Burger King, sag woher das Viehfutter kommt!

Ein geteiltes Foto – zur Hälfte ein Burger, zur Hälfte abgeholzter Regenwald Burger King verweigert Auskunft (© Mighty Earth)

Burger King ist verantwortlich dafür, dass der Lebensraum von Jaguar und Affe zerstört wird. Rinder für die „Whopper“ werden mit Soja gefüttert, das aus Entwaldung stammen kann. Der Konzern weigert sich, detaillierte Fragen zu beantworten. Fordern Sie von Burger King, keine Lebensmittel zu verkaufen, für die Natur vernichtet wurde.

Appell

An: CEO Daniel Schwartz und das Management von Burger King

„Burger Kings Lieferanten roden für Äcker und Weiden in Südamerika Wälder. Kaufen Sie keine Rohstoffe aus Naturzerstörung. Fördern Sie fleischfrei!“

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Faultiere klettern durch die Bäume, Jaguare schleichen durch den Wald, Affen toben in den Bäumen – Südamerikas Wälder und Savannen quellen über vor Leben. Doch Fast-Food-Ketten wie Burger King riskieren die Vernichtung dieser vielfältigen Lebensräume.

„Südamerikas Wälder sind „Ground Zero“ der Entwaldung für die Produktion von Rindfleisch“, warnen die Wissenschaftler der „Union of Concerned Scientists“. In einer Studie belegen sie, wie wenig sich Lebensmittelkonzerne um die Natur scheren. In einer Bewertung, wie umweltverträglich die Rindfleischproduktion von zahlreichen Firmen ist, bekam Burger King null von hundert möglichen Punkten.

Burger King kauft sein Fleisch offenbar von Zuchtbetrieben, die an ihre Masttiere Soja verfüttern, für dessen Anbau in Südamerika Wälder und Savannen gerodet wurden. Das zeigen Satellitenbilder und Recherchen der Organisation Mighty Earth in Brasilien und Bolivien. Der Konzern nimmt es hin, dass Cargill, einer der wichtigsten Lieferanten, bis zum Jahr 2030 Soja aus Waldvernichtung liefert – 13 weitere Jahre, in denen Bulldozer den Lebensraum von Faultier, Jaguar und Affen zerstören.

In Deutschland stammt das Rindfleisch für die „Whopper“ nach Firmenangaben zwar zu 100 Prozent aus dem Inland und Österreich. Burger King weigert sich, detaillierte Fragen etwa zur Herkunft des Viehfutters zu beantworten. Global betrachtet, ist Burger Kings Einkaufspolitik verheerend für die Natur.

Bitte fordern Sie von Burger King, umgehend keine Rohstoffe aus Naturzerstörung zu beziehen.

Stellvertretend für die Fast-Food-Branche greifen wir Burger King an – wobei andere Unternehmen ähnlich wenig Rücksicht auf Wälder und Tiere nehmen. Regenwälder und Millionen Tiere würden übrigens am meisten profitieren, wenn sich immer mehr Menschen vegetarisch oder vegan ernähren.

Hinter­gründe

Burger King ist die zweitgrößte Fast-Food-Kette der Welt. In über 100 Ländern ist der Konzern mit 15.000 Restaurants vertreten.

Burger Kings Mutterunternehmen Restaurant Brands International gehört dem Konzern 3G Capital. 3G Capital kontrolliert damit die Kaffee-Kette Tim Horton’s und zudem Kraft, Heinz, InBev und Anheuser-Busch.

Zwei der wichtigsten Zulieferer von Burger King sind die Agrarriesen Cargill und Bunge.

Nach Angaben von Burger King stammen in Deutschland 80 Prozent des Rindfleisches aus dem Inland, die übrigen 20 Prozent aus Österreich. Detaillierte Fragen dazu, ob die Tiere mit Futtermitteln von Cargill und Bunge gemästet werden, ließ Burger King unbeantwortet.

In Brasiliens Cerrado wurden 2015 in Regionen, wo Bunge arbeitet, 50.000 Hektar Wald vernichtet, zwischen 2011 und 2015 waren es 567.562 Hektar. Dort, wo Cargill aktiv ist, wurden innerhalb dieser 5 Jahre 130.000 Hektar entwaldet.

Ein Soja-Moratorium für den brasilianischen Teil Amazoniens wird oft als vorbildlich gepriesen, Waldvernichtung zu stoppen. Bei näherer Betrachtung entpuppt sich das Moratorium jedoch als geschickte PR und Greenwashing. Nach dem Inkrafttreten ging zwar die Entwaldung im Regenwald zurück - explodierte jedoch im Cerrado.

Reaktion von Burger King

Auf detaillierte Fragen von Rettet den Regenwald antwortete Burger King Deutschland mit allgemeinen Hinweisen auf Zertifikate. Der Schlüsselsatz für uns: "Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir keine weiteren detaillierten Aufschlüsselungen oder Informationen geben können."

