Etappensieg - Tapajós-Damm vorerst gestoppt

Mundurukú demonstrieren gegen den Staudamm am Tapajós Indigene Mundurukú kämpfen um ihr Land, das durch den Staudammbau bedroht ist (© Mayra Galha)

20.05.2016

Wissenschaftler haben acht neue Säugetierarten am Fluss Tapajós entdeckt, wo Brasiliens Regierung einen Megastaudamm bauen will. Die Affen, Beuteltiere, Nager und Fledertiere wurden während der Umweltverträglichkeitsstudie für das Projekt gefunden – das zu ihrem Aussterben führen könnte.

Seit kurzem liegt das Vorhaben jedoch auf Eis: Brasiliens Umweltbehörde IBAMA hat ihm am 19. April die Genehmigung entzogen. Hintergrund ist offenbar, dass nach jahrelangem Streit das Land der Indigenen Mundurukú demarkiert werden soll. Das hat die Indianerschutzbehörde FUNAI verfügt.

Womöglich ist der Stop Teil des politischen Kampfes der damaligen Präsidentin Dilma Rousseff kurz vor ihrer Machtenthebung. Dabei geht es um einen Korruptionsskandal, in den Brasiliens Baukonzerne verstrickt sind – die vom Staudammprojekt profitieren würden.

Umweltschützer befürchten, dass der neue Präsident Michel Temer - gegen den wegen Korruption ermittelt wird - erneut grünes Licht gibt. Der Politiker hat ausgerechnet Blairo Maggie, der als „Soja-König“ einer der größten Regenwaldvernichter des Landes ist, zum Agrarminister ernannt.