Tropenholzlobby ITTO verschleudert 18 Millionen Dollar

Ein mit Holzstämmen beladener Lkw in der Zentralafrikanischen Republik. Der Handel mit Tropenholz ist für Waldvernichtung verantwortlich (© Global Witness)

10.11.2016

Von den Konten der International Tropical Timber Organization (ITTO), die vorgeblich nachhaltige Forstwirtschaft propagiert, sind 18 Millionen Dollar verschwunden. Statt das Geld für den Schutz der Regenwälder zu nutzen, hat sich der umstrittene Verband bei riskanten Investments verspekuliert.

Der von Umweltschützern als Lobbyorganisation kritisierte Verband hat inhaltlich wenig erreicht – und steht jetzt auch finanziell vor einem Scherbenhaufen.

Als Konsequenz aus dem Skandal hat die ITTO seit Juni 2016 alle Projekte zur nachhaltigen Forstwirtschaft eingestellt, berichtet die Schweizer Organisation Bruno Manser Fonds. Der gesamte Haushalt der ITTO sei zusammengebrochen.

Die ITTO gibt zwar an, keine Hinweise auf illegale Aktivitäten gefunden zu haben. Das erscheint jedoch wenig glaubwürdig. Der Verband weigert sich offenbar, Audits und Untersuchungsberichte darüber zu veröffentlichen, wer die Finanzgeschäfte getätigt hat. Es steht der Vorwurf des Betrugs im Raum.

Das Geld stammt von zwölf Mitgliedstaaten der ITTO, darunter 500.000 Dollar von der Europäischen Union und 1 Million Dollar aus der Schweiz.

ITTO wurde 1986 unter Federführung der Vereinten Nationen gegründet und soll einen verantwortungsvollen Handel mit Tropenholz organisieren. Kritiker werfen der Organisation mit 73 Mitgliedstaaten seit jeher vor, die Vernichtung von Regenwäldern zu decken. Zudem gilt die Branche als anfällig für Korruption.