100 Millionen Dollar für die Zerstörung der Natur

Aldabra-Riesenschildkröte (Aldabrachelys gigantea) Das Aldabra-Atoll ist bis heute vom Menschen weitgehend unberührt (© Serge Vero)

25.06.2018

Indien vergibt einen Kredit über 100 Millionen Dollar an die Seychellen – und will damit den Bau einer Militärbasis in der Nähe des Aldabra-Atolls durchsetzen.

Anfang Juni hatten sich Naturschützer gefreut: Der Präsident der Seychellen Danny Faure hatte dem Bau einer Militäranlage auf der Insel Assumption am 4. Juni eine Absage erteilt. Die Insel liegt in der Nähe des Aldabra-Atolls, das wegen seiner einzigartigen Tierwelt ein UNESCO-Welterbe ist. Faure begründete die Aufgabe des Vorhabens mit dem Widerstand in der Bevölkerung und im Parlament. Auch eine Petition von Rettet den Regenwald mit 190.400 Unterschriften hatte dazu beigetragen.

Jetzt sind Naturschützer alarmiert: Während einer Indienreise erklärten Faure und Indiens Premierminister Narendra Modi, das Projekt einer Militärbasis werde „basierend auf unseren jeweiligen Interessen“ umgesetzt. Zugleich räumte er den Seychellen einen Kredit von 100 Millionen US-Dollar zum Ausbau des Militärs ein. Indien spendiert dem Inselstaat zudem ein zweites Flugzeug des Herstellers Dornier.

Man darf annehmen, dass die 100 Millionen Dollar ein gewichtiger Anreiz für Präsident Faure waren, seine Meinung ohne Rücksicht auf die Natur rund um das Aldabra-Atoll zu ändern.

Derzeit tagt das UNESCO-Welterbe-Komitee. Wir wollen die Delegierten schnellstmöglich über die negative Entwicklung auf den Seychellen informieren. Bitte unterschreiben Sie unsere Petition, falls Sie es noch nicht getan haben.