Brandrodung: TV-Interview mit Feri Irawan

Interview mit Feri Irawan in der indonesischen Morning Show Feri Irawan macht im Interview mit dem indonesischen Sender NET News Palmölfirmen für die verheerenden Feuer verantwortlich

30.09.2015

„Die Palmölfirmen legen Feuer, um ihre Plantagen vorzubereiten. Denn Brandrodung ist viel billiger als mechanische Rodung“, sagt unser indonesischer Partner Feri Irawan im Interview mit dem Fernsehsender NET News. Feri untersucht auf seiner Heimatinsel Sumatra die Brandherde, um die Verantwortlichen anzuzeigen.

Am 28. September berichtete die „Indonesia Morning Show“ des TV-Senders NET News über die verheerenden Feuer, die sich vor allem auf den Inseln Borneo und Sumatra immer weiter ausbreiten und schon mehrere Todesopfer forderten. 

Unten auf der Seite können Sie das kurze Video sehen – hier eine Zusammenfassung in deutscher Sprache:

„Waldbrände sind keine Naturkatastophe, sondern ein systematisches Verbrechen an der Umwelt. Und Tausende Menschen müssen gefährliche Gifte einatmen.“ So beginnt der Sprecher den Beitrag. „Die Frage ist: Wie reagiert die Justiz auf diese Verbrechen?“

Eine Sprecherin ergänzt: Seit mehr als 50 Jahren gibt es auf Sumatra und Borneo Wald- und Landbrände – seit 1997 jedes Jahr. Bis Ende September sind in der Provinz Jambi auf Sumatra 7221 Hektar abgebrannt. Dies ist eine von Menschen verursachte Katastrophe, und dahinter stecken wirtschaftliche Motive. Denn die Wälder für Plantagen mit Maschinen zu roden, kostet pro Hektar 250 bis 300 Euro. Mit Brandrodung kostet es nur 35 bis 50 Euro.

Ein Mann, der mit dem Rücken zur Kamera sitzt, um nicht erkannt zu werden, erzählt, dass er zum Feuerlegen angeheuert wurde. Von Leuten, die für Firmen arbeiten. Drei Brände habe er an einem Tag gelegt, für umgerechnet 6 Euro. „Die Feuer breiten sich sehr schnell aus, denn die Erde ist trocken, und es ist sehr heiß.“

„Die Firmen haben die Brände absichtlich gelegt oder legen lassen“, so Feri Irawan. „Mit Brandrodung sparen sie viel Geld. Wenn alles versengt ist und der Regen irgendwann den Boden reinigt, beginnen die Firmen, das Land zu bepflanzen.“ Außerdem, so der Aktivist, seien die Firmen verpflichtet, Brände auf ihrer Konzession sofort zu löschen. „Um die Firmen zu bestrafen, entzieht die Regierung ihnen die Arbeitserlaubnis. Doch das interessiert sie überhaupt nicht. Die Waldbrände sind noch heftiger geworden. Man hat den Eindruck, dass die Regierung dieses Problem nicht ernst genug nimmt. Es sind 64 Firmen, die Waldbrände gelegt haben. Bis jetzt ermittelt die Polizei nur gegen 4 Firmen.“

Laut Polizei, so der Bericht, sei es nicht einfach, Beweise zu finden. Denn es fehlen Augenzeugen, und die Brandflächen sind zu groß. Und die Firmen bestreiten, Feuer gelegt zu haben.

Unsere Partner Feri Irawan und Nordin von Save our Borneo ermitteln weiter, um die Namen der Brandstifter-Konzerne öffentlich zu machen. Sie gehören vor Gericht, und die Regierung muss ihnen für immer die Konzession entziehen.


Bitte beteiligen Sie sich auch an unserer Petition an Indonesiens Regierung.