Es ist höchste Zeit: Die EU muss die Abholzung der Wälder stoppen!

Tractor Clearing Forest Burn Soja, Palmöl, Papier: Wälder werden für den Export in die EU zerstört (© Jim Wickens / Ecostorm & MPD01605 / Flickr - Collage Rainforest Rescue - CC BY-SA 2.0)

Wussten Sie, dass unser täglicher Konsum weltweit die Abholzung vorantreibt? 70% der globalen Entwaldung erfolgen für die Produktion von Rindfleisch, Soja, Palmöl und Kakao. Die EU importiert Millionen Tonnen dieser Agrarprodukte und hat sich verpflichtet, die Rodungen bis zum Jahr 2020 zu stoppen. Sie muss jetzt endlich handeln!

Appell

An: Herr Jean-Claude Juncker, Präsident der EU-Kommission; Kopien an: Die EU-Vize-Präsidenten Jyrki Katainen & Frans Timmermans; EU Kommissare Cecilia Malmström & Miguel Arias Cañete

„Die EU muss endlich ihre Verpflichtungen erfüllen. Wir brauchen dringend einen EU-Aktionsplan zum Schutz der Wälder und zur Einhaltung der Menschenrechte.“

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Kakao, Palmöl, Rindfleisch und Soja - diese Agrarprodukte sind wichtige Bestandteile unseres täglichen Konsums: Kakao wird zu Schokolade verarbeitet, Palmöl ist in Tausenden von Fertigprodukten im Supermarkt, in Kosmetika und im Dieselkraftstoff enthalten. Und über 70% der weltweiten Sojaproduktion dienen als Tierfutter, damit wir Fleisch, Eier und Milcherzeugnisse verspeisen können.

Um die dafür benötigten Anbau- und Weideflächen zu schaffen, wird weltweit massiv abgeholzt. Die Tropenwälder in der Elfenbeinküste, Indonesien, Argentinien, Brasilien und vielen weiteren Ländern gehen in Flammen auf. Die Ausweitung der Plantagen und Betriebe führt auch zu Zwangsräumungen, Gewalt, Einschüchterung, Sklavenarbeit und Mord an lokalen Einwohnern und Umweltschützern.

Die EU ist der zweitgrößte Importeur von landwirtschaftlichen Erzeugnissen, die aus der Abholzung der Wälder der Erde stammen. Eine Waldfläche von der Größe Portugals fiel zwischen 1990 und 2005 den Rodungen zum Opfer, weil in der EU Waren konsumiert wurden, die auf größtenteils illegal abgeholzten Flächen angebaut wurden.

Dabei hat sich die EU verpflichtet, die Zerstörung der Wälder bis zum Jahr 2020 zu stoppen und rückgängig zu machen. Doch die dafür notwendigen Maßnahmen hat sie nie ergriffen.

Die EU muss die verbliebenen 20 Monate nutzen und jetzt handeln!

Bitte unterzeichnen Sie die Petition von zwanzig Umweltorganisationen aus aller Welt an den EU-Kommissionspräsidenten Juncker. Fordern Sie mit uns dazu auf, dass die EU ihren Verpflichtungen zur Eindämmung der Entwaldung nachkommt.

Die EU-Kommission muss einen Aktionsplan zum Schutz der Wälder und der Rechte der dort lebenden Völker vorlegen. Schluss mit den Agrarimporten aus Waldrodung und der Verletzungen der Menschenrechte!

Hinter­gründe

PETITION 1137 - Logos NGOs

Organisationen, die die Petition unterstützen

Die schrecklichen Auswirkungen industrieller Agrarrohstoffe auf Wälder und Menschenrechte

Die Produktion von Agrarrohstoffen verletzt die Menschenrechte der lokalen Gemeinschaften.