Medienecho

Medien berichten weltweit über Burger Kings Verantwortung für Regenwaldvernichtung. Hier finden Sie eine Linksammlung.


Europa
http://www.klimaretter.info/ernaehrung/nachricht/22774-harte-vorwuerfe-an-burger-king

https://www.theguardian.com/environment/2017/mar/01/burger-king-animal-feed-sourced-from-deforested-lands-in-brazil-and-bolivia

http://www.edie.net/news/7/Burger-King-linked-to-alleged-South-American-deforestation-practices/

http://www.zmescience.com/medicine/nutrition-medicine/burger-animal-feed-comes-unethical-sources-deforested-lands-bolivia-brazil/

http://www.pieuvre.ca/2017/03/02/burger-king-achete-des-farines-animales-dans-danciennes-forets-tropicales/

http://www.huffingtonpost.de/2017/03/10/burger-king-regenwald-soja_n_15186342.html


Brasilien
http://epoca.globo.com/ciencia-e-meio-ambiente/blog-do-planeta/noticia/2017/03/ong-americana-diz-que-fornecedores-do-burger-king-estao-ligados-ao-desmatamento.html

http://www.jb.com.br/ciencia-e-tecnologia/noticias/2017/03/02/the-guardian-burger-king-utiliza-racao-animal-produzida-em-terras-desmatadas-do-brasil-e-bolivia/?from_rss=None
 
Bolivien
http://www.paginasiete.bo/nacional/2017/3/2/investigacion-periodistica-devela-deforestacion-bolivia-para-proveer-soya-burguer-king-129162.html

http://www.ecoticias.com/eco-america/133191/deforestacion-Amazonia-regresa-con-fuerza

http://www.fmbolivia.com.bo/bolivia-deforestar%C3%A1-5-millones-de-hect%C3%A1reas-en-siguiente-d%C3%A9cada

http://www.la-razon.com/economia/Soya-Burger_King-multinacional-Bolivia-Brasil_0_2666133373.html

http://paginasiete.bo/economia/2017/3/3/acusan-burger-king-contribuir-deforestacion-129233.html

http://www.fmbolivia.net/noticia83784-acusan-a-burger-king-de-contribuir-a-deforestacin.html
 
Lateinamerika
http://www.telesurtv.net/english/news/Burger-King-Deforests-Lands-in-Brazil-Bolivia-for-Cattle-Feed-20170301-0032.html

http://www.sinembargo.mx/01-03-2017/3163286
 
USA
http://www.triplepundit.com/2017/03/burger-king-accused-causing-deforestation-across-latin-america/

http://www.mygreenpod.com/articles/ultimate-mystery-meat/

http://www.woodworkingnetwork.com/news/woodworking-industry-news/rainforest-being-burned-farming-faster-pace

http://vegnews.com/articles/page.do?pageId=9121&catId=1

https://www.plantbasednews.org/post/breaking-burger-kings-damning-environmental-impact-exposed

http://www.onegreenplanet.org/news/burger-kings-connection-to-deforestation-in-latin-america/

http://www.feednavigator.com/Regulation/Bunge-and-Cargill-are-not-living-up-to-their-commitments-to-protect-forests-claims-Mighty-Earth-soy-investigation
 
Sonstige
http://www.freemalaysiatoday.com/category/world/2017/03/02/burger-king-linked-to-deforestation-in-latin-america-says-report/

http://www.themarshalltown.com/satellite-mapping-tool-developed-to-check-deforestation-in-america/24393

http://index.hu/gazdasag/2017/03/02/leleplezo_dronfelvetelek_a_burger_kingrol_erdoirtassal_keszul_a_hamburger/
 

An­schreiben

An: CEO Daniel Schwartz und das Management von Burger King

Sehr geehrter Daniel Schwartz,
sehr geehrte Damen und Herren,

die Wälder und Savannen der Tropen bieten einer unglaublichen Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten wie Faultier, Jaguar und Affe einen Lebensraum. Burger King gefährdet diesen Lebensraum durch den Einkauf von Rindfleisch von Lieferanten, die für ihre Äcker und Weiden Regenwald zerstören.

Die Supply Chain von Cargill, einer der wichtigsten Lieferanten von Burger King, reicht tief in tropische und subtropische Wälder wie dem Cerrado. Cargill hat zwar zugesagt, zukünftig keine Rohstoffe von Zulieferern zu kaufen, die Wälder zerstören. Die Zusage ist jedoch völlig untauglich: Cargill will sie erst 2030 umsetzen.

Das bedeutet: 13 weitere Jahre, in denen Bulldozer den Lebensraum unzähliger Tier- und Pflanzenarten zerstören. Wir können nicht so lange warten!

Bitte beziehen Sie umgehend keine Rohstoffe aus Naturzerstörung.

