Gentech-Soja: Futterimporte aus dem Tropenwald stoppen!

Ein Flugzeug versprüht Herbizide auf einer Soja-Plantage Für der Anbau von Gentech-Soja werden große Mengen Herbizide versprüht, die Mensch und Natur vergiften (Tiago Fioreze - Lizenz CC BY-SA 3.0 - Montage RdR)

35 Mio. Tonnen Soja importiert die EU jährlich als Viehfutter. Der Anbau von Gentech-Soja ist für die Chemieindustrie ein Riesengeschäft. Sie liefert das Saatgut und die Pestizide wie Roundup für den Anbau in Südamerika. Während die Einwohner im Sprühnebel erkranken, fressen sich die Plantagen in die Tropenwälder. GV-Soja stoppen!

Appell

An: Bundesregierung und EU

„Stoppen Sie die Sojaimporte“

Ganzes Anschreiben lesen

Die Tropenwälder in Südamerika schwinden für den Anbau von Soja. Die Monokulturen haben schon jetzt unvorstellbare Ausmaße erreicht: Auf fast 60 Millionen Hektar sprießen in Argentinien, Brasilien und Paraguay gentechnisch veränderte (GV) Sojabohnen. Das ist die Fläche von Spanien und Portugal zusammen.

Die Chemieindustrie hat das Erbgut von Soja, aber u.a. auch von Mais, Baumwolle und Raps, immun gegen Pestizide wie Roundup von Monsanto gemacht. Während die patentierten GV-Pflanzen die Gifteinsätze überstehen, sterben alle anderen Pflanzen ab. Die Natur, Böden, Flüsse und das Trinkwasser werden verseucht – auch die Menschen.

Nicht nur die Einwohner in den Anbaugebieten leiden unter den Monokulturen mit GV-Soja. Auch bei uns beklagen Bauern, dass ihre Schweine und Rinder am GV-Soja im Futter sterben und am Ende sie selbst erkranken, zeigt die Arte-Doku "Chronisch vergiftet".

Glyphosat, der Hauptbestandteil von Monsantos Totalherbizid Roundup, ist das weltweit meistverwendete Spritzmittel. Die Weltgesundheitsorganisation WHO warnt vor Glyphosat, da es "wahrscheinlich krebserregend für den Menschen" ist. Immer neue Horrorpflanzen entwickelt die Industrie, darunter GV-Soja, der gegen mehrere Pestizide resistent ist.

In der Europäischen Union ist die große Mehrheit der Menschen gegen Gentechnik in der Nahrung, trotzdem haben die meisten täglich damit zu tun. 58 GV-Pflanzen - darunter Mais und Soja - hat die EU für Importe zugelassen. Unsere Hühner, Schweine und Rinder werden jährlich mit 35 Millionen Tonnen importiertem Soja und Mais gefüttert, hauptsächlich Gentech-Soja und -Mais von Konzernen wie Monsanto, Bayer und Syngenta.

Bitte unterstützen Sie den Importstopp von GV-Soja und Soja aus Urwaldrodung.

Hinter­gründe

Regenwaldrodung

In Südamerika ist der Anbau von Soja die Hauptursache für die Rodung der Regenwälder und anderer artenreicher Ökosysteme wie der tropischen Cerrado-Savanne in Brasilien. Auch Viehzüchter und Bodenspekulanten roden neue Flächen in die tropischen Waldgebiete wie den Chaco in Argentinien, Bolivien und Paraguay, da ihre bisherigen Weiden für den Sojaanbau in Beschlag genommen wurden.

Anbau von GV-Pflanzen

In Südamerika sind bereits insgesamt etwa 60 Millionen Hektar mit Soja-Monokulturen bedeckt, der größte Teil davon GV-Soja: In Brasilien sind es fast 34 Millionen Hektar (davon 96% GV-Soja), in Argentinien etwa 20 Mio. ha (davon über 99% GV-Soja), Bolivien, Paraguay und Uruguay kommen zusammen auf mindestens 6 Mio. ha. Der überwiegende Teil des GV-Soja geht in den Export. China und die EU sind die größten Sojaimporteure weltweit.

