Trump-Regierung erlaubt Einfuhr von Trophäen erschossener Elefanten

Afrikanischer Elefant im Wald Afrikanischer Elefant (© Public Domain)

17.11.2017

Große Schande: Die Trump-Regierung hat ein Verbot aufgehoben, das amerikanischen Großwildjägern die Einfuhr geschossener Elefantentrophäen in die USA untersagte. Die US-Behörde für Fisch und Wildtiere begründet dies als Beitrag zum Erhalt der Biodiversität, Die Waffenlobby NRA sieht darin einen bedeutenden Schritt vorwärts für die Jagd.

Die Jagd auf Tiere ist für manche Menschen ein Freizeitvergnügen, und für einige Reiche und Adlige gehört es zum guten Stil, Zehntausende Euro hinzublättern, um bedrohte Tierarten wie Elefanten, Nashörner, Löwen und Bären zu erschießen. Zu diesem erlauchten Kreis gehört offenbar auch die Familie des US-Milliardärs und amtierenden Präsidenten Trump. Zumindest seine Söhne Donald Trump Junior und Eric gehen begeistert diesem fragwürdigen Hobby nach und posieren freudestrahlend vor der Kamera mit den niedergemetzelten Tieren.

Das belegen zumindest Schnappschüsse im Internet, auf denen Donald Trump Junior in der einen Hand ein Jagdmesser, in der anderen den abgeschnittenen Schwanz eines Elefanten in die Kamera hält, dessen Kadaver ihm zu Füßen liegt. Auf anderen Aufnahmen ist der Präsidentensohn zwischen den Hörnern einer kunstvoll drapierten toten Antilope oder gestützt auf einen niedergemeuchelten Büffel zu sehen. Nach Angaben der Frankfurter Allgemeinen Zeitung sollen die Brüder auch Leoparden und Krokodile erlegt haben.

Damit Leute wie die Trump-Söhne die komplette Jagdbeute ihrer Safaris in Afrika auch prunkvoll zu Hause zur Schau stellen können, hat US-Präsident Trump ein Verbot gekippt, das sein Amtsvorgänger Barack Obama 2014 zum Schutz des afrikanischen Elefanten erlassen hatte. Ab sofort dürfen amerikanische Großwildjäger wieder die Trophäen erlegter Elefanten aus Sambia und Zimbabwe in die USA einführen, und zwar rückwirkend für alle Elefanten, die sie seit dem 21. Januar 2016 erlegt haben.

Die amerikanischen Behörde für Fisch und Wildtiere begründet dies in einer Stellungnahme unter der Überschrift „Trophäenjagd kann zum Erhalt der Biodiversität beitragen“. Eine „legale, regulierte Sportjagd“ könne demnach Anreize für die lokalen Gemeinden schaffen, die Arten zu erhalten. Interessanterweise stuft die gleiche Behörde afrikanische Elefanten als bedrohte Tierart ein.

Nach Angaben des Spiegel kam Trumps Initiative auch auf Druck der US-Waffenlobby zustande. Der Präsident der National Rifle Association (NRA), Jim Cox, sieht darin einen „bedeutenden Schritt vorwärts, damit die Jagd endlich wieder die Anerkennung erhalte, die sie als ein Werkzeug des Wildtiermanagements verdiene“, so der Artikel auf der Webseite der Organisation. Demnach kann man echte "Tierschützer" also an den an der Kaminwand im Salon oder den Wänden des Arbeitszimmers montierten Elefantenschädeln erkennen.

Rettet den Regenwald fordert die US-Regierung auf, die Freigabe der Einfuhr von Elefantentrophäen sofort wieder rückgängig zu machen. Die US-Behörden sollten ihre beschämenden und wissenschaftlich nicht haltbaren Begründungen unverzüglich zurücknehmen und sich ihren Aufgaben widmen, nämlich dem Schutz der bedrohten Tierwelt.

Bitte unterzeichnen Sie unsere Petitionen gegen die Wilderei von Elefanten und zum Erhalt von Schutzgebieten in den USA.