Zeugnis: Jamaludin aus der Semunying-Gemeinde in Kalimantan (Borneo), Indonesien: "Wir werden vom Staat kriminalisiert, wir fragten warum? Ist es falsch, dass wir für unsere Rechte kämpfen? Die polizeiliche Behandlung von uns im Gefängnis war unmenschlich. Wir wurden von den Behörden bedroht."

Die Produktion von Rindfleisch und der Anbau von Kakao, Palmöl und Soja kann tödlich sein. Die Ausweitung von Plantagen und Farmen führt zu Zwangsräumungen, Gewalt, Einschüchterung, Sklavenarbeit und Mord an lokalen Gemeinschaften und Aktivisten.

Umweltschützer und Menschenrechtler werden kriminalisiert und ermordet: Mitte April dieses Jahres wurde der Palmölgegner Nazildo dos Santos Brito in Brasilien umgebracht, weil er die Landrechte verteidigte. Laut Global Witness wurden 2016 200 Menschen getötet, die ihr Land, ihre Wälder und Flüsse gegen zerstörerische Industrien verteidigten. Brasilien ist eines der gefährlichsten Länder für Aktivisten: Laut der brasilianischen Pastoralen Landkommission (CPT) wurden dort zwischen 1995 und 2014 3.964 Menschen im Zusammenhang mit ländlichen Konflikten mit Arbeitern, Gewerkschafts- und sozialen Bewegungen sowie Menschenrechtsgruppen inhaftiert.

Nichtregierungsorganisationen und Medien haben auch unzählige Fälle dokumentiert, in denen lokale Gemeinschaften als Folge von Palmöl-Übergriffen weltweit vertrieben wurden oder keinen Zugang zu ihren Lebensgrundlagen mehr hatten. Allein in Indonesien gibt es rund 4.000 Landkonflikte zwischen Gemeinden und der Palmölindustrie.

Die Rechte der Menschen, die in den Plantagen arbeiten, werden verletzt. Die Armut der Kakaobauern ist die Wurzel der Kinderarbeit in Westafrika. Mehr als zwei Millionen Kinder waren 2013/14 in der Elfenbeinküste und in Ghana unter gefährlichen Bedingungen im Kakaoanbau beschäftigt. In den Palmölplantagen gehören Hungerlöhne, unzureichende Gesundheits- und Sicherheitsvorkehrungen, der Handel mit Arbeitskräften und die Schuldknechtschaft zum Alltag.

Die Produktion von Agrarrohstoffen hat schreckliche Auswirkungen auf die Gesundheit: Die Agrarindustrie verwendet Herbizide wie Glyphosat und genetisch veränderte Organismen zum Anbau von Soja, die das Wasser vergiften und Krankheiten von Menschen und Tieren verursachen.

Zeugnis: Catalina Cendra, Bäuerin aus dem Chaco, Argentinien: "Sie sind gekommen, um uns hier im Chaco mit Soja krank zu machen. Und ich glaube auch in ganz Argentinien. ... Sie rücken an, säen, vergiften, ernten und verschwinden. ...

Die Flugzeuge [mit den Spritzmitteln] flogen um 6:00 Uhr morgens. Sie vergifteten das Wassertank und den Brunnen. Wir und die Tiere tranken es. Wir sind krank geworden, meine Tiere und ich. Sie haben uns krank gemacht."

Die Produktion industrieller Agrarrohstoffe zerstört Natur und Tierwelt:

Zeugnis: Margareta aus der Gemeinde Semunying in Kalimantan (Borneo), Indonesien: "Wir haben keine Wälder mehr - das macht mich sehr traurig. Seit die Ölpalmplantagen hier ihren Betrieb aufgenommen haben, ist die Familie gespalten und es gibt Konflikte. Unsere Wälder sind zerstört worden. Ich weiß nicht, wie die Natur sich erholen wird. Ohne sie hat das Leben keine Bedeutung. "

Die Probleme sind vielschichtig: Für die Rinderzucht werden zum Beispiel die Wälder zunächst gerodet, um Platz für Weiden zu schaffen. Später werden die Flächen in Sojamonokulturen umgewandelt, was profitabler ist. Um die verloren gegangenen Rinderweiden zu ersetzen, werden neue auf Kosten der noch bestehenden Wälder angelegt. Das ist das routinemäßige Vorgehen in Brasilien.

