Zieht euch warm an!

Fotomontage: Zwei Hände mit Wollstulpen über der Tastatur eines Laptops. Auf dem Bildschirm steht zu lesen: Energiesparen für Klima & Frieden. Ich mach mit! Im Hintergrund eine Aufnahme der Erde. © Collage/RdR

Wir sind über den Krieg in der Ukraine schockiert und mit unseren Gedanken bei den Menschen. Unser enormer Verbrauch von Gas, Öl und Kohle zerstört nicht nur die Umwelt und das Weltklima, sondern auch Menschenleben. Wir brauchen nicht nur mehr erneuerbare Energie, wir sollten auch unseren Energieverbrauch reduzieren.

Appell

„Helfen Sie Energie einsparen! Wenn wir alle unseren Energieverbrauch rasch reduzieren, schützen wir die Umwelt, das Weltklima und Menschenleben.“

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Obwohl es große Fortschritte beim Ausbau der erneuerbaren Energien gibt, sind die EU und ganz besonders Deutschland weiterhin sehr abhängig von Erdgas, Erdöl und Kohle. 19 % des deutschen Bruttoendenergieverbrauchs werden laut Umweltbundesamt aus erneuerbaren Energien gedeckt, aber noch immer 81 % aus fossilen Energien und Kernkraft.

Russland nimmt dabei die Schlüsselrolle ein: Jeweils über die Hälfte des nach Deutschland importieren Erdgases und der Kohle sowie über ein Drittel des Erdöls kamen laut der Bundesregierung von dort. Insgesamt 33 Milliarden Euro wurden im vergangenen Jahr nach Russland überwiesen, das meiste davon für Gas und Öl.

Trotz des Krieges und Putins Drohungen mit Atomwaffen sollen die Energieimporte erst einmal weiter laufen. Währenddessen suchen Bundesregierung und EU nach Alternativen, auch für den Fall, dass Russland die Lieferungen unterbrechen sollte.

Doch Fracking- und Flüssiggas aus den USA und Katar, mehr Erdöl aus Ländern wie Libyen oder Kasachstan, mehr Kohle aus Australien oder Kolumbien sind für die Menschen in den Fördergebieten, die Umwelt und das Weltklima keine Lösung.

Unser enormer Energieverbrauch ist auch für die Menschen im globalen Süden sehr ungerecht. In Deutschland ist der jährliche Energieverbrauch pro Kopf laut der UNO mit 152 Gigajoule doppelt so hoch wie im globalen Durchschnitt und übertrifft den von Indien um das Vierfache sowie von Afrika um fast das Fünffache.

Ende Februar hat der Weltklimarat (IPCC) seinen neusten Bericht vorgestellt: Der vor allem durch die Verbrennung fossiler Energien verursachte Klimawandel ist eine gravierende und wachsende Bedrohung für uns und die Natur. Noch ist es möglich, das Schlimmste abzuwenden, so die Forscher.

Bitte machen Sie mit und reduzieren Sie Ihren Energieverbrauch und werben Sie in Ihrem Umfeld dafür.

Hinter­gründe

Deutschland weiter stark abhängig von fossiler Energie

Der Angriffskrieg des russischen Präsidenten Putin gegen die Ukraine und seine offensichtliche Erpressung mit Gaslieferungen haben erneut unsere Abhängigkeit von fossiler Energie vor aller Augen geführt: 80,8 % unseres Bruttoendenergieverbrauchs basiert auf fossilen Quellen - Erdöl 32 %, Erdgas 27 % und Kohle 18 % sowie Kernenergie 6 %1.

Russland nimmt dabei die Schlüsselrolle ein: Etwa 55 % des nach Deutschland importieren Erdgases, 35 % des Erdöls und 50 % der Kohle stammen nach Angaben der Bundesregierung von dort. Daneben führen wir auch große Mengen Eisen und Stahl, Aluminium, Kupfer, Nickel, Platin, viele weitere Metalle und große Mengen Holz aus Russland ein.

Insgesamt 33 Milliarden Euro wurden dafür im vergangenen Jahr aus Deutschland nach Russland überwiesen, das meiste davon für Gas und Öl (19,4 Milliarden Euro). Außerdem lieferte Russland u.a. Metalle (4,5 Milliarden Euro), Mineralöl- und Kokereierzeugnisse (2,8 Milliarden Euro) sowie Kohle (2,2 Milliarden Euro) nach Deutschland2.

