Neue Studie zu Agrarsprit

01.10.2008

Ein vielbenutzter Propagandatrick der Agrarspritlobby ist das angebliche Vorhandensein riesiger „ungenutzter Landflächen“, auch als „Ödland, marginales, degradiertes, ruhendes oder verlassenes Land“ bezeichnet. Auf diesen Flächen soll der Anbau von Agrarsprit problemlos ohne Regenwaldrodung und die Vertreibung von Menschen möglich sein, so die Behauptungen. Eine glatte Lüge, wie Rettet den Regenwald in Zusammenarbeit mit der Gaia Foundation, Biofuelwatch, dem African Biodiversity Network, Watch Indonesia und EcoNexus in einer Kurzstudie entlarvt hat.

Die „Ödländer“ sind Teil der Strategie von Landspekulanten und der Agrarindustrie, sich weltweit den Zugang und Besitz großer Landflächen anzueignen und diese auf Kosten von Mensch und Natur in industrielle Monokulturen umzuwandeln. Es handelt sich zumeist um natürliche Ökosysteme wie Savannen und Grasländer, die von hunderten Millionen Menschen im globalen Süden extensiv als Weideflächen, zur Jagd und zum Sammeln von Früchten, Medizinalpflanzen und Brennholz genutzt werden. Die betroffene Bevölkerung wehrt sich aktiv gegen die Pläne und hat begonnen, bereits von industriellen Monokulturen belegte Landflächen wiederzubesetzen und die Plantagen zu roden.