Reparieren statt verschrotten – Vorbild Steiermark?

Staubsauger mit Text "Wegwerfen? Reparieren!" Viele kaputte Haushaltsgeräte funktionieren nach einer Reparatur wieder (© tomczykbartek/istockphoto.com - Collage RdR)

08.01.2019

Neues Handy, neuer Fernseher, neue Waschmaschine – die Altgeräte fliegen oft auf den Müll. In Österreich zahlt die Steiermark jetzt Leuten eine Prämie, die ein Elektrogerät reparieren lassen, statt es wegzuwerfen. Auch in Deutschland gibt es Forderungen nach einem "Recht auf Reparatur".

„Reparieren vermeidet Abfall, schützt die Umwelt und stärkt die regionale Wertschöpfung“, sagt Landesrat Hans Seitinger.

In diesem Jahr lässt sich das Bundesland die Reparatur-Aktion 50.000 Euro kosten. Jeder Haushalt kann einen Zuschuss von bis zu 100 Euro beantragen. Die Stadt Graz unterhält ein ähnliches Programm. Ein Vorbild für andere Kommunen?

Auf europäischer Ebene, in den USA und in Deutschland wird über ein „Recht auf Reparatur“ für Elektrogeräte diskutiert. „Viele Menschen wünschen sich, ihre Produkte reparieren zu können, statt häufig neue kaufen zu müssen, nur weil ein Teil des Geräts kaputt ist“, sagte die Grünen-Fraktionschefin im Bundestag, Katrin Göring-Eckardt den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Hintergrund ist, dass Hersteller die Reparatur von Geräten offenbar gezielt erschweren, in dem sie Gehäuse verkleben, keine Ersatzteile liefern und keine Reparaturanleitungen zur Verfügung stellen.

Einer Studie zufolge würden 77 Prozent der Bürger ein defektes Gerät lieber reparieren lassen statt ein neues zu kaufen. Oftmals sprechen die Kosten dagegen. Um Reparaturen billiger zu machen, könnte die Mehrwertsteuer von 19 auf 7 Prozent reduziert werden.