An Liebherr: Keine Maschinen für Raubbau liefern!

Baumriesen in Gefahr: Waldvernichtung ist ein Millionengeschäft (© Tunde Morakinyo)

18.03.2016

Die deutsche Firma Liebherr erwägt, sich am Bau des „Superhighways“ in Nigeria zu beteiligen, für den der Wald der indigenen Ekuri zerstört wird. Man „evaluiere“ das Projekt, sagte ein Firmensprecher. Wir fordern: Liebherr soll keine Maschinen liefern.

Laut Medienberichten hat eine dreiköpfige Delegation von Liebherr jüngst Nigerias Cross River State bereist und den Fortschritt des Projekts besichtigt. In den kommenden Monaten sollten den Berichten zufolge Spezialmaschinen für den Brücken- und Straßenbau geliefert werden. Außerdem solle unter der Federführung von Liebherr ein Labor zur Qualitätskontrolle aufgebaut werden.

Ein Sprecher von Liebherr in Biberach bestätigte auf Anfrage von Rettet den Regenwald, dass die Firma an dem Projekt interessiert ist und Mitarbeiter in den Cross River State gereist sind. Die Gespräch mit dem Projektentwickler Infracross seien „in der absoluten Anfangsphase". Es seien keine Verträge oder Absichtserklärungen unterschrieben worden.

Der Firma sei bekannt, dass der Gouverneur des Staates „durch die Rodung von Busch Fakten geschaffen hat“, obwohl Nigerias Umweltministerium einen Stopp verlangt. In diese Rodungen seien Liebherr-Maschinen nicht involviert.

Liebherr „evaluiert“ das Projekt

Trotzdem schließt Liebherr eine zukünftige Beteiligung am Bau des Superhighways nicht aus. Man „evaluiere“ das Projekt.

Rettet den Regenwald fordert von Liebherr, keine Maschinen zu liefern. Liebherr darf keinen Profit aus Regenwaldzerstörung und Landraub schlagen.

Vorwürfe gegen Firma Julius Berger

Gegen den Baukonzern Julius Berger International gibt es ebenfalls Vorwürfe im Zusammenhang mit dem Straßenbauprojekt. Laut einem Pressebericht hat Cross-River-Gouverneur Ben Ayade Mitte Juni 2015 in Wiesbaden, dem Firmensitz, Verträge unterschrieben. Ein Foto soll das belegen. Rettet den Regenwald hat das Unternehmen über eine Bekanntmachung des nigerianischen Umweltministeriums informiert, das einen Stopp der Arbeiten am "Superhighway" fordert.

Julius Berger reagierte nicht auf wiederholte Anfragen.

Zwei traditionsreiche Bauunternehmen

Die ursprünglich schwäbische Firma Liebherr beschäftigt in zahlreichen Gesellschaften weltweit mehr als 40.000 Menschen und unterhält ein Büro in Nigerias Hauptstadt Abuja. Offizieller Firmensitz der Liebherr-International AG ist Bulle in der Schweiz.

Julius Berger ist seit 50 Jahren in Nigeria tätig. In dem westafrikanischen Land beschäftigt das Unternehmen 16.000 Mitarbeiter. Neben Wiesbaden ist Abuja Hauptsitz der Firmengruppe. Der Mannheimer Baukonzern Bilfinger hält 16,5 Prozent der Anteile von Julius Berger Nigeria, habe jedoch "keinerlei Einfluss auf das operative Geschäft".