Studie aus Indien: Tigerschutz ist Milliarden Euro wert

Zwei Tiger spielen und springen aneinander hoch

21.08.2017

Tiger haben nur in Schutzgebieten eine Überlebenschance. Jetzt zeigt eine Studie: Reservate helfen nicht nur den Tieren, sie sind auch ökonomisch ein Gewinn. Umweltschützern, die gegen das Kohlekraftwerk Rampal in den Sundarbans kämpfen, liefert das noch mehr Argumente für den Schutz der Mangroven.

Weltweit leben nur noch 3900 Tiger in Freiheit. Der Lebensraum der Großkatzen schwindet dramatisch. Schutzgebiete spielen daher eine zentrale Rolle, um die Tiger vor dem Aussterben zu bewahren.

Eine Studie der Wissenschaftlerin Madhu Verma  zeigt: Schutzgebiete lohnen sich auch ökonomisch. Sie hat am Indian Institute of Forest Management in Bhopal sechs indische Tigerschutzgebiete analysiert. Ihren Berechnungen nach beläuft sich der wirtschaftliche Wert auf jährlich bis zu 2500 Euro je Hektar. Das ist ein Vielfaches höher als die Kosten.

Zum Beispiel in den Mangroven der Sundarbans: Viele Fischarten ziehen dort ihren Nachwuchs auf, die lokale Bevölkerung findet dort ihren Lebensunterhalt etwa als Fischer. Die Wälder schützen das Land vor Zyklonen und speichern Kohlendioxid. Madhu Verma berechnet daraus und aus weiteren Aspekten einen ökonomischen Wert, der allein für das Tigerreservat der Sundarbans in die Milliarden Euro geht. Die 31 Millionen Kubikmeter Holz taxiert sie auf 8 Milliarden Euro, die Speicherung von 22 Millionen Tonnen Kohlendioxid auf 317 Millionen Euro, den Ertrag aus Fischfang auf 21 Millionen Euro.  (ab Seite 121).

Die Studie beschränkt sich zwar auf den indischen Teil der Sundarbans, in Bangladesch dürfte das jedoch vergleichbar sein.