Bauern und Bürger gegen Großprojekt!

Feld + Text "Großsiedlung auf Ackerland. Wo wächst dann unser Essen? IN BRASILIEN."

Bürger und Umweltvereine wenden sich gegen eine geplante Großsiedlung am Rande von Freiburg im Breisgau. Auf 169 Hektar Land sollen Wohnblöcke für 15.000 Menschen entstehen – dort, wo sich Äcker, Wiesen und Waldflächen erstrecken. Die Anwohner wollen die Natur bewahren – Asphalt und Beton gibt es in der Region mehr als genug.

Appell

An: den Oberbürgermeister und Gemeinderat von Freiburg

„Äcker, Wiesen und Wald in der Dietenbach-Niederung in Freiburg erhalten – keine Siedlung für 15.000 Menschen. Stoppt Asphalt und Beton!“

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Im Westen von Freiburg - zwischen Autobahn, Schnellstraßen, Wohnsiedlungen und dem Naturschutzgebiet Rieselfeld - erstreckt sich auf 169 Hektar Land die Dietenbach-Niederung. Bauern pflanzen dort Getreide, Mais und Sonnenblumen an oder fahren Heu von den Wiesen ein. Es sind die letzten landwirtschaftlichen Flächen Freiburgs. Und auf einem Drittel der Fläche steht Wald.

Doch genau hier will der Gemeinderat ein neues Stadtviertel für 15.000 Menschen bauen. 100 Hektar fruchtbare Böden sollen unter Wohnhäusern verschwinden. Den Landwirten droht die Enteignung oder das Auslaufen der Pachtverträge.

Die regionale Landwirtschaft, politisch mit schönen Worten oft gewollt, soll hier zugrunde gerichtet werden. Unseren Böden, die Lebensgrundlagen von Menschen, Tieren und Pflanzen, droht die Versiegelung mit Asphalt und Beton.

Ersatzflächen für die Bauern stehen in der dichtbesiedelten Region ebensowenig zur Verfügung wie Ausgleichsflächen für die Natur.

Für das geplante “ökologische” Riesen-Neubaugebiet muss die Niederung bis zu drei Meter hoch aufgeschüttet werden. Vier bis fünf Millionen Tonnen Auffüllmaterial sind dazu notwendig, das entspricht 422.000 Lkw-Fahrten, rechnet die Bürgerinitiative Pro Landwirtschaft und Wald vor, die sich mit 14 Umwelt- und Naturschutzvereinen zusammengeschlossen hat.

Gemeinsam mit vielen Unterstützern wurden in den letzten Wochen erfolgreich Unterschriften für ein Bürgerbegehren gesammelt. Der Bürgerentscheid über das Bauprojekt soll Ende Februrar 2019 stattfinden.

Bundesweit werden 62 Hektar Land täglich zubetoniert – das entspricht ca. 80 Fußballfeldern - für Straßen, Gewerbegebiete und Siedlungen. Der Flächenverbrauch in Deutschland muss gestoppt werden. Wir sind auf dem besten Weg, unsere Böden und Lebensgrundlagen zu vernichten.

Hinter­gründe

Die Lokalpolitiker versprechen bezahlbaren Wohnraum für alle, doch die zukünftigen Bewohner sind wohl eher betuchte Bürger aus anderen Teilen der Republik, die in Freiburg im Grünen wohnen wollen.

Der sparsame Umgang mit der Ressource Boden ist auch im Rahmen der Siedlungsentwicklung oberstes Gebot, schreibt die Stadt Freiburg in einer ihrer Umweltbroschüren.

Hinzu kommt: Die Dietenbach-Niederung ist ein natürliches Überschwemmungsgebiet, hier besteht eigentlich absolutes Bauverbot. Solche Flächen sind nicht nur ökologisch wichtig. Sie nehmen bei starken Regenfällen die Wassermassen auf und regulieren so die Pegelstände flussabwärts.

Alternativen wie das Aufstocken von Gebäuden, Ausbauen von Dachgeschossen, Überbauen von Parkplätzen und viele andere innerstädtische Möglichkeiten werden von der Stadtverwaltung nicht ausreichend verfolgt. Und nicht zu vergessen – die Immobilieninvestment-Branche drängt bei den derzeitigen niedrigen Zinsen zum Neubau.

Für das erfolgreiche Bürgerbegehren wurden über 17.600 Unterschriften von Freiburger Wahlberechtigten gesammelt und der Stadtverwaltung übergeben. Die Stadt Freiburg konnte nach Auszählung von 12.500 gültigen Stimmen das Zählen abbrechen, die erforderlichen 7% der Bürger (laut Gemeindeordnung für Baden-Württemberg) wurden somit weit übertroffen

Der Bürgerentscheid über das Schicksal der Dietenbach-Niederung findet voraussichtlich Ende Februar 2019 statt. Den genauen Termin beschließt der Gemeinderat in seiner Sitzung am 27. November. Innerhalb von vier Monaten nach der Entscheidung über die Zulässigkeit ist dann der Bürgerentscheid durchzuführen.

Weitere Informationen

An­schreiben

An: den Oberbürgermeister und Gemeinderat von Freiburg

Sehr geehrte Gemeinderäte,  sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, 

mit jedem Quadratmeter, der in Dietenbach versiegelt wird und für immer unter Beton verschwindet soll, schwinden auch unsere Lebensgrundlagen. Denn wir Menschen leben vom Boden. Und nicht von Edeka, Aldi & Co und den Fernlastern.

Unsere regionale Landwirtschaft steht auf dem Spiel. Handeln und Alternativen suchen ist gefragt, will man uns Bürgern und den letzten Landwirten in Freiburg nicht die Existenzgrundlagen rauben.  

Wir appellieren an Sie: nehmen Sie Ihre Verantwortung für Mensch und Umwelt ernst. Es darf kein „Weiter so“ mehr geben, der Flächenverbrauch ist noch immer dramatisch hoch. Viel zu hoch.

Wir müssen dringend nach neuen Lösungen und Alternativen suchen, sonst gibt es sehr bald keine Felder und Wiesen mehr bei uns, und ein Siedlungsbrei zieht sich durch die Landschaft.

Stoppen Sie die ökologische Katastrophe Dietenbach. Jetzt!

Mit freundlichen Grüßen

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