Bitte protestiert: Windenergielobby will Artenschutz aushebeln

Toter Rotmilan vor Windkraftwerken Toter Rotmilan vor Windkraftwerken (© Gurelur)

Auf einem „Windgipfel“ der Bundesregierung will die Windkraft-Branche den Artenschutz aufweichen. Ziel ist es, den Bau neuer Windkraftanlagen zügiger voranzutreiben – auf Kosten der Tierwelt. Juristen und Umweltschützer protestieren. Die Rotorblätter erschlagen schon jetzt jährlich 250.000 Fledermäuse und Tausende Vögel.

Appell

An: Bundesregierung

„Den Schutz von Fledermäusen und Vögeln nicht den Geschäftsinteressen der Windkraft-Lobby opfern“

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Für den Lobbyverband der Windkraft-Industrie BWE verläuft der Ausbau der Windenergie in Deutschland nicht schnell genug. Der Artenschutz, regionalplanerische Hemmnisse und Klagen von Bürgern („Gegnern“) würden die Genehmigungsverfahren für neue Windparks besonders stark behindern, kritisiert der Verband in seinem „Aktionsplan für mehr Genehmigungen von Windenergieanlagen an Land“.

Das größte Hindernis sei demnach die „oft überzogene, unverhältnismäßige Auslegung des Artenschutzes“. Das Tötungsverbot gefährdeter Wildtiere nach Paragraf 44 des Bundesnaturschutzgesetz habe sich zu einem „absoluten Planungshindernis“ entwickelt.

Kollisionen von Vögeln an Windenergieanlagen seien statistisch seltene Ereignisse, behauptet der Verband und erwähnt Fledermäuse auf seinen seitenweisen Betrachtungen nicht einmal. Das deutsche Artenschutzrecht, das die absichtliche Tötung von Tieren besonders geschützter Arten verbiete, müsse angepasst werden. Die Windenergie-Lobby fordert, „im Zweifel für die Windenergie zu entscheiden“.

Bitte unterstützen Sie unsere Petition. Am kommenden Mittwoch hat die Bundesregierung die Vertreter der Windenergie-Branche zum „Windgipfel“ nach Berlin eingeladen, berichtet die Zeitung Welt.

Wir fordern die Bundesregierung auf, den Schutz der Artenvielfalt und Natur zu verstärken. Unsere Fledermäuse und Vögel brauchen Schutz. Forscher schätzen, dass pro Jahr mehr als 250.000 Fledermäuse an Windkraftanlagen sterben, die meisten davon wandernde Arten.

Video des Naturfilmers Andreas Kieling zum Thema. Dreiviertel aller Tier- und Pflanzenarten sowie Habitate befinden sich nach Angaben des Umweltministeriums und der EU in einem unzureichenden oder schlechten Zustand. Sie drohen auszusterben.

Hinter­gründe

Der Naturfilmer Andreas Kieling zeigt in dem nachfolgenden Kurzvideo auf Facebook und Youtube die Auswirkungen von Windparks auf Fledermäuse und Vögel. Wie viele Tiere tatsächlich in Windparks getötet oder verletzt werden, lässt sich nur sehr schwer dokumentieren. Die Kadaver der Tiere werden innerhalb kürzester Zeit von Tieren wie Fuchs, Marder und Wildschwein wegtransportiert und verspeist:

https://www.facebook.com/Andreas.Kieling/videos/10153547311807085/?v=10153547311807085

https://www.youtube.com/watch?v=7jzKMVFUcJo

Forscher schätzen, dass pro Jahr mehr als 250.000 Fledermäuse an Windkraftanlagen sterben, die meisten davon wandernde Arten.

30.518 Windkraftanlagen sind in Deutschland laut Angaben des Bundesverbands Windenergie bereits installiert. Doch die inzwischen fast überall sichtbaren Windräder decken lediglich 3% des Primärenergieverbrauchs Deutschlands. Inzwischen werden die Anlagen sogar schon in Wäldern und Naturschutzgebieten aufgestellt. ZDF-Reportage "Windräder im Reinhardswald".

Problem steigender Stromverbrauch

Der Stromverbrauch in Deutschland ist seit Beginn der 1990er Jahre im Trend gestiegen, schreibt das Umweltbundesamt. Auf 520 Milliarden Kilowattstunden belief sich im Jahr 2017 unser Elektrizitätskonsum. Laut dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e. V. waren es sogar 558 Milliarden Kilowattstunden. Den meisten Strom verbrauchen demnach die Industrie, gefolgt vom Gewerbe-, Handels- und Dienstleistungssektor, den privaten Haushalten und dem Verkehrssektor.

Wir müssen unsere Energieverbrauch dringend drastisch reduzieren. Die einzige umweltfreundliche Maßnahme ist es, Energie zu sparen.

An­schreiben

An: Bundesregierung

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Bundesregierung hat die Windenergie-Branche zum „Windgipfel“ eingeladen. Obwohl die Bestandszahlen von Vögeln und Fledermäusen in Deutschland seit vielen Jahren dramatisch zurückgehen, fordert die Windkraft-Lobby die Aufweichung der Arten- und Naturschutzgesetze.

Wir fordern die Bundesregierung dazu auf, den Forderungen der Windkraft-Branche eine klare Absage zu erteilen. Entscheiden Sie sich für den Schutz unserer Fledermäuse und Vögel. Außerdem muss unser Energieverbrauch dringend drastisch reduziert werden.

Mit freundlichen Grüßen

Fußnoten

250.000 Fledermäuse

European Journal of Wildlife Research, 2015, Wildlife and renewable energy: German politics cross migratory bats, https://link.springer.com/article/10.1007%2Fs10344-015-0903-y

(…) Presumably, more than 250,000 bats are killed annually due to interactions with German wind turbines, and total losses may account for more than two million killed bats over the past 10 years, if mitigation measures were not practiced. (...)

Weitere Artikel zum Thema:

Scinexx, 2016, Windparks als Fledermaus-Magneten - Weibchen sind zurzeit besonders vom Tod in der Windkraft-Anlage gefährdet: https://www.scinexx.de/news/biowissen/windparks-als-fledermaus-magneten/

(…)Forscher schätzen, dass pro Jahr mehr als 250.000 Fledermäuse an Windkraftanlagen sterben, die meisten davon wandernde Arten. (…)

Nature, 2016, Habitat use of bats in relation to wind turbines revealed by GPS tracking: https://www.nature.com/articles/srep28961

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