Trophäenjagd: Trumps durchschaubares Ablenkungsmanöver

US-Präsident Donald Trump US-Präsident Trump (© Michael Vadon - CC BY 2.0)

20.11.2017

Die US-Wildtierbehörde genehmigt die Einfuhr von Elefantentrophäen, die Großwildjäger in Afrika erlegt haben. Aufgrund der öffentlichen Empörung erklärt US-Präsident Trump die Angelegenheit zur Chefsache. Doch sein Eingreifen ist wohl nur ein Ablenkungsmanöver, um die systematische Demontage des Umweltschutzes zu kaschieren.

Am Wochenende hat US-Präsident Trump sich mit zwei Twitter-Nachrichten über die Genehmigung zur Einfuhr von Trophäen aus der Elefantenjagd in Afrika durch die zuständige Wildtierbehörde geäußert. Zuerst schrieb er, dass die Entscheidung kurzfristig ausgesetzt sei. Er würde die seit Jahren geplante Maßnahme zusammen mit seinem Innenminister Ryan Zinke besprechen.

Am Sonntagabend verbreitete Trump in einer zweiten Meldung, dass sein Entschluss diese Woche verkündet werden solle. "Aber es wird schwer sein, mich davon zu überzeugen, meine Ansicht zu ändern, dass diese Horror-Show auf irgendeine Weise hilft, die Elefanten oder irgendwelche anderen Tiere zu schützen", so Trump.

Diese Worte lassen für den Tierschutz hoffen, doch dahinter versteckt sich wohl nichts weiter als politisches Kalkül, es ist ein Ablenkungsmanöver. Das ist ein PR-Stunt um davon abzulenken, dass die Trump-Regierung den Holzeinschlag, Fracking, Bergbau und Viehzucht vorantreibt, die massiven Schaden auf öffentlichem Grund anrichten und kritische Habitate für Wildtiere zerstören, erklärt Randi Spivak vom Center for Biological Diversity im Washington Examiner.

Von der Weltöffentlichkeit weitgehend unbemerkt hat Trump Senior Umwelt-, Artenschutz-, Gesundheits- und Klimaschutzverordnungen und Maßnahmen in den USA systematisch streichen und blockieren lassen. Er will die Kohleindustrie wiederbeleben, die Erdölförderung in der Arktis und im Meer und genehmigte den Bau neuer Ölpipelines. Etwa 52 Umweltstandards haben Trump und der von ihm bestimmte Chef der US-Umweltbehörde EPA, Scott Pruitt, seit seinem Amtsantritt aufgehoben oder auf Eis gelegt.

Dabei macht Trump auch nicht vor riesigen Naturschutzgebieten in den USA und im Pazifik halt, sogenannte National Monuments. Diese will er verkleinern und deren Schutzstatus aufheben lassen, um sie für den Holzeinschlag, Bergbau und die Fischereiindustrie freizugeben.

Trumps ältester Sohn Donald Trump Junior, der zusammen mit seinem Bruder Eric ein begeisterte Großwildjäger ist, soll geholfen haben, Innenminister Ryan Zinke in sein Amt zu hieven, berichten US-Medien. Trump Junior hat seinen Vater schwer bei der Personalentscheidung für Zinke beeinflusst, schreibt auch das Wall Street Journal.

Innenminister Zinke offizielle Politik ist es, die Menschen in den USA wieder für die Jagd zu begeistern. Denn nach einer Umfrage der US-Behörde für Wildtiere ist die Zahl der Jäger seit 2011 um 2,2 Millionen Personen zurückgegangen. Seine Behörde verkauft das fälschlich als „Sport“ und behauptet zynisch, die Jagd sei aktiver Tierschutz. Dass sich Trump nun auf einmal Sorgen um die Einfuhr von Jagdtrophäen macht, ist daher nicht glaubwürdig.