Keine Windkraftanlagen im Wald

Fotomontage Sababurg im Reinhardswald und Windkraftanlagen Fotomontage: So nahe stünden die Windräder an der Sababurg (© www.rettet-den-reinhardswald.de)

Der Reinhardswald ist das „Schatzhaus der europäischen Wälder“. Doch in Hessens größtem Waldgebiet sollen 20 Windräder errichtet werden. Örtliche Umweltschützer wollen das Projekt verhindern und sind nicht allein. Bundesweit wehren sich Bürger gegen Windkraftanlagen im Wald.

Appell

An: Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

„Klimaschutz darf nicht zulasten der Wälder gehen – die Ökologie setzt unserem Energieverbrauch Grenzen, nicht umgekehrt.“

Ganzes Anschreiben lesen

Das Projekt im Reinhardswald ist besonders akut: Der Betreiber hat 20 der 245 Meter hohen Windräder bestellt. Voll ausgebaut soll der Windpark mehr Strom produzieren, als 100.000 Haushalte verbrauchen. Ein Wind-Industriegebiet in Grimms Märchenwald, der durch seinen Artenreichtum und seine vielfältigen Ökosysteme besticht.

Der Schaden an der Natur wäre beachtlich: Für den Bau würden pro Windrad bis zu 2 Hektar Wald geschädigt, Unmengen Beton würden vergossen, Zigtausende Lkw-Fahrten wären nötig, große Teile des Gebietes würden durch Zufahrtswege zerschnitten. Während des Betriebs gefährden Windräder Tiere wie Rotmilane und Fledermäuse.

Mehrere Bürgerinitiativen und Bürgermeister kämpfen seit Jahren gegen das Vorhaben und haben den Bau bisher verhindert.

Der Reinhardswald ist kein Einzelfall. Bundesweit wehren sich Menschen gegen Windräder. Derzeit laufen Klagen gegen mehr als 300 Windenergieanlagen. In 75 Prozent der Fälle geht es um Artenschutz.

Angesichts der Klimakatastrophe müssen wir aus fossilen Energiequellen Kohle, Öl und Gas aussteigen. Doch auch Windenergie und Biomasse richten erhebliche Schäden an. Ein blindes „Ja“ zu Erneuerbaren ist gefährlich, weil Wald- und Artenschutz nicht vergessen werden dürfen.

Wälder sind Lebensraum vieler Tiere und Pflanzen und spielen eine wichtige Rolle im Kampf ums Klima, da sie große Mengen Kohlendioxid speichern. Waldschutz und Aufforstung sind ein Königsweg im Klimaschutz. Für Windräder Bäume zu fällen, scheint da besonders widersinnig.

Statt zu versuchen, fossile Energien 1:1 durch Erneuerbare zu ersetzen, müssen wir unseren Energieverbrauch drastisch senken.

Die Ökologie setzt unserem Energieverbrauch Grenzen, nicht umgekehrt.

Bitte helfen Sie, den Reinhardswald und andere Wälder zu schützen.

Hinter­gründe

Mit den 20 Windrädern auf dem Farrenplatz und Langenberg/Hahneberg sind die festgelegten Vorrangflächen im Reinhardswald nicht ausgeschöpft. Insgesamt können in sieben Gebieten bis zu 50 Anlagen gebaut werden.

Weil der Reinhardswald als „gemeindefreies Gebiet“ im Besitz des Landes Hessen ist, sind die umliegenden Gemeinden weitgehend Zuschauer im Planungsverfahren. Daran ändert auch eine Resolution von Bürgermeistern, die mehr als 60.000 Einwohner repräsentieren, wenig.

Klagen von Umweltschützern und Bürgerinitiativen sind keinesfalls die Hauptursache dafür, warum der politisch gewollte Ausbau der Windenergie stockt: Mehr als 1.000 Anlagen werden aus Gründen der zivilen und militärischen Flugsicherheit blockiert, außerdem spielt ein verqueres Förderungsverfahren eine Rolle.

Zigtausende Vögel werden durch Windkraftanlagen getötet

Nach Einschätzung des Nabu werden pro Jahr mehr als 100.000 Vögel von Windkraftanlagen getötet, darunter bis zu 12.000 Mäusebussarde und 1500 Rotmilane. Unter den zwischen 1989 und 2018 tot unter Windrädern aufgefundenen und gemeldeten Vögeln waren 157 Seeadler, 561 Mäusebussarde und 458 Rotmilane.

An­schreiben

An: Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Sehr geehrte Ministerin Priska Hinz,

angesichts der Klimakatastrophe müssen wir aus der Nutzung der fossilen Energiequellen Kohle, Erdöl und Gas aussteigen. Doch auch Windenergie und Biomasse richten erhebliche Schäden an. Ein blindes „Ja“ zu Erneuerbaren ist gefährlich, weil Wald- und Artenschutz nicht vergessen werden dürfen.

Wälder sind Lebensraum vieler Tiere und Pflanzen und spielen eine wichtige Rolle im Kampf ums Klima, da sie große Mengen Kohlendioxid speichern. Waldschutz und Aufforstung sind ein Königsweg im Klimaschutz.

Für Windräder Bäume zu fällen, scheint da besonders widersinnig.

Das Windenergie-Projekt im Reinhardswald ist ein eklatantes Beispiel für diese verfehlte Klimaschutzpolitik. Hessens größtes zusammenhängendes Waldgebiet gilt aufgrund seines Artenreichtums, seiner ökologischen Vielfalt und seines Alters als „Schatzhaus der europäischen Wälder“.

Viele Einwohner der Region lehnen das Projekt ab, weil sie sich Sorgen um die Natur, den Artenschutz, aber auch um den Charakter der Landschaft mit ihrem Erholungswert und ihrem Tourismuspotential machen.

Wir fordern Sie daher auf: Stoppen Sie das Windenergie-Projekt im Reinhardswald.

Klimaschutz darf nicht gegen Waldschutz gehen – die Ökologie setzt unserem Energieverbrauch Grenzen, nicht umgekehrt.

Mit freundlichen Grüßen

2.858

Helfen Sie, das Etappenziel von 50.000 Unterstützern zu erreichen:

Wir verwenden Ihre Daten ausschließlich für unsere Kampagnen. Eine Weitergabe an Dritte findet nicht statt.

Letzte Aktivitäten
Mehr letzte Aktivitäten