Erneuerbare Energie in Deutschland

Erneuerbare Energie aus Biomasse, Wind, Sonnenlicht und Wasserkraft deckte 2021 19,2 % des deutschen Bruttoendenergieverbrauchs. Gut die Hälfte (52 %) davon entfällt auf Bioenergie, es folgen Windenergie mit 28 %, Photovoltaik mit 10 % und Wasserkraft mit 4 %3.

Ein Zubau bei Bioenergie ist nicht möglich, weil schon jetzt alle zur Verfügung stehende Biomasse genutzt und immer mehr davon importiert wird. Dazu zählen neben Holz als Brennstoff auch Biogas aus Mais und Gülle für die Erzeugung von Strom und Wärme. Besonders schlecht sind Biokraftstoffe aus Palm- und Sojaöl. Für den Anbau von Ölpalmen und Soja werden die Regenwälder in Südostasien, Afrika und Lateinamerika abgeholzt. Auch das Potential von Wasserkraft ist in Deutschland längst ausgeschöpft.

Es bleiben damit vor allem Wind- und Sonnenenergie sowie Wärmepumpen. Die sollten dezentral und mit der Beteiligung der Bürger:innen ausgebaut werden, anstatt riesiger Wind- und Solarparks im Besitz von Firmen und Finanzinstitutionen, die die Landschaft und Ökosysteme zerstören. Dazu gehören beispielsweise Solar- und Photovoltaikanlagen auf den Häuserdächern, kleine Windkraftanlagen für den Eigenbedarf, die Zahlung angemessener Einspeiseverfügungen an die Haushalte usw.

Auch Wind- und Solarenergie sind nicht frei von Problemen: Der Bau von Wind- und Solarparks belegt Flächen an Land und im Meer, verursacht ökologische Schäden und verursacht Konflikte mit den Anwohnern:innen. Außerdem werden für die Anlagen große Mengen an Rohstoffen benötigt. Deren Abbau, Abtransport und Weiterverarbeitung zerstört die Umwelt und verursacht klimaschädliche Emissionen. Deshalb sollten wir auch mit erneuerbarer Energie so sparsam wie möglich umgehen.

Unser Konsum ist global nicht gerecht

Mit unserem Energie- und Rohstoffverbrauch in Deutschland und der EU leben wir auch auf Kosten vieler Menschen im globalen Süden. Wir verbrauchen pro Kopf viel mehr Energie und viel mehr Rohstoffe als die Menschen im globalen Süden. Der jährliche Energieverbrauch pro Kopf liegt in Deutschland bei 152 GJ, im globalen Durchschnitt bei 78 GJ, in Indien bei 29 GJ und in Afrika bei 26 GJ4.

Unser Energie- und Rohstoffkonsum bedroht unsere Lebensgrundlagen

Auch zum Schutz des Klimas müssen wir schnellstens die Verbrennung fossiler Energien beenden. So beträgt der jährliche C02-Ausstoß in Deutschland pro Einwohner:in 8,5 t. Der globale Durchschnitt liegt bei 4,9 t, in Indien bei 1,9 t und in Afrika südlich der Sahara bei 1 t5.

Ende Februar hat der Weltklimarat (IPCC) seinen Bericht zum Stand des Klimawandels vorgestellt: Der Klimawandel ist eine gravierende und wachsende Bedrohung für unser Wohlergehen und die Gesundheit des Planeten. Noch ist es möglich, das Schlimmste abzuwenden. Die Menschheit habe jedoch immer weniger Zeit, um zu handeln, so die Forscher.

Viele unserer Lieferländer sind brutale Diktaturen

Jahrelang haben die Bundesregierung und EU eine Politik verfolgt, die auf Wandel durch Handel setzte. Doch permanentes Wirtschaftswachstum, ständig steigender Konsum und eine neoliberale Wirtschaftsordnung schaffen weder Demokratie noch Frieden, sie bedrohen auch die ökologische und klimatische Tragfähigkeit und zerstören die Lebensgrundlagen auf unserem Planeten.

Russland ist kein Einzelfall, auch anderen diktatorischen und menschenverachtenden Regimes wie China und Saudi Arabien spült der Verkauf von Rohstoffen und billigen Industrieprodukten an uns jährlich Hunderte Milliarden Euro in die Kassen.

China knebelt seine Bevölkerung, betreibt einen Völkermord an der Minderheit der Uiguren und droht offen mit der Annexion von Taiwan, einem demokratischen Land, das sich 1949 von China abgespalten hatte. Auch Saudi Arabien tritt die Menschenrechte mit Füßen, finanziert Fanatiker und führt einen blutigen Krieg im Nachbarland Jemen.

Wie ist die Situation in der Europäischen Union (EU)?

