Der lange Weg zu Frieden und Gerechtigkeit

Einheimische aus Sumatra demonstrieren mit roten und grünen Fahnen Das Land wurde ihnen genommen. Jetzt laufen Suku Anak Dalam 1.000 Kilometer weit, damit der Präsident sie anhört (Foto: Feri Irawan) (© Feri Irawan)

21.11.2014

Am 15. Oktober 2014 brachen 40 Ureinwohner von der indonesischen Insel Sumatra zu Fuß in die Hauptstadt Jakarta auf. Mit ihrem tausend Kilometer langen Marsch wollen die Waldnomaden die Öffentlichkeit auf ihr Schicksal aufmerksam machen und von der neu gewählten Regierung die Rückgabe ihrer Land- und Menschenrechte fordern.

„Dieser Weg wird uns viel Kraft kosten“, sagt M. Soleh, der die Gruppe der indigenen Suku Anak Dalam anführt. „Doch wir wollen, dass die Spirale von Landraub, Gewalt und Vertreibung endgültig beendet wird.“

Die Palmölfirma Asiatic Persada hatte sich 3.550 Hektar Regenwald der Suku Anak Dalam angeeignet, abgeholzt und die Familien von ihrem angestammten Land vertrieben. Immer wieder – und mit immer größerer Gewalt. Denn die Waldnomaden wollten das Land ihrer Ahnen nicht verlassen, kamen jedes Mal zurück und bauten ihre Hütten wieder auf. Auch wenn das Überleben inmitten der riesigen Palmölplantage, die Asiatic Persada dort gepflanzt hat, immer schwerer wurde.

Einheimische werden mit Gewalt vertrieben

Als Anfang März 2014 der Dorfvorsteher Puji von Sicherheitskräften der Palmölfirma und bezahlten Soldaten zu Tode geprügelt und die Familien erneut brutal vertrieben wurden, zogen sich sich für ein paar Monate zurück. Zu groß war ihre Angst vor den übermächtigen Gegnern.

Doch dann begann Feri Irawan von unserer Partnerorganisation „Perkumpulan Hijau“ (Grüne Bewegung), die inzwischen verstreut lebenden Menschen wieder zusammenzuführen und mit ihnen den langen Weg zu Frieden und Gerechtigkeit zu planen.

Und so machten sich Mitte Oktober 40 Frauen, Männer und Jugendliche auf zum Präsidentensitz in Jakarta auf Sumatras Nachbarinsel Java. Noch sind sie unterwegs, und zwei Teilnehmer mussten wegen Erschöpfung in einer Gesundheitsstation behandelt werden. Denn oft verläuft die Route abseits der Siedlungen, wo sie sich ausruhen und mit Nahrung und Wasser versorgen könnten. Tagelang haben die Suku Anak Dalam in der Hafenstadt Lampung auf die Überfahrt nach Java gewartet – sie mussten erst einmal Geld für die Fähre sammeln. „Wir sind zuversichtlich, den Präsidentensitz in absehbarer Zeit zu erreichen“, sagt M. Soleh“. Immerhin haben Presse und Fernsehsender bereits über den Protestmarsch der Suku Anak Dalam und ihre Forderung berichtet.

Weitere Informationen zu den Suku Anak Dalam und Asiatic Persada finden Sie hier

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