80 Prozent der Schimpansen und Gorillas leben ohne Schutz

Westlicher Flachland Gorilla

26.04.2018

In den Ländern Zentralafrikas gibt es mehr Schimpansen und Gorillas als bisher gedacht. Das ist jedoch keine Entwarnung: 80 Prozent von ihnen leben außerhalb von Schutzgebieten. Die Tiere sind weiterhin vom Aussterben bedroht.

Wissenschaftler haben zwischen 2003 und 2013 in fünf Ländern Westliche Tieflandgorillas und Zentralafrikanische Schimpansen studiert. Demnach gibt es von dieser Art der Gorillas rund 361.900 Exemplare statt wie bisher angenommen höchstens 250.000, bei der Schimpansen-Art sind es 128.700 Tiere statt höchstens 117.000 nach bisherigen Schätzungen.

Die Forscher haben erstmals den gesamten Lebensraum der Tiere analysiert und sind deshalb auf die höheren Angaben gekommen. Ihre Studie sagt also nicht, dass die Zahl der Tiere zugenommen hat. Im Gegenteil: Westliche Tieflandgorillas gelten weiterhin als vom Aussterben bedroht, da die Population jährlich um 2,7 Prozent sinkt. Innerhalb von drei Generationen könnte die Art ausgerottet sein.

Bei Schimpansen konnten die Primatologen keinen Trend ermitteln. Die Art gilt also weiterhin als bedroht, während Schimpansen in Westafrika akut vom Aussterben bedroht sind.

Sorge bereitet den Autoren der Studie, dass rund 80 Prozent der Gorillas und Schimpansen in Zentralafrika außerhalb von Schutzgebieten leben. Bedroht werden die Tiere vor allem durch Wilderei, Krankheiten und die Vernichtung ihres Lebensraumes, unter anderem für Palmöl-Plantagen.

In den Augen der Wissenschaftler muss die Wilderei innerhalb und außerhalb von Schutzgebieten schärfer bekämpft werden. Zudem muss der Lebensraum der Tiere besser geschützt werden. Eine zentrale Rolle kommt dabei Rangern zu.