Ähnlich wie in Deutschland ist die Situation in der EU, wenn auch mit großen Unterschieden je nach Mitgliedsland:

84,2 % (2019) des Bruttooendenergieverbrauchs (gross inland energy consumption) der EU-Länder basiert laut der EU auf fossilen Quellen. Erdöl hat einen Anteil von 34,5 %, Erdgas von 23,1 %, Kohle von 11,6 % und Müllverbrennung von 1,5 % sowie Kernenergie von 13,5 %, während erneuerbare Energien einen Anteil von 15,8 % haben6.

Russland nimmt bei den Importen eine wichtige Rolle ein: 47 % Kohle der in die EU importieren Kohle, 41 % des Erdgases sowie 27 % des Erdöls kamen laut der EU von dort7. Insgesamt 99 Milliarden Euro wurden dafür im vergangenen Jahr aus den EU-Ländern nach Russland überwiesen, das meiste davon für Gas, Öl und Kohle (61 Milliarden Euro)8. Außerdem lieferte Russland weitere Rohstoffe wie große Mengen Metalle (Eisen, Stahl, Aluminium, Kupfer, Nickel) und Holz in die EU-Länder.

Erneuerbare Energie aus Biomasse, Wind, Sonnenlicht und Wasserkraft deckte 2020 22,1% des Bruttoendenergieverbrauchs (gross final energy consumption) der EU-Länder. Davon entfallen fast 60 % auf Bioenergie9. Wind- und Solarenergie sowie Wasserkraft machen unter den erneuerbaren Energien 40 % aus. Bezogen auf die Primärenergieproduktion (Production of primary energy) hatte Windenergie dabei einen Anteil von 14 %, Wasserkraft von 12 %, Sonnenenergie 7 %, Wärme aus der Umwelt (Wärmepumpen) 4 % und Geothermie 3 %)10.

1 Umweltbundesamt (2022). Energieverbrauch nach Energieträgern und Sektoren. Stand 17.01.2022: https://www.umweltbundesamt.de/daten/energie/energieverbrauch-nach-energietraegern-sektoren#allgemeine-entwicklung-und-einflussfaktoren

2 Statistisches Bundesamt (2022). Fakten zum Außenhandel mit Russland. Pressemitteilung Nr. N 010 vom 24. Februar 2022: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2022/02/PD22_N010_51.html

3 Umweltbundesamt (2021). Erneuerbare Energien in Zahlen https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/erneuerbare-energien/erneuerbare-energien-in-zahlen#ueberblick

4 United Nations, Department of Economic and Social Affairs (2021). Energy Statistics Pocketbook 2021: https://unstats.un.org/unsd/energystats/pubs/documents/2021pb-web.pdf

5 Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) (2021). Klimaschutz in Zahlen- Fakten, Trends und Impulse deutscher Klimapolitik Ausgabe 2021. Seite 15, Abb. 7: https://www.bmuv.de/fileadmin/Daten_BMU/Pools/Broschueren/klimaschutz_zahlen_2021_bf.pdf

6 Eurostat (2021). Energy statistics - an overview: https://ec.europa.eu/eurostat/statistics-explained/index.php?title=Energy_statistics_-_an_overview

7 Eurostat (ohne Datum). From where do we import energy? https://ec.europa.eu/eurostat/cache/infographs/energy/bloc-2c.html

8 Reuters (2022). Energy represented majority of EU's Russian imports in 2021, Eurostat says: https://www.reuters.com/business/energy/energy-represented-majority-eus-russian-imports-2021-eurostat-says-2022-03-07/

9 European Union (2019). Brief on biomass for energy in the European Union:https://ec.europa.eu/knowledge4policy/bioeconomy

10 Eurostat (2019). Energy, transport and environment statistics 2019 edition, Seite 12: https://ec.europa.eu/eurostat/documents/3217494/10165279/KS-DK-19-001-EN-N.pdf/76651a29-b817-eed4-f9f2-92bf692e1ed9

An­schreiben

Ich mache mit – für die Umwelt, das Weltklima und den Frieden!

Weniger Energie zu verbrauchen, ist in vielerlei Hinsicht die effektivste, umwelt- und klimafreundlichste und am schnellsten umsetzbare Lösung.

Jede und jeder von uns kann sich fragen, ob weniger Energieverbrauch für sie oder ihn möglich ist. Ist eine unzumutbare Einschränkung oder vielleicht sogar an Gewinn an Lebensqualität?

