Nicht in den Garten sprühen!

Monsanto Roundup Krebserregend Roundup (© defotoberg/Shutterstock - Montage: Rettet den Regenwald)

Die Agrarindustrie hat in der EU die Neuzulassung von Glyphosat für fünf Jahre durchgesetzt. Glyphosat ist das am meisten versprühte Herbizid, bekannt als Roundup von Monsanto. Die Agrarchemie bedroht die Artenvielfalt und die Gesundheit der Menschen. Nun muss die Bundesregierung das Gift in Deutschland verbieten.

News und Updates Appell

An: Bundeskanzlerin Merkel, Bundesregierung, Städte und Gemeinden, Groß- und Einzelhandel, Landwirte und Gartenbesitzer

„Die Bundesregierung muss das für Umwelt und Gesundheit hochgefährliche Herbizid Glyphosat verbieten – so wie es Frankreichs Regierung schon angekündigt hat“

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Ende 2017 sorgte der damalige Landwirtschaftsminister Christian Schmidt für einen Eklat in Deutschland und der EU. Klammheimlich und entgegen der Absprachen in der Bundesregierung winkte er die Neuzulassung des Totalherbizids Glyphosat (Markenname Roundup von Monsanto) für fünf weitere Jahre durch.

Mit Schmidts Stimme gab es nach sieben gescheiterten Abstimmungen eine knappe Mehrheit für Glyphosat in Europa - so wie es die Pestizidhersteller Bayer und Monsanto mit Schadensersatzdrohungen in Milliardenhöhe verlangten.

Diese schlimme Entscheidung muss dringend korrigiert werden. Dreiviertel aller Tier- und Pflanzenarten sowie Habitate befinden sich nach Angaben des Umweltministeriums in einem unzureichenden oder schlechten Zustand. Die Natur verödet, weil sich im Spritznebel der Pestizidindustrie überall Monokulturen ausdehnen.

Längst lässt sich Glyphosat nicht nur im Boden und im Wasser, sondern auch in unseren Lebensmitteln nachweisen: beispielsweise in Milch, Mehl, Brot oder Bier – und in unserem Blut und Urin.

In den USA rollt eine Klagewelle gegen den Hersteller Monsanto. Tausende Landwirte haben den Konzern verklagt, weil sie an seltenen Krebsleiden erkrankt sind, die sie mit dem Einsatz von Glyphosat in Verbindung bringen.

Die Mehrheit der EU-Bürger ist für eine saubere Umwelt ohne Gifteinsatz. So haben schon über 539 österreichische Gemeinden Glyphosat verbannt - wie viele weitere in Europa.

Nun muss die Bundesregierung das Gift bei uns stoppen. Der juristische Dienst des Bundestags hat bereits in einem 19-seitigen Gutachten dargelegt, dass trotz EU-Zulassung ein Glyphosatverbot in Deutschland rechtlich möglich ist.

Agrarhändler sowie Anbieter wie Amazon sollten Roundup schon jetzt aus dem Sortiment nehmen.

Bitte stimmen Sie mit uns für den Schutz der Menschen und der Natur vor Glyphosat.

Hinter­gründe

Ein nationales Verbot von Glyphosat ist nach Einschätzung der Juristen des Bundestags trotz der EU-Zulassung unter bestimmten Voraussetzungen möglich.

Gemäß der Pflanzenschutzverordnung können spezifische nationale Verwendungsbedingungen und deren Konsequenzen, beispielsweise für die Biodiversität, in die Prüfung einbezogen werden, welche der Zulassung des Pflanzenschutzmittels möglicherweise entgegenstehen oder bestimmte Auflagen erfordern. Unter diesen Voraussetzungen sind nationale Zulassungen unter Auflagen oder ein nationales Verbot von Spritzmitteln, deren Wirkstoff auf EU-Ebene genehmigt worden ist, möglich“, so das Gutachten.

