Thailands Natur ächzt unter Touristen-Ansturm

Touristen am Maya Beach, Ko Phi Phi, Thailand Touristen kommen mit Schnellbooten an den Maya Beach (© Diego Delso, delso.photo)

19.07.2018

Bei Touristen ist Thailand ein Top-Reiseland. Doch der Ansturm von Millionen Gästen ist nicht nur Segen, sondern auch Fluch: So brachten Schnellboote bis zu 4.000 Besucher am Tag an den berühmten Maya Beach auf Ko Phi Phi Leh. Korallen wurden dadurch stark geschädigt.

Die Behörden griffen in der Bucht, die durch Leonardo DiCaprios Film „The Beach“ berühmt wurde, zu einem drastischen Mittel: Sie schlossen den Strand zumindest bis Oktober komplett, damit sich die Unterwasserwelt erholen kann. Bootsanker, durch Motoren aufgewirbelter Sand und Müll hatten Strand und Korallen stark geschädigt.

An 24 Stränden des Landes wurde das Rauchen verboten, weil sie mit Zigarettenstummeln übersät waren. Sorgen macht den Thailändern auch der Müll. Kürzlich verendete ein Wal, weil er im Meer schwimmende Verpackungen und über 80 Plastiktüten verschluckt hatte.

Thailands Tourismus boomt: Im Jahr 2011 reisten 38 Millionen Touristen in das Land mit 67 Millionen Einwohnern, für kommendes Jahr werden 40 Millionen Besucher erwartet, im Jahr 2030 soll die Zahl auf 60 Millionen steigen. Sie versetzen die Umwelt, die Einheimischen und Einrichtungen wie Wasser- und Stromversorgung unter Dauerstress. Neben Europäern und Nordamerikanern sind verstärkt Chinesen unter den Besuchern. Jeder Dritte stammt aus dem Reich der Mitte.

Um Top-Attraktionen zu entlasten, will Thailands Regierung weniger häufig besuchte Orte im Landesinnern fördern und Reisende ermutigen, verantwortungsbewusst mit der Kultur und Umwelt umzugehen.