Ölpalmen werden nur in äquatornahen Regionen wie Indonesien und Malaysia angebaut. Die Ausweitung der Plantagen hat besonders negative Auswirkungen auf die tropischen Regenwälder und ihre reiche Artenvielfalt.

Kakao hat in Westafrika massive Abholzung verursacht. Zum Beispiel hat die Elfenbeinküste, der weltgrößte Produzent, seit 1960 fast 80% ihrer Waldfläche verloren.

Zeugnis: Henri, ein traditioneller Anführer aus der Nähe der Stadt Diafla, Elfenbeinküste: "Hier wuchsen früher einmal überall Bäume. Aber Bauern verbrannten sie, um Kakao anzupflanzen."

Über freiwillige Selbstverpflichtungen hinausgehen

Die Zahl freiwilliger Selbstverpflichtungen von Unternehmen, die Entwaldung für die Landwirtschaft zu stoppen, ist rapide gestiegen. Doch die Entwaldung schreitet weiter voran.

Denn nur sehr wenige Unternehmen können die Produkte, die sie verwenden, tatsächlich bis zu dem Betrieb oder der Plantage in den Wäldern zurückverfolgen, aus denen sie ursprünglich stammen, wie die nachfolgenden Zahlen veranschaulichen. Lediglich 2% der Palmölfirmen können den Ursprung der Ölpalmfrüchte vollständig bis zur Plantage im Regenwald nachweisen. Und nur 14% des Soja lässt sich bis zum Anbaubetrieb zurückverfolgen.

In der Rindfleischindustrie hatten 2017 nur 17% der bewerteten Unternehmen eine eigene Firmenpolitik zum Schutz der Wälder.

Aus diesem Grund ist staatliches Handeln erforderlich. Die Politik muss tätig werden und die EU spielt dabei eine Schlüsselrolle!

Die EU, ein Top-Importeur mit hoher Verantwortung

Aussage: Mehrere Mitglieder des Europäischen Parlaments haben die Europäische Kommission wiederholt aufgefordert, Gesetze auszuarbeiten, damit die Lebensmittel, die wir importieren und konsumieren, keine negativen sozialen und ökologischen Auswirkungen haben: Die EU hat die Pflicht zu handeln.

Die Europäische Union ist der zweitgrößte Importeur von landwirtschaftlichen Produkten aus Entwaldung. Aufgrund des Konsums von Agrarprodukten der EU ging zwischen 1990 und 2005 weltweit eine Waldfläche verloren, die der Größe Portugals entspricht und zwar durch größtenteils illegale Rodungen.

Die EU ist mit einem Anteil von 60% der weltweit größte Importeur von Rohkakao. Sie ist der zweitwichtigste Importeur von Soja und Palmöl. Und sie ist auch einer der wichtigsten Importeure von Rindfleisch aus der Mercosur-Region, zu der Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay gehören.

Die EU hat daher die Pflicht zu handeln und die Abholzung der Wälder aus der landwirtschaftlichen Produktion zu stoppen.

Die EU muss ihrem internationalen Engagement, die Entwaldung aufzuhalten, gerecht werden

Die Europäische Union hat sich verpflichtet, die Entwaldung bis 2020 zu stoppen.

Bei den Importen von Fisch und Holz konnte die EU bereits eine Gesetzgebung in Kraft setzen, dass diese aus legalen Quellen stammen müssen. Doch die EU hat bisher keine Maßnahmen ergriffen, um die negativen Auswirkungen von landwirtschaftlichen Produkten zu bekämpfen.

Bis zum Jahr 2020 sind es nur noch 20 Monate. Die EU muss jetzt handeln!

