Die grüne Lüge – ab 22. März im Kino, als Buch in unserem Shop

Filmplakat und Buchcover "Die grüne Lüge" Die dokumentarische Reise führt die Autoren Boote und Hartmann auch auf verbrannte Erde auf Sumatra (© Filmladen Filmverleih/Montage RdR)

15.03.2018

Können wir die Welt retten, wenn wir Tiefkühlpizza nur noch mit „nachhaltigem“ Palmöl essen? Wenn wir Kaffee mit Fairtrade-Siegel trinken und ein Elektro-Auto fahren? Solche Fragen stellt sich Dokumentarfilmer Werner Boote – und engagiert die kundige Buchautorin Kathrin Hartmann für eine Reise zu den nachhaltigen Ressourcen-Ausbeutern dieser Welt. Herausgekommen ist: Die grüne Lüge.

Filmstart: Bundesweit am 22. März 2018. Termine für die Filmtour in Anwesenheit von Kathrin Hartmann und Werner Boote ab 20. März, siehe auch auf Facebook und auf dieser Webseite des Film.

Wir verschenken 6 Kino-Gutscheine für eine (nicht bereits ausverkaufte) Vorstellung in Deutschland. Bitte schreiben Sie uns eine E-Mail mit Namen und Anschrift an info@regenwald.org.

Das gleichnamige Buch von Kathrin Hartmann ist weit mehr als das Buch zum Film. Zu bestellen in unserem Shop.

Die Szene sieht aus wie im Vorhof der Hölle gedreht: Schwarzes Land voller verkohlter Baumstümpfe und mittendrin, bis zu den Knien im Torf, Kathrin Hartmann und Werner Boote im Gespräch mit Feri Irawan. Der Indonesier ist Aktivist für Naturschutz und Menschenrechte auf Sumatra und hat genau dort, wo die drei nun stehen, einen Umweltskandal aufgedeckt: Die Palmölfirma RKK ließ Feuer legen, um 600 Hektar Regenwald für ihre Plantagen abzubrennen. Sie ist eines der unzähligen Unternehmen, die 2015 zur großen Feuerkatastrophe in Indonesien beigetragen haben. Und eines der wenigen, denen Brandstiftung nachgewiesen werden konnte und die zu Millionen-Zahlungen verurteilt wurden.

RKK gehört zur Makin Group, die den weltgrößten Palmölkonzern Wilmar International beliefert – und über ihn auch Unilever. Der Konsumgüter-Multi ist Mitglied beim „Runden Tisch für nachhaltiges Palmöl“ (RSPO) und rühmt sich seiner natur- und sozialverträglichen Unternehmenspolitik. „Es gibt kein nachhaltig produziertes Palmöl“, sagt Feri Irawan, seit vielen Jahren Partner von Rettet den Regenwald. „Weil es nur dort wächst, wo vorher Regenwald war.“

„Die grüne Lüge“ ist keineswegs nur ein Film für Leute, die sowieso skeptisch sind gegenüber den Öko-Versprechen der Konzerne. Er ist vor allem ein Film für Menschen, die zu zertifizierten Produkten greifen, weil sie für Umweltschutz und faire Arbeitsbedingungen sind und den Versprechungen auf den Verpackungen glauben. Diese Rolle spielt Regisseur Boote in seinem Film.

„Mir wird gesagt, dass ich die Welt retten kann“ – damit beginnt er seine dokumentarische Reise. Und er ist so klug, sich mit Kathrin Hartmann eine kompetente Begleiterin zu wählen: Die Journalistin und Buchautorin kennt sich bestens aus mit den Grünwasch-Kampagnen der Konzerne, die sie seit Jahren medienwirksam entlarvt.

Die Recherchen führen das Team auch nach Louisiana, wo sich BP nach der Explosion der Ölplattform Deepwater Horizon bis heute die Hände in Unschuld wäscht und die Krabbenfischer ihre Existenz verloren haben. In das Braunkohlerevier Garzweiler, wo RWE am Rande seines gigantischen Tagebaus ein paar Windräder für erneuerbare Energie aufgestellt hat. Nach Brasilien, wo für den globalen Fleischwahn der Regenwald abgeholzt wird und die Indigenen von ihrem Land vertrieben werden.

In Massachusetts treffen die Autoren den weltbekannten Kapitalismus-Kritiker Noam Chomsky. „Die wahre Herausforderung ist, dass wir vehement an einem Systemwechsel arbeiten müssen, der grüne Lügen überflüssig macht, indem die Machtsysteme unter öffentliche Kontrolle gestellt werden.“

Ja, wir können die Welt retten – das legt uns der Film nahe. Aber nicht durch Konsum von „grünen“ Produkten. Sondern mit Druck auf Politiker - damit sie die Macht der Konzerne brechen.