UN plant Klima-Bonus für Abholzer

Ein Mann lehnt an einem Urwaldriesen Völlig absurd: Regenwälder fürs Klima opfern (© Rettet den Regenwald/Mathias Rittgerott)

15.07.2016

Mit dem Klimaabkommen von Paris droht die Zerstörung von Regenwald zu einem lohnenden Geschäft zu werden. Ab 2020 können es sich Entwicklungsländer positiv bei ihrer CO2-Bilanz anrechnen lassen, wenn sie aus Tropenholz langlebige Produkte herstellen – selbst wenn dafür Urwald vernichtet wurde.

Bisher profitieren nur Industrieländer mit ihren Holz-Monokulturen von der Klima-Bonusregel. Die Idee dahinter ist, dass Holzprodukte Materialien wie Aluminium ersetzen, bei deren Herstellung große Mengen CO2 frei werden. Durch den Ersatz werde das Klima geschont.

Diese Sichtweise missachtet jedoch, dass Holzplantagen ökologisch weitgehend wertlos sind, anders als echte Wälder. Biodiversität wird für den Kampf gegen den Klimawandel geopfert.

In artenreichen Tropenwäldern, wo nach einem Kahlschlag nur wenige Bäume je Hektar wirtschaftlich verwendet werden, sei die Holznutzung allerdings nicht klimaneutral zu machen, warnt Professor Michael Köhl von der Universität Hamburg. Schlimmer noch: „Die Erde könnte weite Teile eines unberührten Ökosystems verlieren, ein nicht zu reparierender Schaden.“