In ihrem Koalitionsvertrag haben CDU/CSU und SPD bereits die schnellst mögliche Beendigung der Glyphosat-Anwendung in Deutschland vereinbart. Dort steht zum Thema Biodiversität zu lesen:

Biodiversitätsschutz

Wir werden mit einer systematischen Minderungsstrategie den Einsatz von glyphosathaltigen Pflanzenschutzmitteln deutlich einschränken mit dem Ziel, die Anwendung so schnell wie möglich grundsätzlich zu beenden. Dazu werden wir gemeinsam mit der Landwirtschaft Alternativen im Rahmen einer Ackerbaustrategie entwickeln und u. a. umwelt- und naturverträgliche Anwendungen von Pflanzenschutzmitteln regeln. Die dazu notwendigen rechtlichen Maßnahmen werden wir in einem EU-konformen Rahmen verankern.

An­schreiben

An: Bundeskanzlerin Merkel, Bundesregierung, Städte und Gemeinden, Groß- und Einzelhandel, Landwirte und Gartenbesitzer

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,

im November 2017 hat die EU das Totalherbizid Glyphosat für weitere fünf Jahre zugelassen. Den Ausschlag gab die Stimme des deutschen Landwirtschaftsministers Christian Schmidt – entgegen der Vereinbarungen der Bundesregierung und unter Täuschung der Öffentlichkeit.

Der Umwelt und der Gesundheit der Bürger drohen dadurch schwere Schäden. Die Natur verödet, weil auf den sich immer weiter ausdehnenden agroindustriellen Monokulturen alles Leben mit Pestiziden vernichtet wird. Auch die umliegenden Land- und Naturflächen sind davon betroffen. Die Folge: Dreiviertel aller Tier- und Pflanzenarten sowie Habitate befinden sich nach Angaben des Umweltministeriums in einem unzureichenden oder schlechten Zustand.

Längst lässt sich Glyphosat nicht nur im Boden und im Wasser, sondern auch in unseren Lebensmitteln nachweisen: beispielsweise in Milch, Mehl, Brot oder Bier – und in unserem Blut und Urin.

Der juristische Dienst des Bundestags hat mit einem 19-seitigen Gutachten bereits dargelegt, dass trotz EU-Zulassung ein Glyphosatverbot in Deutschland rechtlich möglich ist.

Wir fordern daher:

- Die Bundesregierung muss einen schnellstmöglichen Ausstieg aus Glyphosat in Deutschland durchsetzen – so wie es Präsident Emmanuel Macron für Frankreich angekündigt hat.

- Städte, Gemeinden und die Deutsche Bahn sollten unverzüglich den Einsatz von Pestiziden auf öffentlichen Plätzen, entlang von Straßen und Bahngleisen etc. verbieten.

- Der Einsatz von Glyphosat in Privatgärten sollte sofort untersagt werden.

- Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BFR), das die skandalösen Unbedenklichkeitsbewertungen von Glyphosat ausgestellt hat, muss dringend reformiert werden.

Mit freundlichen Grüßen

News und Updates

News | 12.10.2018

Weil es ihr schlecht geht: Lerche ist Vogel des Jahres 2019

Feldlerche

Immer seltener hören wir den Gesang der Feldlerche – der einstige „Allerweltsvogel“ ist in Deutschland dramatisch auf dem Sinkflug, weil intensive Landwirtschaft seinen Lebensraum zerstört. Mit der Wahl zum Vogel des Jahres will der NABU der Feldlerche wieder eine Stimme geben.

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News | 13.08.2018

Glyphosat: Bayer-Konzern gerät ins Wanken

Minus 12 % - der Aktienkurs des Chemiekonzerns Bayer fällt massiv: In den USA verdonnert ein Gericht den Konzern zur Zahlung von fast 290 Millionen Dollar Schmerzensgeld. Ein unheilbar an Lymphdrüsenkrebs erkrankter US-Bürger hatte den Konzern wegen Glyphosat verklagt. In Brasilien verbietet ein Bundesgericht das Herbizid Glyphosat auf Millionen Hektar mit genetisch manipuliertem Mais und Soja.

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News | 14.12.2017

Bundestagsgutachten: Nationales Verbot von Glyphosat möglich

Nach Einschätzung von Juristen des Bundestags ist ein nationales Verbot von Glyphosat möglich. Die Auswirkungen von Glyphosat beispielsweise auf die Biodiversität können der Zulassung und Anwendung des Spritzmittels entgegenstehen.

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