US-Präsident verkleinert Naturschutzgebiete in Utah massiv

Metate Arch - Grand Staircase-Escalante National Monument

05.12.2017

Der amerikanische Präsident Trump hat zwei Schutzgebiete im Bundesstaat Utah um 8.000 Quadratkilometer verkleinert. Mindestens acht weiteren Naturgebieten droht dasselbe Schicksal. Umweltorganisationen haben bereits Klagen gegen die illegale Verkleinerung der Gebiete eingereicht.

Während eines Besuches im Bundesstaat Utah im Südwesten des Landes hat US-Präsident Trump zwei geschützte Naturgebiete, sogenannte Nationale Monumente, drastisch verkleinert, berichtet die Umweltorganisation The Wilderness Society. Das Schutzgebiet „Bears Ears“ verlor demnach 85 Prozent seiner Fläche, „Grand Staircase–Escalante“ etwa 50 Prozent. Insgesamt wurden 8.000 Quadratkilometer Naturschutzzone gestrichen - eine Fläche, die drei Mal so groß ist wie das Saarland.

Einige Leute glauben, dass die Naturressourcen von Utah von einer Handvoll weit entfernter Bürokraten in Washington kontrolliert werden sollten. Und wissen Sie was? Die liegen falsch, zitieren die Medien Trump. Er wolle das Land den Menschen zurückgeben und unnötige Restriktionen beseitigen, so der Präsident weiter.

In Wirklichkeit geht es offenbar um die künftige Ausbeutung der Gebiete durch die Wirtschaft. Öl- und Gasbohrungen, Bergbau, Holzeinschlag, Viehzucht, Jagd und andere umweltschädliche Aktivitäten sind nun dort möglich. Firmenchefs und Konzerne haben Trump mit Millionenspenden für den Wahlkampf ins Amt geholfen. 

In einem Memo an Trump vermerkte Innenminister Ryan Zinke, dass „mehrere Milliarden Tonnen Kohle und große Ölvorkommen" innerhalb der Grenzen der Naturschutzgebiete liegen. In einem internen Dokument hat Zinke acht weitere Nationale Monumente seinem Chef vorgeschlagen, die geschrumpft oder zur Ausbeutung freigegeben werden sollen. Dazu gehören auch drei riesige Meeresschutzgebiete im Atlantik und Pazifik.

3.000 Menschen demonstrierten in der Stadt Salt Lake City gegen die Entscheidung. Zehn Umweltorganisationen, darunter Natural Resources Defense Council, Sierra Club und The Wilderness Society, haben nur wenige Stunden nach dem Auftritt des Präsidenten Klageverfahren angestrengt, berichtet Bloomberg. Sie begründen ihre rechtliche Anfechtung damit, dass dieser keine Befugnis habe, die Schutzgebiete zu verkleinern.

Der Sierra Club bezeichnet die Verkleinerung der Schutzgebiete als illegal, als Ausverkauf von staatlichem Land und dass die Ziele der Regierung klar seien: Sie erteile der Öl- und Gasindustrie uneingeschränkten Zugang zu den schönsten Orten des Landes.

Der Natural Resources Defense Council hat eine Schritt-für-Schritt-Anleitung veröffentlicht, wie jeder Trumps Agenda gegen den Umweltschutz bekämpfen kann.

Auch die indigenen Navajo, deren angestammtes Land mit vielen archäologischen Stätten im Gebiet von Bears Ears liegt, haben rechtliche Schritte angekündigt.

Bitte unterzeichnen Sie unsere Petition "Trumps Angriff auf den Naturschutz stoppen!".