Einfache Schritte, um unseren Energieverbrauch sofort zu verringern:

ZUHAUSE
- Die Heizung herunterdrehen. Laut der Internationalen Energieagentur (IEA) liegt in Europa die durchschnittliche Raumtemperatur bei über 22 Grad. Wenn wir die Temperatur um 2 Grad reduzieren, lassen sich etwa 12 % Energie einsparen 1).

- Ungenutzte Wohnräume nicht beheizen (nur vor Frost schützen).

- Den Stromverbrauch im Haushalt reduzieren: Elektrische Geräte ausschalten, statt „Standby“ nutzen; Geräte im Öko- oder Energiesparmodus betreiben.

- Stromfresser wie Gefriertruhen, Wäschetrockner etc. hinterfragen. Wenn möglich abschalten.

- Duschen statt baden. Und auch bei der Wassertemperatur kann man viel Energie sparen.

MOBILITÄT
- Auf nicht notwendige Fahrten verzichten, indem wir das tägliche Leben so weit wie möglich lokal organisieren: Einkaufsmöglichkeiten, Gesundheits-, Bildungs-, Freizeit- und Sporteinrichtungen in der Nähe priorisieren.

- So weit wie möglich zu Fuß gehen, das Fahrrad oder öffentliche Verkehrsmittel nehmen, statt mit dem eigenen Auto zu fahren sowie Fahrgemeinschaften bilden.

- Wer auf das Auto nicht verzichten kann, spart mit einer angepassten Fahrweise Energie. Auf der Autobahn würde Tempo 100 laut Greenpeace ca. 2 Millionen Tonnen Benzin und Diesel sowie 6 Millionen Tonnen CO2 einsparen 2).

- Muss es für den Urlaub eine Fern- oder Flugreise sein? Überdenken Sie auch Wochenendtrips per Flugzeug.
Bitte unterstützen Sie unseren Appell zum Energiesparen!


1) International Energy Agency (2022). A 10-Point Plan to Reduce the European Union’s Reliance on Russian Natural Gas: https://www.iea.org/reports/a-10-point-plan-to-reduce-the-european-unions-reliance-on-russian-natural-gas

2) Greenpeace (2022). Kein Öl für Krieg - 10 Maßnahmen, wie Deutschland schnell unabhängiger von russischem Öl wird: https://www.greenpeace.de/publikationen/20220309-greenpeace-massnahmen-kein-oel-fuer-krieg.pdf

5-Minuten-Info zum Thema: Klima

Wie das Klima und der Regenwald zusammenhängen

Regenwälder sind komplexe Ökosysteme, in dem Pflanzen, Pilze und Tiere eng miteinander vernetzt sind. Für das lokale und globale Klima spielen sie eine herausragende Rolle. Pflanzen nehmen das Treibhausgas Kohlendioxid (CO2) aus der Luft auf. Mit Hilfe von Wasser und Sonnenlicht bilden sie Zucker und daraus andere Pflanzenbausteine. So wird Kohlenstoff in Stämmen, Blättern und Wurzeln gebunden. Frei werdender Sauerstoff wird an die Atmosphäre abgegeben. Den gesamten Prozess nennt man Photosynthese.

Schätzungen zufolge binden Regenwälder 250 Milliarden Tonnen CO2, ein großer Teil davon in Torfwäldern. Das entspricht global betrachtet dem 90-fachen der menschengemachten Treibhausgas-Emissionen pro Jahr. 40 Prozent des Sauerstoffs in der Atmosphäre stammen aus den Regenwäldern. Das Bild der Wälder als „Lungen der Erde“ ist zwar nicht ganz stimmig, jedoch einprägsam.

Regenwälder produzieren die hohen, auf das Jahr gleichmäßig verteilten Niederschläge zu einem großen Teil selbst. Ein wichtiger Aspekt ist dabei die Evapotranspiration, also die Feuchtigkeit, die die Pflanzen über die Blätter abgeben. In den Wäldern ist es zwar heiß und schwül, die Wolken strahlen jedoch einen großen Teil des Sonnenlichts in die Weltraum zurück – und kühlen somit die Atmosphäre. Ohne diesen Effekt wäre es in den Gebieten noch wärmer.

Als Kohlenstoffspeicher und Regenmacher spielen die intakten Wälder eine wichtige Rolle im Klimageschehen und eine Schlüsselrolle ihm Kampf gegen Klimakatastrophe.

Das Problem: Klimakatastrophe und Waldvernichtung

Doch die Regenwälder können ihre Funktion als Klimastabilisator immer weniger erfüllen. Im Gegenteil: Ihre Vernichtung etwa für Plantagen, Weiden oder Bergbauprojekte setzt große Mengen Treibhausgase frei. So haben die Waldbrände in Indonesien 1997 ein Drittel der gesamten globalen Emissionen ausgemacht. Besonders verheerend wirkt sich die Zerstörung von Torfwäldern aus.

