Biogasförderung ruiniert Ökobauern

Zwei Kühe strecken ihre Köpfe der Kamera entgegen Gas verdrängt die Bio-Kühe © flickr/Hugo Stephens (CC BY 2.0) (© flickr/hugo_stephens (CC BY 2.0))

06.11.2014

Die Biogas-Förderung treibt viele Biobauern in den Ruin. Obwohl der Markt für Biolebensmittel boomt, geben in Deutschland pro Jahr 600 Öko-Landwirte auf. Die Subventionen für den Anbau von Energiepflanzen trieben die Preise für Ackerland in die Höhe, berichtet das Magazin Der Spiegel. Biobauern könnten häufig die Pacht nicht mehr bezahlen.

Die Betriebe leiden zudem unter Billigware aus dem Ausland. Jedes zehnte Bioei und jeder zweite Bioapfel stammen nicht aus der Region, sondern werden importiert. Wichtige Herkunftsländer von Getreide, das in Bioläden verkauft wird, sind Ungarn, Rumänien und die Ukraine. Frühkartoffeln stammen oft aus Ägypten, Soja aus China, Brasilien und Indien.

Biotomaten werden aus Südspanien geliefert. Dort wachsen sie wie konventionelle Früchte auf riesigen, mit Folien überspannten Feldern. Die Ware wird schließlich per LKW nach Deutschland transportiert. In einigen Erzeugerländern sind zudem Kontrollen, ob Bio-Standards eingehalten werden, nicht streng genug. Insbesondere Portugal, Rumänien und Italien wird ein laxer Umgang mit Qualitätsanforderungen nachgesagt.

Der wachsende Markt für Biolebensmittel lädt offenbar zum Betrug ein. Unter Berufung auf staatsanwaltschaftliche Ermittlungen berichtet der Spiegel von Fällen, bei denen in Hühnerställen mehr Tiere gehalten wurden als erlaubt. Zum Teil waren die Anlagen um bis zu 50 Prozent überbelegt. Kunden hätten somit höhere Preise für Eier bezahlt, die anders als auf dem Etikett angegeben keine Bioeier waren.

Unter der Förderung von Energiepflanzen leiden freilich nicht allein Biobauern, sondern insbesondere die Natur. So werden Monokulturen für das Schwinden heimischer Singvogelpopulationen verantwortlich gemacht. Diese Tiere brauchen unsere Unterstützung.

https://www.regenwald.org/aktion/884/feldvoegel-brauchen-unsere-hilfe-stoppt-den-biogas-irrsinn