Bitte unterschreiben: Kuhhandel nicht mit uns!

Rinderherde in Mato Grosso Die Mercosur-Staaten wollen mehr Rindfleisch in die EU exportieren (© alffoto / istockphoto.com)

Fällt die Entscheidung noch im September? Die EU macht Druck für umweltschädlichen Freihandel. Durch ein Abkommen mit den Mercosur-Staaten in Südamerika käme noch mehr Rindfleisch auf den europäischen Markt. Wälder und Savannen würden für größere Weiden zerstört. Bitte protestieren Sie: Kein Freihandel mit Mercosur.

News und Updates Appell

An: die EU-Kommission und die Regierungen der EU-Mitgliedstaaten

„Ein Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten ist eine Bedrohung für Menschen und Umwelt. Bitte stoppen Sie das Abkommen.“

Ganzes Anschreiben lesen

Worum es bei den Abkommen mit Südamerika geht, liegt auf der Hand: Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay wollen mehr Rind- und Hühnerfleisch, Zucker und Ethanol in die EU verkaufen. Das leistet der weiteren Intensivierung der Landwirtschaft Vorschub – mit verheerenden Folgen für Menschen und Umwelt.

Für Rindfleisch sollen die Importquoten in die EU deutlich erhöht werden. Höhere Quoten führen unweigerlich zu einer Ausweitung der Fleischproduktion. Höhere Quoten führen unweigerlich zu einer Ausweitung der Fleischproduktion. Für zusätzliche Weiden und den Anbau von Soja würden Wälder und Savannen wie der Cerrado zerstört. Treibhausgase würden frei und belasteten das Klima. In Europa droht durch die größere Konkurrenz von Übersee ein Preiskampf an der Fleischtheke, zulasten ökologischer Landwirtschaft und des Tierwohls.

Eine Intensivierung der Landwirtschaft schadet häufig der Bevölkerung. So werden in Südamerika Soja-Äcker vom Flugzeug aus mit dem Ackergift Glyphosat besprüht und dabei Dörfer eingenebelt. Auf manchen Zuckerrohrplantagen arbeiten Menschen wie Sklaven. Für die Ausweitung von Weiden und Feldern werden Indigene und Kleinbauern vertrieben.

Das EU-Mercosur-Abkommen beschränkt sich nicht auf Import-Quoten und Zölle, sondern erstreckt sich auf „nichttarifäre Handelshemmnisse“, also Umweltstandards, Verbraucher- und Arbeiterrechte. Weil das Abkommen beispielsweise den Import von Zucker in die EU erleichtern soll, könnten Gesundheitskampagnen gegen zu viel Zucker in Süßigkeiten und Getränken erschwert oder gar verhindert werden. Ähnlich sieht es bei gentechnisch manipulierten Pflanzen wie Soja und bei Agrargiften wie Glyphosat aus.

Das Abkommen ist hoch gefährlich und darf nicht zustandekommen. Bitte unterschreiben Sie unsere Petition.

An­schreiben

An: die EU-Kommission und die Regierungen der EU-Mitgliedstaaten

Sehr gehrte Damen und Herren,

die EU strebt ein Handelsabkommen mit den Mercosur-Staaten an. Das Abkommen zielt auf eine Erleichterung von Exporten insbesondere von Rind- und Hühnerfleisch, Zucker und Ethanol nach Europa ab. Damit verbunden ist eine Intensivierung der Landwirtschaft mit negativen Auswirkungen auf die Natur und die ländliche Bevölkerung.

Wir sehen diese Gefahren:

- Höhere Quoten für Rindfleisch führen zu einer gesteigerten Rindfleischproduktion in Südamerika, zu einer Ausdehnung der Weiden und damit zur Rodung von Wäldern und Savannen. Zugleich steigt der Druck auf europäische Landwirte, ihre Produktion zu intensivieren, zulasten des Tierwohls.

- Die zunehmend intensivierte Landwirtschaft in Südamerika ist häufig mit Landrechtskonflikten und Menschenrechtsverletzungen bis hin zu Sklavenarbeit verbunden. Durch den großflächigen Einsatz von Ackergiften wie Glyphosat wird die Gesundheit vieler Menschen gefährdet.

- Regelungen zu nichttarifären Handelshemmnissen bedrohen europäische Umweltstandards, Verbraucher- und Arbeiterrechte. Das in der EU verankerte Vorsorgeprinzip gerät unter Druck, demokratische Prinzipien werden verraten.

Mit Verhandlungen hinter verschlossenen Türen verfolgt die EU-Kommission offenbar die gleiche Strategie wie bei den Abkommen TTIP und CETA, gegen die Millionen Bürger protestiert haben. Die EU scheint diese Kritik nicht ernst zu nehmen und verfolgt mit dem Mercosur-Abkommen eine ebenso schädliche Handelspolitik auf Kosten der Menschen und Umwelt auf beiden Seiten des Atlantiks.

Bitte stoppen Sie das Abkommen.

