regenwaldes überflutet und die Menschen müssen ihre Dörfer verlassen.

An der Rodung der Urwaldriesen und dem Verkauf des Tropenholzes, an der Produktion von Palmöl für den Weltmarkt verdient vor allem ein Mann und sein Familienclan – unerstützt von ausländischen Banken wie auch der Deutschen Bank: Taib Mahmud, 33 Jahre lang Regierungschef in Sarawak, seit Februar 2014 Gouverneur in Malaysias größtem Bundesstaat. Die Ausbeutung des einst wald- und artenreichen Landes machte Taib zu einem der reichsten Männer Malaysias. Die Bevölkerung so arm wie zuvor.
Die Ureinwohner verlangen von der Regierung die Anerkennung ihrer Landrechte, eine Rücknahme der Genehmigungen für Konzerne sowie eine Rückgabe des verbliebenen Waldes an die Bevölkerung. Die internationale Gemeinschaft, so Straumann, muss die Penan unterstützen. Denn sie haben noch nie aufgegeben!

Ein Buch, das sich zu lesen lohnt. Für 24,95 € im Shop erhältlich.

Weitere Informationen im Regenwald Report 1/2014

Ein Beitrag auch im Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)