Laut einer im Magazin Nature veröffentlichten Studie könnten sich die Regenwälder allein aufgrund sich verändernder klimatischer Verhältnisse und Wachstumsbedingungen ab dem Jahr 2035 von CO2-Speichern zu CO2-Quellen entwickeln – und die Klimakatastrophe weiter antreiben.

Weil das Ökosystem Regenwald vielfältig verwoben ist, kann das gesamte Geflecht leiden, wenn es an einer Stelle beschädigt wird. So etwa beim Wasserkreislauf. Treten infolge der globalen Klimaveränderungen trockenere Perioden auf, was bereits beobachtet wird, kann dieser Kreislauf zusammenbrechen. Die immergrünen, üppigen Regenwälder werden zu artenärmeren Savannen. Das lokale Klima ändert sich: es wird trockener und heißer.

Besonders bedrohlich sind die 18 so genannten Kipppunkte im Klimasystem: Hat beispielsweise in Amazonien die Klimaveränderung ein bestimmtes Ausmaß erreicht, ist der Prozess und dabei der Verlust des Regenwalds in der heutigen Form nicht mehr zu stoppen.

Klar ist: Die Klimakatastrophe ist vom Menschen gemacht. 98 Prozent der Wissenschaftler, die sich mit der Klimathematik befassen, stimmen dem zu. Weil das Klima ein hochkomplexes System ist, entdecken Forscher laufend neue Zusammenhänge, interpretieren Daten unterschiedlich, revidieren Prognosen. Das ist in der Wissenschaft völlig normal. Die Erkenntnisse der Klimatologen werden allerdings immer alarmierender.

Die Lösung: Regenwaldschutz ist Klimaschutz

Für den Klimaschutz müssen Regenwälder erhalten werden, weil ihre weitere Vernichtung die Katastrophe verschlimmern würde und sie als Kohlenstoff-Speicher unverzichtbar sind. Klimaschutz ist somit Regenwaldschutz und umgekehrt.

  • Wir müssen Regenwälder erhalten und Schäden heilen. Wälder sind dabei mehr als Kohlenstoffspeicher und -senken, nämlich vielfältige Ökosysteme und Lebensraum von Millionen Menschen.
  • Wir müssen das Klima schützen und gleichzeitig die Biodiversität bewahren. Klimakatastrophe und Artensterben sind zwei existentielle Krisen, die wir Hand in Hand bewältigen müssen.
  • Wir müssen die Rechte indigener Völker, die in Regenwaldgebieten leben, stärken. Sie sind häufig die besten Waldschützer.
  • Wir müssen unsere Lebens- und Wirtschaftsweise grundlegend ändern. Wir müssen unseren Verbrauch von Energie, Nahrungsmitteln, Rohstoffen senken, statt ihn mit „grünen Produkten“ aufrecht zu erhalten. Wir müssen aufhören, Kohle, Erdöl und Erdgas zu verfeuern.
  • Wir müssen falsche Klimapolitik reformieren: Wir müssen den Irrweg von Biotreibstoffen, insbesondere wenn sie auf Palmöl, Soja oder Zuckerrohr basieren, beenden und die Verfeuerung von Bäumen in Kraftwerken stoppen.
  • Wir sagen Nein zum „Ablasshandel“ mit Offset-Programmen, bei denen beispielsweise Firmen Umweltschutzmaßnahmen bezahlen, um im Gegenzug weiterhin Treibhausgase emittieren zu dürfen. Wir lehnen angeblich klimaschonendere Brücken-Technologien wie den Ersatz von Kohle durch Erdgas ab.
  • Nach der Covid-Pandemie müssen wir Wirtschaft und Gesellschaft umweltverträglich umgestalten. Es darf keine „Konjunkturprogramme“ mit alten Rezepten geben.

Covid hat gezeigt, dass wir angesichts einer existentiellen Krise schnelle und tiefgreifende Veränderungen schaffen können.

Fußnoten

33 Milliarden Euro- Statistische Bundesamt (2022). Fakten zum Außenhandel mit Russland. Pressemitteilung Nr. N 010 vom 24. Februar 2022: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2022/02/PD22_N010_51.html


laut der UNO

- United Nations, Department of Economic and Social Affairs (2021). Energy Statistics Pocketbook 2021:https://unstats.un.org/unsd/energystats/pubs/documents/2021pb-web.pdf

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