Mit freundlichen Grüßen

5-Minuten-Info zum Thema: Fleisch / Soja

Die Ausgangslage – Hunger auf Fleisch

Fleisch ist des Deutschen liebstes Gemüse: Mit 88 Kilogramm Fleischverzehr pro Person und Jahr liegen wir über dem EU-Durchschnitt. Seit 1950 hat sich unser Fleischhunger mehr als verdoppelt. Hochgerechnet auf ein Menschenleben verzehrt jeder von uns mehr als 900 Hühner, 46 Schweine und vier Rinder.

Die mehr als 100 Millionen Tiere, die in Deutschland Jahr um Jahr geschlachtet werden, benötigen große Mengen Nahrung. So viel, dass auf einem Drittel der weltweiten Ackerfläche Futtermittel angebaut werden. Statt Menschen zu ernähren, landet so jedes Jahr ein großer Teil der weltweiten Weizen-, Mais-, Gersten- und Sojaernte in Tiermägen. Das Kraftfutter für Schweine und Geflügel in Deutschland besteht zu mehr als 30 Prozent aus Soja. Dieses Soja wird hauptsächlich aus Regenwaldländern importiert.

Die Auswirkungen – Regenwaldrodungen, Monokulturen, Klimawandel

Deutschland und die EU beziehen nahezu ihr gesamtes Futtersoja aus Argentinien, Brasilien und Paraguay. Wo einst üppige Regenwälder und weite Savannen das Landschaftsbild prägten, erstrecken sich die Sojafelder nun auf einer Fläche größer als Deutschland und die Niederlande. Allein für den Sojahunger der deutschen Masttiere wird in Südamerika eine Fläche größer als Brandenburg bestellt. Für die Ausweitungen der riesigen Monokulturen werden wertvolle Wälder gerodet und Menschen vertrieben. Wer bleibt, wird oft krank: Dreiviertel der in Lateinamerika angebauten Sojapflanzen ist Gen-Soja des Agrarkonzerns Monsanto. Sie werden mit dem Spritzmittel Glyphosat behandelt. Das Gift steht im Verdacht, beim Menschen zu Tumoren und Erbgutschäden zu führen. Für die Umwelt ist Glyphosat in jedem Fall hochgiftig. Die Sprüheinsätze vernichten die Artenvielfalt, vergiften die Böden, die Gewässer (einschließlich das Trinkwasser) und die Luft.

Ein weiteres Problem sind die Rinderweiden, die immer tiefer in die Wälder geschlagen werden. Rechnet man Weideland und Futtermittel-Äcker zusammen, so nehmen sie Dreiviertel aller agrarischen Nutzflächen weltweit ein. Die Auswirkungen auf das Klima sind verheerend: Methan aus Rindermägen, CO2 durch Rodungen und Maschineneinsatz, freigesetztes Lachgas aus dem Dünger: 18 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen stammen aus der Viehhaltung.

Die Lösung – Pflanzenkraft und Sonntagsbraten

Die Zukunft der Regenwälder entscheidet sich auch auf unseren Tellern: Die tierischen Produkte auf unserem Speiseplan haben einen Anteil von 72 Prozent an den ernährungsbedingten Treibhausgasemissionen. Verglichen mit nicht-tierischen Lebensmitteln wird für ihre Herstellung ein Vielfaches an Fläche benötigt.

Diese Tipps helfen, Menschen, Natur und Klima zu schützen:

  1. Öfter mal pflanzlich: Seitansteak, Lupinenaufstrich und Hafermilch – leckere und nahrhafte Alternativen zu tierischen Produkten finden sich inzwischen in jedem Supermarkt.
  2. Zurück zum Sonntagsbraten: Wer nicht ganz auf Fleisch verzichten möchte, kann seinen Fleischkonsum auf einen Tag in der Woche reduzieren und Produkte aus Massentierhaltung meiden. Fleisch mit dem Siegel der Bio-Anbauverbände Demeter und Bioland wird ohne konventionelles Sojafutter produziert.
  3. Aber bitte mit Soja: Nur circa zwei Prozent der Sojaernte wird zu Tofuschnitzeln, Sojajoghurt und ähnlichen Produkten verarbeitet. Hierfür muss kein Regenwald gerodet werden – geerntet wird meist auf europäischen Äckern.
  4. Lebensmittelverschwendung stoppen: Pro Jahr landet in Deutschland das Fleisch von 53 Millionen Tiere im Hausmüll. Bewusstes Einkaufen kann Leben retten.
  5. Protest über den Tellerrand hinaus: Auf Demonstrationen wie „Wir haben es satt“ oder dem „March against Monsanto“ setzen sich Zehntausende Menschen für eine gesunde, tier-, mensch- und klimafreundliche Landwirtschaft ein und üben Druck auf Politiker aus. Für die demofreie Zeit sind Online-Petitionen und Briefe an die Volksvertreter eine gute Alternative.
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Diese Petition ist in folgenden Sprachen verfügbar:

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