Zwei indonesische Wächter des Waldes in Deutschland

08.02.2008

Die beiden indonesischen Umweltaktivisten Nordin und Irawan besuchen Deutschland vom 14. Februar bis 5. März 2008. Nordin kämpft auf Borneo gegen Brandrodung und die Anlage neuer Palmölplantagen, die Kleinbauern verdrängen und den Lebensraum der letzten Orang-Utans vernichten. Feri kämpft auf Sumatra gegen illegalen Holzeinschlag und Palmölkonzerne. Jüngst hat er in der Provinz Jambi gemeinsam mit Kleinbauern erstritten, dass ein großer Konzern Land an die Bauern zurück geben musste.

Besuch von Nordin aus Borneo und Feri Irawan aus Sumatra in Deutschland vom 14 Februar bis 5. März 2008

Wenn Feri Irawan sein Telefon abnimmt, hat er ein manchmal ein ungutes Gefühl. Häufig schon hat er Morddrohungen erhalten, trotzdem arbeitet er weiter als einer der Wächter des Waldes. Feri leitet seit neun Jahren das Büro von Walhi in der Provinz Jambi auf Sumatra. Walhi (Indonesian Forum for Environment - Friends of the Earth Indonesia) wurde 1980 von zehn Umweltgruppen gegründet und ist heute das größte Netzwerk von Umwelt- und Menschenrechtsgruppen im Land mit rund 450 Mitgliedsorganisationen. Walhi ist in 25 indonesischen Provinzen vertreten und kämpft für eine sozial und ökologisch nachhaltige Entwicklung. Walhi führt Kampagnen gegen den Einsatz von Agrargiften, Luft- und Wasserverschmutzung und vor allem zum Schutz der Regenwälder durch. Walhis Motto lautet: ein Leben in einer gesunden Umwelt ist ein Menschenrecht. Rettet den Regenwald unterstützt Walhis Arbeit seit vielen Jahren.

Obwohl die Holz-, Zellstoff- und Palmölkonzerne, die die Regenwälder auf Sumatra bedrohen, mächtig und finanzstark sind, hat Feri sich bisher nicht einschüchtern lassen und maßgeblich dazu beigetragen, dass mehrfach illegaler Holzeinschlag in Sumatras Regenwäldern aufgedeckt und von Gerichten verfolgt wurde. „Kauft nicht einen Kubikmeter Tropenholz, weil es garantiert illegal geschlagen ist. Und unterstützt uns hier im Land, dass wir die Menschen weiter aufklären können, damit sie die Wahrheit erfahren über die Folgen der Abholzung“, fordert der Umweltschützer. Palmölplantagen sind auf Sumatra mit das größte Problem. „Informiert die Menschen in Deutschland, wo überall Palmöl von uns drin ist“, sagt Feri. „Kämpft dafür, dass deutsche Banken keine Kredite mehr an indonesische Konzerne vergeben, die für Regenwaldzerstörung und Menschenrechtsverletzungen verantwortlich sind. Es darf auch nicht sein, dass die Weltbank Ölmühlen bei uns finanziert, da könnt ihr auf die deutsche Regierung Druck ausüben. Das alles könnt ihr für uns tun.“

Nordin war einer der Gründer von Save Our Borneo (SOB) im Juli 2005 und leitet die Organisation seit Januar 2006. Zuvor hatte Nordin seit August 1998 für WALHI gearbeitet. SOB vernetzt Umweltgruppen, die in Zentral-Kalimantan gegen die Waldzerstörung vor allem durch Palmölplantagen kämpfen. SOB-Koordinator Nordin: “Allen Menschen muss die Freiheit gegeben werden, wählen zu können, welche Art von Entwicklung sie wollen. Die Menschen haben ein Recht darauf, ´NEIN!´ sagen zu können, wenn sie mit einem Entwicklungsprogramm nicht einverstanden sind.”

SOB will mit legalen Mitteln darauf Einfluss nehmen, dass die Machtverhältnisse in Zentral-Kalimantan zu Gunsten der Bevölkerung verändert werden. SOB entwickelt Strategien, wie die natürlichen Reichtümer Borneos nachhaltig und im Sinne der Menschenrechte genutzt werden können. SOB kämpft für die Versorgung der Menschen mit lebensnotwendigen Gütern, ohne dass die natürlichen Ressourcen zerstört werden. SOB arbeitet mit anderen Organisationen zusammen, um die Kräfte bei der Arbeit gegen Waldzerstörung und Palmölplantagen in Zentral-Kalimantan zu bündeln.

In diesem Zusammenhang hat SOB die SELANTING-Alliance initiiert, um den Widerstand (gerichtlich wie außergerichtlich) zusammen zu führen. Dieses Bündnis umfasst die International Orang-Utan Foundation, WWF Zentral-Kalimantan, WALHI Zentral-Kalimantan, POKKER SHK (eine Arbeitsgruppe zu gemeindebasierter Waldnutzung), SAWIT WATCH (Palmöl-Wächter) und weitere Organisationen. Bisher geplant Veranstaltungen.