Keine Straße durch die Serengeti !

Serengeti: Gnus im Wasser Serengeti ist bedoht
20.734 Teilnehmer

Ende der Aktion: 22.05.2014

Der Serengeti-Nationalpark in Ostafrika ist mit seiner einzigartigen Natur ein wichtiger Rückzugsort für Wildtiere und zieht jährlich tausende Touristen an. Nun plant die Regierung Tansanias, mitten durch die Serengeti eine Fernstraße zu bauen. Umweltschützer sehen die jährliche Wanderung von rund zwei Millionen Tieren in Gefahr. Das gesamte Ökosystem ist bedroht.

Appell

In der Serengeti-Savanne in Ostafrika leben siebzig große Säugetier- und etwa fünfhundert verschiedene Vogelarten. Etwa die Hälfte des Gebiets bildet seit 1951 den Serengeti-Nationalpark, der zu den größten und bekanntesten Schutzgebieten der Welt gehört. Fast zwei Millionen Gnus und andere Antilopenarten, Thomson-Gazellen und Zebras wandern jährlich zwischen den Weidegründen in der Trocken- und Regenzeit der Serengeti in Tansania und der Massai Mara in Kenia hin und zurück. Geht es nach den Plänen der Regierung Tansanias, werden die Wanderrouten der Tiere ab 2015 von einer Fernstraße durchtrennt. Baubeginn soll bereits 2012 sein. Die Regierung meint, nur so die wirtschaftliche Entwicklung im Westen des Landes ankurbeln zu können und sieht keine Beeinträchtigung für die Wildtiere der Serengeti.

Umweltschützer sehen das kritischer. Das Verkehrsaufkommen wird enorm sein, verbindet der Highway doch die Küste  mit Rwanda, Burundi und dem Osten Kongos. Vor allem der Schwerlastverkehr aus den Nachbarländern dürfte explosionsartig zunehmen. Der Highway würde die Serengeti im Norden auf einer Länge von 53 Kilometern durchschneiden und dabei zahlreiche Wanderrouten der Tiere kreuzen. Vermehrte Wildunfälle wären unausweichlich und könnten dazu führen, dass die Straße komplett eingezäunt wird, befürchten die Umweltschützer. Ähnliche Fälle gab es bereits in Botswana und in Kanada. Auch Wild-Brücken oder -Tunnel würden den Andrang von rund zwei Millionen Wildtieren nicht bewältigen können.

Beispiele aus anderen Regionen zeigen, dass die Zahl der Tiere durch eine Straße deutlich zurückgehen würde und sogar ein Zusammenbruch des Ökosystems der Serengeti zu befürchten ist. Wissenschaftler gehen davon aus, dass sich allein der Bestand der Gnus um eine Million verringert. Die Folgen in der Nahrungskette wären katastrophal. Gnus sind für Löwen, Geparden, Hyänen und Krokodile eine der wichtigsten Nahrungsgrundlagen.

Die Idee des Straßenbaus durch die Serengeti ist keinesfalls neu. Bereits zwei Mal kamen die Pläne auf den Tisch, wurden aufgrund der drohenden Umweltschäden jedoch verworfen. Nun aber entwirft die Regierung Tansanias ernsthafte Baupläne, wohl auch um Wahlversprechen an die Menschen im wirtschaftlich benachteiligten Westen einzulösen – auf Kosten der Umwelt. Dabei gibt es durchaus ernst zu nehmende Alternativen: Umweltschützer haben eine Trasse südlich um die Serengeti herum vorgeschlagen. Diese Route würde nicht nur die Migration der Wildtiere erhalten, auch würden deutlich mehr Menschen von der Alternativroute profitieren.

Unterstützen Sie unseren Protest mit Ihrer Mail an die Ministerin für Naturschutz in Tansania sowie den tansanischen Botschafter in Berlin.

An­schreiben

Ministerin für Naturschutz und Tourismus Shamsa Mwangunga
smwangunga@parliament.go.tz

Tansanischer Botschafter in Deutschland Ahmada R. Ngemera
info@tanzania-gov.de


Sehr geehrte Frau Naturschutzministerin Shamsa Mwangunga,
Sehr geehrter Herr Botschafter Ngemera

der Serengeti Nationalpark zählt zu den wichtigsten Naturräumen und ist ein unverzichtbarer Lebensort für Millionen von Wildtieren. Doch nun will Ihr Land dieses einzigartige Ökosystem durch eine Fernstraße gefährden.

Der Highway würde die Serengeti im Norden auf einer Länge von 53 Kilometern durchschneiden und dabei zahlreiche Wanderrouten der Tiere kreuzen. Vermehrte Wildunfälle wären unausweichlich und könnten dazu führen, dass die Straße komplett eingezäunt wird. Ähnliche Fälle gab es bereits in Botswana und in Kanada. Auch Wild-Brücken oder -Tunnel würden den Andrang von rund zwei Millionen Wildtieren nicht bewältigen können.

Beispiele aus anderen Regionen zeigen, dass die Zahl der Tiere durch eine Straße deutlich zurückgeht. Sogar ein Zusammenbruch des Ökosystems der Serengeti ist zu befürchten.

Ich bitte Sie, den Bau der Straße durch die Serengeti zu verhindern, denn es gibt durchaus ernst zu nehmende Alternativen: Eine Trasse südlich der Serengeti würde nicht nur die Wanderung der Wildtiere erhalten, auch würden deutlich mehr Menschen von der Alternativroute profitieren.

Mit freundlichem Gruß