Im März 2018 veröffentlichte die Europäische Kommission Optionen zur Bekämpfung der Entwaldung. Deutschland, Frankreich, das Vereinigte Königreich, die Niederlande, Dänemark, Mitglieder des Europäischen Parlaments, fortschrittliche Unternehmen und NGOs weltweit haben EU-Kommissionspräsident Juncker aufgefordert, tätig zu werden.

Aber Präsident Juncker hört bisher nicht zu.

Sie können etwas bewirken: Unterschreiben Sie diese Petition, um den EU-Kommissionspräsidenten zu bitten, seinen Verpflichtungen nachzukommen, die Entwaldung aufzuhalten. Er muss einen EU-Aktionsplan mit Vorschriften zum Schutz der Wälder und der Rechte der Waldvölker vorschlagen. Diese sollen gewährleisten, dass keine mit der EU verbundenen Produkte oder Finanztransaktionen die Abholzung oder Degradierung der Wälder sowie Menschenrechtsverletzungen verursachen.

An­schreiben

An: Herr Jean-Claude Juncker, Präsident der EU-Kommission; Kopien an: Die EU-Vize-Präsidenten Jyrki Katainen & Frans Timmermans; EU Kommissare Cecilia Malmström & Miguel Arias Cañete

Sehr geehrter Herr EU-Präsident Juncker,

Wälder sind für das Leben auf der Erde unabdingbar. Sie sind der Lebensraum für 80 Prozent der Biodiversität an Land, sie sind entscheidend für unser Klima und sie bilden die Lebensgrundlagen für jeden sechsten Menschen weltweit.

Wie Sie wissen sind tropische Trocken- und Regenwälder und deren Bewohner bedroht – sowohl Waldvölker als auch Tiere und Pflanzen. Der Anbau, die Produktion, der Handel und der Verzehr von alltäglichen Agrarrohstoffen wie Kakao, Palmöl, Rindfleisch und Soja, führen zu großflächiger Entwaldung, Umweltverschmutzung, Landraub und Menschenrechtsverletzungen.

Als größter Importeur von Kakao und zweitgrößter Importeur von Soja und Palmöl hat die Europäische Union die Pflicht zu handeln - und sie hat die Macht, diese Auswirkungen zu verhindern.

Obwohl sich die EU verpflichtet hat, die Entwaldung und die Schädigung der Wälder bis zum Jahr 2020 zu beenden und rückgängig zu machen, hat sie nicht die dazu notwendigen Maßnahmen ergriffen, um die schrecklichen Auswirkungen des Konsums dieser Güter zu verhindern.

Eine von der Kommission im März 2018 veröffentlichte Studie schlägt Möglichkeiten zur Bekämpfung der Entwaldung vor. Bislang hat sich die Kommission jedoch nicht zu einem Aktionsplan verpflichtet, obwohl die EU-Mitgliedstaaten, darunter Deutschland, Frankreich, das Vereinigte Königreich, die Niederlande und Dänemark, Mitglieder des Europäischen Parlaments, fortschrittliche Unternehmen und Nichtregierungsorganisationen die Kommission aufgerufen haben, zu handeln.

Der EU bleiben nur noch 20 Monate, um ihr internationales Engagement für die Entwaldung aufrechtzuerhalten. Die Europäische Kommission muss daher dringend verbindliche Rechtsvorschriften vorschlagen, damit deren volle Wirkung bis zum Jahr 2020 spürbar wird.

Wir, die unterzeichnenden Bürgerinnen und Bürger aus aller Welt, fordern Sie auf, den Verpflichtungen der EU nachzukommen. Wir fordern, dass Sie dringend einen EU-Aktionsplan mit Rechtsvorschriften zum Schutz der Wälder und der Rechte von Waldvölkern vorlegen. Diese müssen garantieren, dass keine mit der EU verbundenen Produkte oder Finanztransaktionen zu Entwaldung, Waldzerstörung oder Menschenrechtsverletzungen führen.

Mit freundlichen Grüßen

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