Wilderer vergiften hunderte Geier

Geier in Afrika Mehrere Geier-Arten sind wie der Wollkopfgeier vom Aussterben bedroht (© CC0 Public Domain)

21.06.2019

Elfenbeinwilderer bringen vielen Geiern den Tod. In Botswana wurden jüngst 537 Geier und zwei Adler tot aufgefunden, die sich an drei Elefantenkadavern vergiftet hatten. Die Elefanten waren Opfer von Wilderern.

Die Jäger vergiften ihre Beute häufig nach dem Entfernen der Stoßzähne, weil sie fürchten, dass über dem Kadaver kreisende Geier Ranger alarmieren.

Unter den getöteten Geiern waren 468 Weißrückengeier (white-backed vultures), 17 Wollkopfgeier (white-headed vultures) und 28 Kappengeier (hooded vultures), die alle laut Roter Liste vom Aussterben bedroht sind („critically endangered“). Da gerade Brutzeit ist, werden viele Küken und Eier die Massenvergiftung nicht überstehen. Tierschützer machen sich deshalb nicht nur um die Zukunft der Elefanten große Sorgen, sondern auch ums Überleben der Geier.

Der jetzige Fund in der Nähe des Chobe Nationalparks ist womöglich der größte dieser Art im südlichen Afrika. Vergiftete Kadaver sind auch für Löwen, Hyänen und Schakale eine Gefahr.

In Botswana nimmt die Elefantenwilderei erschreckend zu. Trotzdem hat die Regierung ein Jagdverbot aufgehoben. Kritiker fürchten, dass damit auch die Wilderei zunimmt - und damit die Gefahr für die Geier steigt.