Jetzt eilt es: Keine Militär­basis auf den Seychellen!

Aldabra Atoll Luftbild Das Aldabra-Atoll ist einzigartig - auch wegen seiner Riesenschildkröten (© Simisa - CC BY-SA 3.0)

Das Aldabra-Atoll ist ein Juwel im Indischen Ozean und Heimat von Riesenschildkröten. Die Vielfalt an Fischen und Korallen ist überwältigend. Doch das indische Militär will in der Nähe des Seychellen-Atolls eine Basis bauen. Das Unesco-Welterbe ist in Gefahr. Bitte unterstützen Sie diese Petition zum Schutz der Inseln.

News und Updates Appell

An: den Präsidenten der Republik Seychellen Danny Faure und die Leiterin des Unesco-Welterbezentrums Mechtild Rössler

„Indien will in der Nähe des Aldabra-Atolls, das zu den Seychellen gehört, eine Militärbasis bauen. Das Unesco-Welterbe ist in Gefahr. Schützen Sie das Atoll“

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Das Aldabra-Atoll ist ein Ozean-Paradies wie aus dem Bilderbuch: Aus der Vogelperspektive ist das zweigrößte Atoll der Welt ein vollendeter Ring, unter Wasser ist der Reichtum an Korallen und Fischen einzigartig. Über das Land herrschen Tausende Riesenschildkröten, die es nur noch auf dieser Inselgruppe gibt. Biologen kennen weitere 400 endemische Spezies und Subspezies. Dazu gehört der Aldabra-Drongo, eine Vogelart.

Rund 37 Kilometer südwestlich des eigentlichen Atolls liegt die Isola di Assumption. Dort befinden sich eine Landepiste und Unterkünfte von Wissenschaftlern, die als einzige dauerhaft auf den Inseln leben. Bald schon könnte es mit der Einsamkeit vorbei sein.

Indien will auf Assumption eine Militärbasis bauen – und die Regierung der Seychellen überlässt Assumption den Soldaten für 20 Jahre. Für Indien liegt das Atoll nicht isoliert im Ozean, sondern strategisch günstig im Wettlauf mit dem Rivalen China.

Ein Vertrag über die Basis wurde 2015 unterschrieben. Jetzt soll das Parlament der Seychellen ihn absegnen.

Umweltschützer sind alarmiert. Das Atoll konnte nur ein solches Juwel bleiben, weil es abgelegen ist und nur wenige Menschen die Inseln betreten dürfen. Das würde sich drastisch ändern: Aus dem Paradies würde im Extremfall ein Schlachtfeld.

Durch Bauarbeiter und Soldaten könnten fremde Tier- und Pflanzenarten auf die Inseln eingeschleppt werden, mit unabsehbaren Folgen für das Ökosystem. Schiffe und Flugzeuge verursachen Lärm und belasten die Luft. Zudem besteht die Gefahr von Wasser- und Bodenverschmutzung durch auslaufendes Öl, von einer Ölpest ganz zu schweigen.

Das paradiesische Atoll darf nicht militärischen und geopolitischen Interessen geopfert werden. Bitte unterschreiben Sie unsere Petition zum Schutz des Aldabra-Atolls.

Hinter­gründe

Das Aldabra-Atoll liegt 1.140 Kilometer von der Hauptinsel der Seychellen, Mahé, entfernt. Mit einem gecharterten Boot benötigen Besucher 3,5 Tage für die Anreise. Die Inseln sind eines der isoliertesten Ökosysteme der Erde und blieben weitgehend von menschlichem Einfluss verschont. Abgesehen von einer Forschungsstation auf der Insel Assumption, wo sich auch eine Landepiste befindet, ist das Atoll unbewohnt.

Das Atoll ist das zweitgrößte seiner Art weltweit und rund 125.000 Jahre alt. Die vier größeren Inseln Grand Terre, Malabar, Picard und Polymnie bilden einen Ring und umschließen eine seichte Lagune, in der weitere Inseln mit Seegraswäldern und Mangroven liegen. Hinzu kommt ein artenreiches Außenriff.

Auf dem Aldabra-Atoll wurden 97 Vogelarten bestimmt, darunter neben vielen Seevögeln auch 13 Landvogelarten wie die Weißkehlralle (Dryolimnas cuvieri aldabranus), der Malegassen-Nektarvogel (Cinnyris sovimanga) der endemische Aldabra-Drongo (Dicrurus aldabranus), der Seychellenweber (Foudia sechellarum) und der endemische Aldabra-Buschsänger (Nesillas aldabranus).

Auch ohne die Bedrohung durch die Militärbasis ist die Zukunft des Aldabra-Atolls in Gefahr. Wegen steigender Wassertemperaturen infolge des Klimawandels könnten die Korallen innerhalb der nächsten 80 Jahre komplett ausbleichen und sterben.

Militär gefährdet die Natur des Atolls

Indien und die Seychellen arbeiten bereits militärisch zusammen. So hat Indien dem Inselstaat Dornier-Flugzeuge überlassen und bildet dessen Soldaten aus.

Die Investitionssumme für die Militärbasis ist unklar, es ist von 500 Millionen US-Dollar die Rede. Es geht offenbar um einen Neu- oder Ausbau der Landepiste und einen Hafen.

Befürworter der Militärbasis behaupten, von dort lasse sich auch der illegale Handel etwa mit Elfenbein bekämpfen. Die Zerstörung der Umwelt wird also teilweise mit Umweltschutz begründet.

An­schreiben

An: den Präsidenten der Republik Seychellen Danny Faure und die Leiterin des Unesco-Welterbezentrums Mechtild Rössler

Sehr geehrter Präsident Danny Faure,
sehr geehrte Mechtild Rössler,

das zu den Seychellen gehörende Aldabra-Atoll ist wegen seiner ökologischen Einzigartigkeit seit 1982 Unesco-Welterbe. Die Inseln sind Habitat vieler endemischer Arten und Lebensraum der Aldabra-Riesenschildkröten (Geochelone gigantea).

Die Natur konnte ungestört bestehen, weil das Atoll isoliert im Ozean liegt und kaum von Menschen besucht wird.

Ausgerechnet auf der Isola di Assumption, die rund 37 Kilometer südwestlich des eigentlichen Atolls liegt, will Indien eine Militärbasis bauen. Aus dem Paradies würde im Extremfall ein Schlachtfeld, auf jeden Fall würde die Natur unter dem Einschleppen fremder Arten, unter Lärm und unter der Verschmutzung von Luft-, Boden- und Wasser leiden. Von der Gefahr einer Ölpest ganz zu schweigen. Zudem würden Soldaten womöglich Plastikmüll ins Wasser werfen.

Bitte setzen Sie sich für den Schutz der einzigartigen Inseln ein. Das paradiesische Aldabra-Atoll darf nicht militärischen und geopolitischen Interessen geopfert werden.

Mit freundlichen Grüßen

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