Weltweit wurden 2016 zirka 185 Millionen Hektar mit gentechnisch veränderten Pflanzen bebaut. An erster Stelle stehen die USA mit 73 Mio. ha, gefolgt von Brasilien mit 49 Mio. ha und Argentinien mit 24 Mio. ha. 78 % der Anbaufläche mit Soja machen GV-Pflanzen aus, bei Baumwolle sind es 64 %, bei Mais 26 % und bei Raps 24 %.

Importe von GV-Pflanzen in die EU

Die Europäische Union hat seit 1996 mindestens 58 verschiedene GV-Pflanzensorten für den Import nach Europa als Lebens- und Futtermittel zugelassen. Das EU Parlament fordert die EU Kommission schon seit Jahren dazu auf, die Genehmigungspraxis für den Import von gentechnisch veränderten Agrarprodukten zu reformieren. Auch gegen die Zulassung neuer GV-Pflanzen für Importe sprechen sich die Abgeordneten immer wieder aus. Die EU Kommission begründet die Entscheidung damit, dass seitens der EU Mitgliedstaaten keine ausreichende Mehrheit für noch gegen die Zulassung der Gentechnik-Produkte erreicht werden konnte.

GV-Pflanzen: Mehr Pestizide statt weniger

Die Chemieindustrie behauptet, das GV-Soja weniger Pestizide benötigen würde. Die Praxis zeigt allerdings, dass das Gegenteil der Fall ist. Zahlreiche Wildkräuter haben Resistenzen gegen die Spritzmittel entwickelt. Sie überstehen die Sprüheinsätze mit den Herbiziden unbeschadet. Um die wuchernden Wildkräuter einzudämmen, müssen die Sojaproduzenten immer mehr Chemie versprühen.

Der US-Chemiekonzern Monsanto hat neue GV-Pflanzen, darunter Soja und Baumwolle, auf den Markt gebracht, die gegen mehrere Herbizide unempfindlich sind. Dazu gehören die GV-Sojabohnen „Roundup Ready 2 Xtend“, die gegen Dicamba (3,6-Dichlor-2-methoxybenzoesäure) und Glyphosat (Roundup) sowie die GV-Baumwolle „Bollgard II XtendFlex“, die gegen die drei Herbizide Dicamba, Roundup und Glufosinat resistent sind.

Amerikanische Farmer und Umweltorganisationen haben gegen die Zulassung der Produkte in den USA Klage eingereicht, weil sich das Pestizid Dicamba weit in der Landschaft verteilt. Der Spritznebel bringt nicht nur benachbarte Felder zum Absterben, er bedroht die Gesundheit der Menschen, berichtet The Ecologist.

Im Juli 2017 hat die EU Kommission die GV-Sojabohne „Roundup Ready 2 Xtend“ sowie zwei weitere GV-Sojasorten von Monsanto und Bayer für die Einfuhr in die EU genehmigt. Abgeordnete des EU Parlaments kritisieren die Zulassung neuer GV-Sojasorten, die gegen mehrere Herbizide unempfindlich sind.

Roundup und Glyphosat von Monsanto

Der von Monsanto entwickelte Wirkstoff Glyphosat ist weltweit das meist verkaufte Unkrautvernichtungsmittel. In Deutschland sind ca. 75 Glyphosat-haltige Mittel zugelassen. Monsanto hat zahlreiche Hersteller wie Scotts, Celaflor und Substral aufgekauft. Auch diese Firmen vertreiben das Glyphosat und andere giftige Produkte

Pro Jahr werden 15 Millionen Liter glyphosathaltige Herbizide in Deutschland versprüht, nicht nur in der Landwirtschaft und im Obstbau, sondern auch in Gärten, entlang von Straßen und Bahngleisen sowie auf öffentlichen Plätzen.

