180 Jahre lang blechen für Urwald-Autobahn

Bulldozer am Superhighway Umweltschützer können die Bulldozer immer wieder aufhalten (© Odey Oyama)

16.04.2019

740.000 Euro monatlich - für die nächsten 180 Jahre! So fürstlich will der Governor des nigerianischen Bundesstaates Cross River die Baufirma Messrs Sydney entlohnen, die für ihn einen „Superhighway“ bauen soll. Das stinkt nach Bereicherung!

Seit mehreren Jahren versucht Governor Ben Ayade mit allen Mitteln, sein verheerendes Projekt durchzusetzen. Die Autobahn würde unersetzbaren Regenwald zerstören, darunter Lebensraum von bedrohten Gorillas, Schimpansen und Waldelefanten. Ursprünglich sollte die Autobahn sogar mitten durch den Cross River Nationalpark führen. Kritiker sind sicher, dass es dem Politiker in Wahrheit nicht um die Straße geht, sondern um Zugang zum Wald, um ihn zu plündern.

Bisher hat Ayade kaum Schaden angerichtet, weil Umweltschützer, Dorfbewohner und Indigene vom Volk der Ekuri - unterstützt von Rettet den Regenwald - die Bulldozer immer wieder stoppen konnten.

Nun unternimmt Ben Ayade einen besonders perfiden Schachzug: Er will offenbar im Parlament durchsetzen, dass die Firma MESSRS SYDNEY Construction Nigeria Limited über 180 (!) Jahre hinweg monatlich 740.000 Euro für das Autobahnprojekt bekommt. Bisher ist MESSRS SYDNEY jedoch nicht als Straßenbaufirma in Erscheinung getreten. Die Vermutung liegt nahe, dass Steuergeld unterschlagen werden soll und die Firma die Straße niemals bauen wird.

Abgesehen davon wäre der Bau derzeit illegal. Nigerias Umweltministerium hatte die Umweltverträglichkeitsprüfung an 23 Bedingungen geknüpft. Die wurden bislang nicht erfüllt.

Umweltschützer stemmen sich beharrlich gegen das Projekt: Bitte unterstützen Sie die Aktivisten mit Ihrer Unterschrift und einer Spende.