Mit freundlichen Grüßen

5-Minuten-Info zum Thema: Fleisch / Soja

Die Ausgangslage – Hunger auf Fleisch

Fleisch ist des Deutschen liebstes Gemüse: Mit 88 Kilogramm Fleischverzehr pro Person und Jahr liegen wir über dem EU-Durchschnitt. Seit 1950 hat sich unser Fleischhunger mehr als verdoppelt. Hochgerechnet auf ein Menschenleben verzehrt jeder von uns mehr als 900 Hühner, 46 Schweine und vier Rinder.

Die mehr als 100 Millionen Tiere, die in Deutschland Jahr um Jahr geschlachtet werden, benötigen große Mengen Nahrung. So viel, dass auf einem Drittel der weltweiten Ackerfläche Futtermittel angebaut werden. Statt Menschen zu ernähren, landet so jedes Jahr ein großer Teil der weltweiten Weizen-, Mais-, Gersten- und Sojaernte in Tiermägen. Das Kraftfutter für Schweine und Geflügel in Deutschland besteht zu mehr als 30 Prozent aus Soja. Dieses Soja wird hauptsächlich aus Regenwaldländern importiert.

Die Auswirkungen – Regenwaldrodungen, Monokulturen, Klimawandel

Deutschland und die EU beziehen nahezu ihr gesamtes Futtersoja aus Argentinien, Brasilien und Paraguay. Wo einst üppige Regenwälder und weite Savannen das Landschaftsbild prägten, erstrecken sich die Sojafelder nun auf einer Fläche größer als Deutschland und die Niederlande. Allein für den Sojahunger der deutschen Masttiere wird in Südamerika eine Fläche größer als Brandenburg bestellt. Für die Ausweitungen der riesigen Monokulturen werden wertvolle Wälder gerodet und Menschen vertrieben. Wer bleibt, wird oft krank: Dreiviertel der in Lateinamerika angebauten Sojapflanzen ist Gen-Soja des Agrarkonzerns Monsanto. Sie werden mit dem Spritzmittel Glyphosat behandelt. Das Gift steht im Verdacht, beim Menschen zu Tumoren und Erbgutschäden zu führen. Für die Umwelt ist Glyphosat in jedem Fall hochgiftig. Die Sprüheinsätze vernichten die Artenvielfalt, vergiften die Böden, die Gewässer (einschließlich das Trinkwasser) und die Luft.

Ein weiteres Problem sind die Rinderweiden, die immer tiefer in die Wälder geschlagen werden. Rechnet man Weideland und Futtermittel-Äcker zusammen, so nehmen sie Dreiviertel aller agrarischen Nutzflächen weltweit ein. Die Auswirkungen auf das Klima sind verheerend: Methan aus Rindermägen, CO2 durch Rodungen und Maschineneinsatz, freigesetztes Lachgas aus dem Dünger: 18 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen stammen aus der Viehhaltung.

Die Lösung – Pflanzenkraft und Sonntagsbraten

Die Zukunft der Regenwälder entscheidet sich auch auf unseren Tellern: Die tierischen Produkte auf unserem Speiseplan haben einen Anteil von 72 Prozent an den ernährungsbedingten Treibhausgasemissionen. Verglichen mit nicht-tierischen Lebensmitteln wird für ihre Herstellung ein Vielfaches an Fläche benötigt.

Diese Tipps helfen, Menschen, Natur und Klima zu schützen:

  1. Öfter mal pflanzlich: Seitansteak, Lupinenaufstrich und Hafermilch – leckere und nahrhafte Alternativen zu tierischen Produkten finden sich inzwischen in jedem Supermarkt.
  2. Zurück zum Sonntagsbraten: Wer nicht ganz auf Fleisch verzichten möchte, kann seinen Fleischkonsum auf einen Tag in der Woche reduzieren und Produkte aus Massentierhaltung meiden. Fleisch mit dem Siegel der Bio-Anbauverbände Demeter und Bioland wird ohne konventionelles Sojafutter produziert.
  3. Aber bitte mit Soja: Nur circa zwei Prozent der Sojaernte wird zu Tofuschnitzeln, Sojajoghurt und ähnlichen Produkten verarbeitet. Hierfür muss kein Regenwald gerodet werden – geerntet wird meist auf europäischen Äckern.
  4. Lebensmittelverschwendung stoppen: Pro Jahr landet in Deutschland das Fleisch von 53 Millionen Tiere im Hausmüll. Bewusstes Einkaufen kann Leben retten.
  5. Protest über den Tellerrand hinaus: Auf Demonstrationen wie „Wir haben es satt“ oder dem „March against Monsanto“ setzen sich Zehntausende Menschen für eine gesunde, tier-, mensch- und klimafreundliche Landwirtschaft ein und üben Druck auf Politiker aus. Für die demofreie Zeit sind Online-Petitionen und Briefe an die Volksvertreter eine gute Alternative.
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