In Argentinien beläuft sich der Spritzmitteleinsatz auf 200 Millionen Liter pro Jahr. Bis zur Ernte werden die Soja-Monokulturen in der Regel drei Mal gespritzt. Es gibt zirka 80.000 Soja-Farmer in Argentinien, wobei 2.000 große Produzenten 50 Prozent der Ernte einbringen. Nur wenige Arbeitskräfte bedienen die Maschinen, wodurch sich die Landflucht in Argentinien verstärkt hat. Der Sojaanbau reicht häufig bis an die Siedlungen und Städte heran. Der Pestizidnebel vergiftet die Menschen.

Außerdem wird Glyphosat auch bei uns häufig kurz vor der Ernte eingesetzt, um die Abreifung von beispielsweise Weizen oder Raps zu beschleunigen. Entsprechend finden sich immer häufiger Glyphosat in Getreideprodukten berichtet die Zeitschrift Ökotest. Wissenschaftler bringen Monsantos Roundup mit dem weltweiten Amphibiensterben in Verbindung (Artikel in Ecological Applications).

Alternativen

Bitte überdenken Sie den täglichen Konsum von Fleisch und anderen tierrischen Produkten. In der EU essen die meisten Menschen zu viel davon. Gesundheitliche Probleme sind die Folgen - und grauenhaftes Leid für die Tiere, die überwiegend in Massen- und Intensivhaltungsfabriken gemästet werden. Damit sie rasch viel Fleisch ansetzen, viel Milch oder Eier produzieren, werden sie mit proteinhaltigem Sojaschrot gefüttert. Mehr Infos finden Sie in der Futtermittelstudie. Literatur über vegane Lebensweise finden Sie bei uns im Regenwald-Shop.

Und bitte versprühen Sie keine Herbizide in Ihren Gärten. Entfernen Sie störende Wildkräuter per Hand und lassen Sie der Natur wo möglich freien Lauf. 

Soja als Nahrunsmittel

80 Prozent der Sojaernte gehen in die Produktion von Sojaschrot als Futtermittel, 20 Prozent werden zu Sojaöl. Das Sojaöl dient vor allem der Herstellung von "Biodiesel" und als Rohstoff in der Chemieindustrie. Die Soja-Importe für die menschliche Ernährung liegen im Bereich von unter einem Prozent. Biosoja wird vor allem in den südeuropäischen Nachbarländern (Süden Frankreichs, Italien, Österreich) angebaut.

Weitere Informationen:

Artikel im Spiegel Todgespritzt und Pestizid: WHO-Experten stufen Glyphosat als wahrscheinlich krebserregend ein

Ausführliche, unabhängige wissenschaftliche Begründung der Einstufung von Glyphosat als "wahrscheinlich Krebserregend":Glyphosate Monographs der Internationalen Agentur zur Krebsforschung (IACR) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) http://monographs.iarc.fr/ENG/Monographs/vol112/index.php

Artikel der Wissenschaftler im Auftrag der IACR: Carcinogenicity of tetrachlorvinphos, parathion, malathion, diazinon, and glyphosate

Weitere Informationen über Monsanto und Gentechnik:

Fragen und Antworten zu den Themen Massentierhaltung und Soja. Artikel "Tödliches Gift im Sojafeld" im Regenwald Report.

Im Regenwald-Shop: Buch Monsanto - mit Gift und Genen und DVD zum Arte-Dokumentarfilm. Außerdem Buch "Der Sojawahn" sowie Literatur über vegane Lebensweise

Webseite des Informationsdienst Gentechnik

Arte-Fernsehreportage Argentinien - Der Hungersoja (auf Youtube) und Sofia, die Kämpferin gegen Gentechnik (auf Vimeo).

