Orcas stoppen Teersand-Pipeline

Zwei Orcas Der Lebensraum von 75 Orcas ist bedroht (© CC0 Public Domain)

03.09.2018

Ein kanadisches Gericht hat den Ausbau einer Öl-Pipeline gestoppt, weil der Einfluss des Projekts auf Wale missachtet wurde. Ein großer Erfolg für Umweltschützer und Indigene.

Der Federal Court of Appeal hat die Genehmigung des Pipeline-Projekts durch die Regierung in Ottawa für das Projekt aus zwei Gründen verworfen: die First Nations wurden nicht ausreichend beteiligt und die Gefahr für Orcas nicht berücksichtigt.

So habe das National Energy Board, das die Entscheidung der Regierung vorbereitet hat, den Einfluss auf Wale nicht beachtet. Der Ausbau der Pipeline würde jedoch zu mehr Tankerverkehr zum Verladeterminal nahe Vancouver (British Columbia) führen, wo rund 75 bedrohte Orcas leben.

Die Indigenen seien zwar angehört worden, es habe jedoch keinen Dialog gegeben, bei dem auf ihre Sorgen eingegangen worden wäre, urteilten die drei Richter. Die Indigenen warnen unter anderem vor Lecks, machen sich sorgen ums Grundwasser und mahnen die Respektierung heiliger Stätten an.

Viele Umweltschützer lehnen das Projekt rundum ab: Durch die Pipeline würde Öl gepumpt, das in der Provinz Alberta aus Teersand gewonnen wird. Dafür werden große Landstriche verwüstet und Gewässer vergiftet. Zudem belastet das Öl das Klima erheblich.

Das Pipeline-Projekt steht auch mit dem Vorhaben der Firma Teck Resources in Verbindung, die für die größte Teersand-Mine der Welt 292 km² Wald und Feuchtgebiete vernichten will. Dagegen wehren sich Indigene, die von Rettet den Regenwald unterstützt werden. Ohne die Pipeline wäre vermutlich auch die Teersand-Mine vom Tisch. Bitte unterschreiben Sie auch unsere Petition.

Die Regierung von Premier Justin Trudeau treibt das Pipeline-Projekt vehement voran und hat die bestehende Pipeline für 3 Milliarden Euro vom Betreiber Kinder Morgan, der wegen hartnäckigen Widerstandes und finanzieller Unwägbarkeiten mit dem Ende des Vorhabens gedroht hatte, gekauft. Als neuer Eigentümer will die Regierung den bis zu 9 Milliarden Euro teuren Ausbau finanzieren – falls es ihr gelingt, das Gerichtsurteil vor dem Obersten Gericht anzufechten oder die aufgedeckten Mängel zu beseitigen.