Illegales Holz aus Rumänien im Baumarkt

Zwei friedliche Braunbären im Wald In Rumäniens Wäldern leben noch Bären. Das könnte bald Vergangenheit sein (© anzeletti / iStock)

22.10.2015

In Deutschland wird womöglich illegales Holz aus Rumänien verkauft. Laut einer Studie der Organisation Environmental Investigation Agency (EIA) ist die österreichische Firma Schweighofer „eine treibende Kraft“ im illegalen Holzhandel. Unter den Kunden sind neben Pelletherstellern die Baumarktketten bauMax, Bauhaus und Hornbach.

„Die Ermittlungen der EIA zeigen, dass Schweighofer wissentlich und gezielt Holz illegaler Herkunft eingekauft hat“, heißt es in der Studie „Der gestohlene Urwald“. In nahezu jedem Fall illegaler Machenschaften sei Schweighofer ein Abnehmer des Holzes.

Schweighofer liefert Pellets, Briketts und andere Holzprodukte in fast alle EU-Staaten. Hornbach kaufte laut EIA 2014 für 3,9 Millionen Euro von Schweighofer Holz aus Rumänien, bauMax für 2,4 Millionen Euro, Bauhaus für 400.000 Euro. Diese Unternehmen und anderen Kunden „müssen sich der Tatsache stellen, dass sie möglicherweise illegal geschlagenes Holz gekauft und dadurch die Zerstörung der letzten großen Waldbestände in Europa mit vorangetrieben haben“, schreibt die EIA.

Hornbach erklärte gegenüber Rettet den Regenwald: "Wir nehmen die aktuellen Vorwürfe sehr ernst und gehen ihnen gezielt nach."

Der WWF hat Schweighofer vor dem österreichischen Bundesamt für Wald angezeigt, weil die Firma gegen die EU-Holzhandelsverordnung (EUTR) verstoßen haben soll.

Die EIA geht davon aus, dass mehr als 50 Prozent des in Rumänien gehandelten Holzes illegal ist. Pro Jahr sind das rund 9 Millionen Kubikmeter. Zwischen 2000 und 2011 hat das Land 280.000 Hektar Wald verloren, die Hälfte davon in Nationalparks und anderen Schutzgebieten.