Kambodscha: Polizei hält Naturschützer nicht auf

Demonstranten in Tierkostümen auf Fahrrädern in Kambodscha Junge Aktivisten demonstrieren sehr einfallsreich für ihr artenreiches Areng-Tal (Foto: Cambodian Legal Education Center (CLEC) (© Cambodian Legal Education Center (CLEC))

18.09.2014

Mit Flugblättern und Tierkostümen wollten 40 junge Umweltaktivisten auf die geplante Zerstörung ihrer Heimat aufmerksam machen – doch die Polizei verhinderte ihre Fahrrad-Demo durch Phnom Penh. Aufmerksamkeit bekamen sie trotzdem.

Die Behörden waren ordentlich und rechtzeitig informiert, die Fahrräder standen bereit – doch dann sahen sich die 40 friedlichen Jugendlichen einer Hundertschaft Polizei und Militärs gegenüber. Die kambodschanische Nichtregierungsorganisation Mother Nature wollte mit einer Fahrrad-Demo die Öffentlichkeit über die verheerenden Staudamm-Pläne im Areng-Tal informieren. Und genau das sollten die Sicherheitskräfte in Phnom Penh verhindern.

„Wir haben die Fahrrad-Demo blockiert, weil Mother Nature keine Erlaubnis beantragt hat“, begründete Rathaus-Sprecher Long Dimanche die Aktion gegenüber der Tageszeitung Cambodia Daily. Doch es würde völlig genügen, die Behörden fünf Tage vorher zu informieren, so die Zeitung. Eine Erlaubnis brauche der Veranstalter nicht.

Unterstützung für Indigene im Areng-Tal

„Die Entscheidung der Behörden, unsere Demo zu stoppen, hat uns wahrscheinlich mehr Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit und in den Medien beschert, als wenn wir ungehindert durch die Stadt geradelt wären“, sagt Alejandro Gonzalez-Davidson, Mitbegründer unserer Parterorganisation Mother Nature. „Unsere Idee war, die indigenen Familien im Areng-Tal zu unterstützen – und genau das haben wir erreicht.“

Schon viele Jahre kämpfen die Bewohner dieses einzigartigen Tals um ihre Heimat und ihre Natur – zwei chinesische Staudamm-Firmen haben sie bereits vertrieben. Jetzt leisten sie Widerstand gegen die dritte Baufirma Sinohydro: Seit März blockieren die Einheimischen zusammen mit Naturschützern den Eingang zum Tal.

Wir unterstützen die 1.500 Ureinwohner mit einer Petition an die Mutterfirma Powerchina und an die kambodschanische Regierung. Knapp 87.000 Unterschriften sind schon zusammengekommen – bitte unterschreiben auch Sie, wenn Sie es noch nicht getan haben.

Die Petition soll in etwa vier Wochen übergeben werden – als großes Medienereignis.

Wir sammeln außerdem weiter Spenden für den Schutz des Areng-Tals, das in den Kardamom-Bergen liegt und zu den artenreichsten Regionen Südostasiens gehört.