Den Wald der Nasenaffen in letzter Minute retten!

Nasenaffen leben ausschließlich auf der Insel Borneo Werden Torfwälder vernichtet, verlieren Nasenaffen den Lebensraum (© Mark Louis Benedict - CC BY-NC-ND 2.0)
114.555 Teilnehmer

Ende der Aktion: 25.08.2016

In Malaysia vernichtet die Firma BLD 14.000 Hektar Torfwald, um Palmöl zu produzieren. Bewohner der Region werfen der Firma sogar vor, ihnen das Land illegal wegzunehmen. Umweltschützer aus Sarawak fordern vom Chief Minister des Bundesstaates, BLD zu stoppen. Bitte unterstützen Sie die Regenwaldkämpfer mit Ihrer Unterschrift.

Appell

An: Tan Sri Adenan, Chief Minister von Sarawak

„Die Firma BLD vernichtet für Palmöl-Plantagen 14.000 Hektar Torfwald, womöglich sogar illegal. Bitte verhindern Sie diese Umweltzerstörung.“

Ganzes Anschreiben lesen

„BLD zerstört im großen Stil besonders tiefgründigen Torfwald - die Auswirkungen auf die Umwelt von Sarawak sind verheerend“, warnt Upreshpal Singh von der Organisation „Friends of the Orangutans“. Denn die Wälder der Region sind der Lebensraum von Nasenaffen, seltenen Vögeln und einer Fledermausart, die nur dort vorkommt.

Allein der Wald des Konzessionsgebiets von BLD in der Provinz Sibu speichert 37 Millionen Tonnen Kohlendioxid. Beim Kahlschlag gelangen sie in die Atmosphäre und tragen zum Klimawandel bei. Wissenschaftler von Wetlands International warnen, dass die Vernichtung von Torfwäldern zu schweren Überflutungen führt. Die Warnung erstreckt sich auch auf die Region, in der BLD rodet.

Mit Satellitenbildern belegt „Friends of the Orangutans“, dass BLD in der Provinz Sibu bereits Torfwald vernichtet und die Flächen mit Ölpalmen überzogen hat. Innerhalb der kommenden beiden Jahre will die Firma offenbar auch den Rest seiner Konzession kahlschlagen.

Torfwälder speichern große Mengen Kohlendioxid

Die Zahlen sind erschreckend: Auf 28.000 Hektar hat BLD schon Ölpalmen gepflanzt. Dafür hat die Firma auch 6.000 Hektar Torfwald vernichtet. Jetzt sollen auf weiteren 14.000 Hektar Bäume fallen.

Matek Geram von der Menschenrechtsorganisation SADIA (Sarawak Dayak Iban Association) erhebt schwere Vorwürfe. „Die Menschen leben seit Jahrhunderten auf diesem Land“, sagt er: „BLD hat die Flächen unrechtmäßig gerodet.“ Er will das mit GPS-Daten belegen.

Upreshpal Singh und Matek Geram fordern von Sarawaks Chief Minister, dass er die Rodungsarbeiten von BLD stoppt. Bitte unterstützen Sie diese Forderung, um den Torfwald Sarawaks zu erhalten.

Hinter­gründe

Nasenaffen (Nasalis larvatus) leben ausschließlich auf der Insel Borneo, also in Brunei, Kalimantan (Indonesien), Sabah und Sarawak (beide Malaysia). Weil der Lebensraum der Tiere in Küstenregenwäldern, Torfwäldern, Mangroven und entlang von Flussläufen zerstört wird, sinkt die Population beständig. In Sarawak gibt es nur noch weniger als 1.000 Nasenaffen. Die Weltnaturschutzunion IUCN stuft die Tierart daher als „bedroht“ ein (endangered).

Torfwälder und Nasenaffen sind gefährdet

Torfwälder erstrecken sich in Südostasien über 27 Millionen Hektar Land – die Fläche schrumpft aber rapide. Schuld daran sind der Holzeinschlag und die Anlage von Plantagen, für die die Wälder trockengelegt und häufig angezündet werden. Laut der Organisation Wetlands International sind weniger als 10 Prozent noch intakt.

