Gericht stoppt Goldmine im Regenwald

Tagebau einer Goldmine in Guatemala So sieht Bergbau durch Goldcorp aus: die Marlin Mine (Foto: CAMIGUA) (© Goldcorpoutofguatemala)

04.08.2014

Ein Gericht in Guatemala hat ein Minen-Projekt des Bergbau-Multis Goldcorp auf Eis gelegt. Die Genehmigung von "Los Chocoyos" habe die Rechte der Einheimischen verletzt. „Unser Land gehört uns“, jubelt der Mayan Council der Gemeinde Sipacapa.

2012 hatte das Bergbauministerium der örtlichen Tochter von Goldcorp Mining, Entre Mares de Guatemala S.A., erlaubt, geologische Erkundungen anzustellen. Die Genehmigung für das Projekt „Los Chocoyos“ sei jedoch nicht gesetzeskonform erteilt worden und habe internationale Konventionen über die Rechte Indigener verletzt, sagt Esperanza Péres vom Maya-Rat. Einheimische hätten zwingend informiert und an der Planung beteiligt werden müssen.

Im März 2014 hat der Maya-Rat vor dem Appellationsgericht in Guatemala-Stadt die Rücknahme der Genehmigung gefordert. Die Einheimischen befürchteten verheerende Folgen für ihre Gemeinde, ihre Lebensgrundlage und die Natur durch das Minenprojekt. Am 18. Juli fiel nun das Urteil zugunsten der indigenen Bevölkerung. Zudem hat das Gericht das kollektive Landeigentum der Einheimischen anerkannt.

Die Einwohner der Region hatten bereits gegen den Goldtagebau in der Marlin Mine gekämpft. Der wird von einer weiteren Tochter des Bergbaugiganten Goldcorp betrieben. Der Widerstand verhallte allerdings ungehört, obwohl sich eine überwältigen Mehrheit gegen das Projekt ausgesprochen hatte.

Nun wird erstmal nichts aus Plänen des Konzerns, in Sipacapa nach Gold, Silber, Nickel und anderen Metallen zu suchen. Der Maya-Rat aus Sipacapa fordert, die Explorationsarbeiten sofort einzustellen. Zudem müsse das Bergbauministerium die ablehnende Haltung der Einheimischen anerkennen – und das Land zurück in deren Hände geben.