Umweltschützer: Wir werden das Areng-Tal bewahren!

Sun Mala und Alejandro Gonzalez-Davidson von Mother Nauture im Boot auf dem Areng-Fluss Mother Nature-Gründer Sun Mala und Alejandro Gonzalez-Davidson unterwegs auf dem Areng-Fluss Foto: Rod Harbinson (© Rod Harbinson – spiritforest.org)

16.03.2015

Mit Medienkampagnen, Demos und Blockaden verhindert die Bevölkerung in Kambodscha seit zwei Jahren einen geplanten Staudamm, der das einzigartige Areng-Tal zerstören würde. Jetzt hat Premier Hun Sen die Pläne erstmal auf Eis gelegt.

Kambodschas Regierungschef hat seine Entscheidung offenbar verkündet, um den negativen Schlagzeilen in seinem Land zu begegnen: Viele Medien hatten über die Abschiebung des prominenten Umweltaktivisten Alejandro Gonzalez Davidson berichtet. Alejandro ist einer der Gründer der lokalen Umweltgruppe Mother Nature. Der Spanier lebt seit 13 Jahren in Kambodscha, und seine führende Rolle im Kampf um die Bewahrung des Areng-Tals im Südwesten des Landes ist der Regierung seit langem ein Dorn im Auge. Im Februar lief sein Visum ab – weil Alejandro das Land nicht freiwillig verlassen wollte, wurde er am 23. Februar 2015 verhaftet und abgeschoben.

„Was auch immer passiert – ich bin stolz auf das, was wir bis heute erreicht haben“, sagt Alejandro. „Und ich glaube, wir stehen am Beginn einer landesweiten ökologischen Bewegung, die dazu in der Lage ist, Kambodschas wertvolle Naturressourcen zu verteidigen.“

Für den Staudamm müssten 20.000 Hektar Regenwald überflutet werden – die Hälfte davon liegt im geschützten Natur-Reservat. Das Gebiet ist besonders reich an seltenen Tierarten wie Siam-Krokodile, Elefanten und Nebelparder. 1500 Ureinwohner würden vertrieben von dem Land, das ihre Familien seit Jahrhunderten bewohnen. „Wir geben nicht auf – bis der Staudamm endgültig gestoppt ist!“ sagt der Indigenen-Führer Ven Vorn.

Zum Schutz ihres Tals haben die Dörfer ein Projekt für Ökotourismus ins Leben gerufen, und Mönche markieren und katalogisieren die Baumriesen zu ihrem Schutz.

Bitte beteiligen Sie sich auch an unserer Petition, wenn Sie noch nicht unterschrieben haben. Für die Aktivisten und den Schutz der Urwaldriesen sammeln wir auch weiter Spenden.


Hier lesen Sie die Hintergründe zur aktuellen Lage im Areng-Tal – zusammengefasst von den Naturschützern von Mother Nature und International Rivers.

Unter dem Druck der breiten Ablehnung des geplanten Areng-Staudamms hat Premier Hun Sen jetzt verkündet, dass die Bauarbeiten nicht vor 2018 beginnen würden. Gleichzeitig versprach er, den großen Naturreichtum dieser Region für Öko-Tourismus-Projekte zu entwickeln.

Diese Ankündigung sehen viele Menschen als Versuch Hun Sens, das negative Medienecho zu stoppen, das nach der Zwangsabschiebung von Alejandro Gonzalez Davidson am 23. Februar 2015 über die Regierung hereinbrach. Alejandro, einer der Gründer von Mother Nature, hat in der lokalen Umweltgruppe eine wichtige Rolle gespielt. Die Aktivisten kämpfen seit Jahren entschlossen für die Rettung des Areng-Tals.

13 Jahre lang hat der Spanier Alejandro in Kambodscha gelebt – im Februar 2015 weigerte sich die Einwanderungsbehörde, sein Visum zu verlängern. Weil er nicht freiwillig ging, wurde Alejandro, der sich selbst als Kambodschaner sieht, verhaftet und abgeschoben. Viele seiner Mitstreiter sehen das als Vergeltungsschlag gegen Mother Nature’s entschlossene Kampagnen – nicht nur gegen den geplanten Areng-Staudamm, sondern auch gegen den Sandabbau und die Zwangsumsiedlung lokaler Gemeinden.

Einige Beobachter zweifeln deshalb an den Worten Hun Sens. Doch selbst wenn der Premier seine Ankündigung ernst meint, so sind Provinzbeamte und Leute aus der Zentralregierung dabei, die umweltschädliche Entwicklung des Areng-Tals weiter voranzutreiben. Deshalb sind wir weiterhin wachsam, damit die einzigartige Biodiversität dieser Region nicht noch mehr bedroht ist.

Trotz aller Risiken werden die Aktivisten von Mother Nature nie aufhören, für die Bewahrung dieser unglaublichen Naturschönheit des Areng-Tals zu kämpfen. Unsere Arbeit wird sein, die Jugendbewegung in Kambodscha auf Graswurzelebene weiter zu stärken. Diese schnell wachsende Bewegung informiert Millionen Kambodschaner über den ökologischen Selbstmord, den ihre Regierung begeht – im Namen einer sogenannten Entwicklung, die die Taschen der Eliten füllt.