Torfwälder speichern mehr Kohlenstoff als viele Ökosysteme der Erde. Experten sprechen von insgesamt 42 Milliarden Tonnen CO2. Durch die Rodung und das Abbrennen gelangen Treibhausgase in die Atmosphäre, die dort über Jahrhunderte eingelagert wurden.

Indonesien gehört wegen der Vernichtung der Torfwälder zu den Staaten mit dem größten Ausstoß klimaschädlicher Gase.

Die Torfschichten sind bis zu 20 Meter dick und sehr feucht. Wenn sie trockengelegt werden, sacken die Böden stark zusammen. Liegt die Erdoberfläche schließlich unterhalb des Meeresspiegels, können die Flächen überflutet werden. Dabei kann auch Salzwasser eindringen und Böden, die für die Landwirtschaft genutzt werden, versalzen. So werden Plantagen, für die Torfwälder gerodet werden, zerstört.

BLD verfügt über 51.000 Hektar Land

Der Palmölkonzern BLD Plantation Berhad verfügt über 51.000 Hektar Land in Sarawak. 60 Prozent davon hat die Firma mit Palmölplantagen überzogen. Die Firma betreibt zwei Ölmühlen und die Raffinerie Kirana.

Der Agrarmulti Bunge hat angekündigt, keine Produkte aus Kirana mehr zu kaufen, nachdem die Pläne von BLD bekannt wurden, 14.000 Hektar Torfwald zu roden.

An­schreiben

An: Tan Sri Adenan, Chief Minister von Sarawak

Sehr geehrter Chief Minister Tan Sri Adenan

Sie haben nach Ihrer Wahl versprochen, dass in Sarawak kein Wald mehr in Palmölplantagen umgewandelt werden soll.

Die Firma BLD Plantations Berhad plant allerdings, innerhalb von zwei Jahren 14.000 Hektar Torfwald zu zerstören. Solche Wälder speichern besonders viel Kohlendioxid. Die Vernichtung heizt damit den Klimawandel an. Wissenschaftler von Wetlands International warnen eindringlich vor den verheerenden Folgen der Vernichtung von Torfwald. Landwirtschaft und Plantagen müssen in solchen Feuchtgebieten tabu sein.

Die Organisation SADIA will sogar Belege dafür haben, dass sich BLD das Land von Einheimischen unrechtmäßig aneignet.

Bitte schreiten Sie unverzüglich ein und verhindern Sie, dass BLD und andere Firmen weiter Wälder in Sarawak zerstört.

Mit freundlichen Grüßen

5-Minuten-Info zum Thema: Palmöl

Die Ausgangslage – Regenwald im Tank und auf dem Teller

Mit 66 Millionen Tonnen pro Jahr ist Palmöl das meist produzierte Pflanzenöl. Der niedrige Weltmarktpreis und die von der Industrie geschätzten Verarbeitungseigenschaften haben dazu geführt, dass es inzwischen in jedem zweiten Supermarktprodukt steckt. Neben Fertigpizza, Keksen und Margarine begegnet uns Palmöl auch in Körpercremes, Seifen, Schminke, Kerzen und Waschmitteln.

2016 importierte die EU 6,43 Millionen Tonnen Palmöl aus Indonesien (4,37 Mio. t) und Malaysia (2,06 Mio. t). Auf Deutschland entfielen davon nach Angaben der Bundesregeirung 1,34 Millionen Tonnen (Durchschnitt der Jahre 2013-15). Was kaum einer weiß: In der EU fließt fast die Hälfte des importierten Palmöls in sogenannten Biosprit. Die 2009 beschlossene gesetzliche Beimischungspflicht von Agrosprit in Benzin und Diesel ist eine wichtige Ursache der Regenwaldabholzung.

Inzwischen dehnen sich die Palmölplantagen weltweit auf mehr als 27 Millionen Hektar aus. Auf einer Fläche so groß wie Neuseeland mussten Mensch und Tier bereits den „grünen Wüsten“ weichen.

Die Auswirkungen – Waldverlust, Artentod, Vertreibung, Erderwärmung

In den feucht-warmen Tropen rund um den Äquator findet die Ölpalme optimale Wachstumsbedingungen. In Südostasien, Lateinamerika und Afrika werden Tag um Tag riesige Regenwaldflächen gerodet und abgebrannt, um Platz für die Plantagen zu schaffen. Dabei gelangen große Mengen klimaschädlicher Gase in die Atmosphäre. Indonesien, Hauptproduktionsland von Palmöl, war 2015 zeitweise für mehr Treibhausgasemissionen verantwortlich als die USA. CO2- und Methanemissionen sorgen dafür, dass der aus Palmöl produzierte Biosprit drei mal so klimaschädlich ist wie Treibstoff aus Erdöl.

