Regierungschef nennt Holzindustrie „korrupt“

Ein Radlader stapelt abgesägte Baumstämme Die Vernichtung von Sarawaks Wäldern wird durch Korruption befeuert (Foto: BMF) (© BMF (Bruno Manser Fond))

18.11.2014

Der neue Regierungschef des malaysischen Bundesstaates Sarawak, Adenan Satem, warf den Tycoons der Holzbranche öffentlich vor, mit korrupten Methoden zu arbeiten. Er werde „unehrlichen Leuten Gottesfurcht beibringen“. Beamte, die Gesetze nicht durchsetzten, seien „dumm, feige oder korrupt“.

Damit legt sich in Malaysia erstmals ein Ministerpräsident mit der mächtigen Branche an, die das Rückrad der Wirtschaft von Sarawak bildet. Direkt attackierte Adenan Satem die Firmen KTS, Rimbunan Hijau, Samling, Shin Yang, Ta Ann und WTK.

Adenan Satem warnte zudem Staatsbedienstete, er werde Beamte „mit blinden Augen, tauben Ohren und stummen Mündern“ nicht tolerieren.

Adenan Satem vermied es freilich, den Namen seines Vorgängers und derzeitigen Gouverneurs, Taib Mahmud, zu nennen. Während dessen 33 Jahre dauernden Regentschaft hat er Sarawak zu einem korrupten Bundesstaat gemacht und seiner Familie zu einem Milliardenvermögen verholfen.

„Heute ist ein Tag zum Feiern für Sarawak und Malaysia“, sagt Lukas Straumann vom Bruno Manser Fond. Er deckt seit vielen Jahren Machenschaften der Holzmafia und politische Verstrickungen auf und hat darüber das Buch „Raubzug auf den Regenwald“ geschrieben. (In unserem Shop erhältlich.) „Das sind die klarsten Worte, die wir je von einem führenden Regierungspolitiker gehört haben, Korruption als Wurzel von Waldvernichtung und Unterentwicklung zu bekämpfen“, sagt Straumann.

Adenan Satem übernahm das Amt des Regierungschefs von Sarawak im März 2014. Er hat angekündigt, ein Gelöbnis auf Integrität abzulegen. Er werde keinem seiner Familienangehörigen staatliche Posten oder Aufträge verschaffen. Eine solche Verpflichtung werde er auch von seinem Kabinett verlangen.