Doch nicht nur das Klima leidet: Mit den Bäumen verschwinden seltene Tierarten wie Orang-Utan, Borneo-Zwergelefant und Sumatra-Tiger. Kleinbauern und Indigene, die den Wald über Generationen bewohnen und beschützen, werden oft brutal von ihrem Land vertrieben. In Indonesien stehen mehr als 700 Landkonflikte in Zusammenhang mit der Palmölindustrie. Auch auf sogenannten „nachhaltig bewirtschafteten“ oder „Bio“-Plantagen kommt es immer wieder zu Menschenrechtsverletzungen.

Wir Verbraucher bekommen von all dem wenig mit. Unser täglicher Palmölkonsum hat jedoch auch für uns persönlich direkte negative Auswirkungen: In raffiniertem Palmöl sind große Mengen gesundheitsschädlicher Fettsäureester enthalten, die das Erbgut schädigen und Krebs verursachen können.

Die Lösung – Tank-und-Teller-Revolution

Nur noch 70.000 Orang-Utans streifen durch die Wälder Südostasiens. Die EU-Biospritpolitik bringt die Menschenaffen immer weiter an den Rand des Aussterbens. Um unseren baumbewohnenden Verwandten zu helfen, müssen wir den Druck auf die Politik erhöhen. Doch auch im Alltag lässt sich viel bewegen.

Diese einfachen Tipps helfen, Palmöl zu erkennen, zu meiden und zu bekämpfen:

  1. Selbst kochen, selbst entscheiden: Mandel-Kokos-Birnen-Kekse? Kartoffel-Rosmarin-Pizza? Frische Zutaten, gemixt mit ein bisschen Fantasie, stellen jedes (palmölhaltige) Fertigprodukt in den Schatten. Zum Kochen und Backen eignen sich europäische Öle aus Sonnenblumen, Oliven, Raps oder Leinsamen.
  2. Kleingedrucktes lesen: Auf Lebensmittelpackungen muss seit Dezember 2014 angegeben werden, wenn ein Produkt Palmöl enthält. In Kosmetik-, Putz- und Waschmitteln versteckt sich der Regenwaldfresser hingegen hinter einer Vielzahl chemischer Fachbegriffe. Per Internetrecherche lassen sich leicht palmölfreie Alternativen finden.
  3. Der Kunde ist König: Welche palmölfreien Produkte bieten Sie an? Wieso verwenden Sie keine heimischen Öle? Nachfragen beim Verkaufspersonal und Briefe an die Produkthersteller lassen Firmen um die Akzeptanz ihrer Produkte bangen. Der öffentliche Druck und das gestiegene Problembewusstsein haben schon einige Produzenten zum Verzicht auf Palmöl bewegt.
  4. Petitionen und Politikerbefragungen: Online-Protestaktionen üben Druck auf die Politiker aus, die für Biosprit und Palmölimporte verantwortlich sind. Haben Sie bereits alle Petitionen von Rettet den Regenwald unterschrieben? Auf abgeordnetenwatch.de kann jeder die Bundestagsabgeordneten mit den Folgen der Biospritpolitik konfrontieren.
  5. Laut werden: Demonstrationen und kreative Straßenaktionen machen den Protest für Menschen und Medien sichtbar. Dadurch wird der Druck auf die politischen Entscheidungsträger noch größer.
  6. Öffentlich statt Auto: Wenn möglich zu Fuß gehen, mit dem Fahrrad fahren oder öffentliche Verkehrsmittel nutzen.
  7. Wissen und Wissen weitergeben: Wirtschaft, Handel und Politik wollen uns glauben machen, Biosprit sei klimafreundlich und Palmölplantagen könnten nachhaltig sein. Regenwald.org informiert über die Folgen des Palmölanbaus. Der kostenlose Regenwald Report kann an Freunde weitergegeben oder in Schulen, Arztpraxen und Bioläden ausgelegt werden.