An­schreiben

An: Bundesregierung und EU

Sehr geehrte Damen und Herren PolitikerInnen in Berlin und Brüssel,

obwohl die Mehrheit der EU BürgerInnen ganz klar gegen gentechnisch veränderte Lebensmittel ist, hat die EU mittlerweile den Import von etwa 58 verschiedenen GV-Pflanzen zugelassen.

Da die Verbraucher derartige Produkte nicht essen wollen, landet der größte Teil davon als Futtermittel in den Trögen der Rinder, Schweine, Hühner und Zuchtfische in Europa.

Besonders gravierend ist die Lage bei den Importen von GV-Soja. Die EU führt jährlich etwa 35 Millionen Tonnen Soja-Bohnen und Soja-Schrot als Futtermittelzusatz ein. Der Großteil davon stammt aus Südamerika und ist gentechnisch verändert (GV-Soja).

Um Platz für die Soja-Monokulturen zu schaffen, werden in Argentinien, Brasilien und Paraguay die Tropenwälder abgeholzt. Auf dem überwiegenden Teil der Flächen wächst GV-Soja des Monsanto-Konzerns aus den USA.

Die Monokulturen werden mit großen Mengen Herbiziden wie Roundup und Dicamba von Monsanto besprüht. Da mittlerweile immer mehr Wildkräuter resistent gegen die Pflanzengifte sind, müssen immer größere Mengen und giftigere Mischungen verschiedener Herbizide versprüht werden. Die Hersteller haben dazu GV-Sorten entwickelt, die gegen mehrere Herbizide resistent sind.

Die Chemikalien vergiften die Lebewesen, Böden und Gewässer. Auch die Menschen erkranken davon oder sterben sogar. Hauptbestandteil von Roundup ist das Pflanzengift Glyphosat. Glyphosat kann beim Menschen Krebs, Embryonal- und Nervenschäden auslösen.

Die Zulassung der Importe der GV-Pflanzen in die EU führt dazu, dass immer mehr davon in Südamerika angebaut werden. Mit unserem Sojakonsum in Europa sind wir für die Regenwald-Vernichtung und das Leiden der Menschen dort verantwortlich.

Rettet den Regenwald e.V. fordert daher, die Sojaimporte nach Deutschland und in die EU unverzüglich zu stoppen.

Freundliche Grüße

5-Minuten-Info zum Thema: Fleisch / Soja

Die Ausgangslage – Hunger auf Fleisch

Fleisch ist des Deutschen liebstes Gemüse: Mit 88 Kilogramm Fleischverzehr pro Person und Jahr liegen wir über dem EU-Durchschnitt. Seit 1950 hat sich unser Fleischhunger mehr als verdoppelt. Hochgerechnet auf ein Menschenleben verzehrt jeder von uns mehr als 900 Hühner, 46 Schweine und vier Rinder.

Die mehr als 100 Millionen Tiere, die in Deutschland Jahr um Jahr geschlachtet werden, benötigen große Mengen Nahrung. So viel, dass auf einem Drittel der weltweiten Ackerfläche Futtermittel angebaut werden. Statt Menschen zu ernähren, landet so jedes Jahr ein großer Teil der weltweiten Weizen-, Mais-, Gersten- und Sojaernte in Tiermägen. Das Kraftfutter für Schweine und Geflügel in Deutschland besteht zu mehr als 30 Prozent aus Soja. Dieses Soja wird hauptsächlich aus Regenwaldländern importiert.

Die Auswirkungen – Regenwaldrodungen, Monokulturen, Klimawandel

Deutschland und die EU beziehen nahezu ihr gesamtes Futtersoja aus Argentinien, Brasilien und Paraguay. Wo einst üppige Regenwälder und weite Savannen das Landschaftsbild prägten, erstrecken sich die Sojafelder nun auf einer Fläche größer als Deutschland und die Niederlande. Allein für den Sojahunger der deutschen Masttiere wird in Südamerika eine Fläche größer als Brandenburg bestellt. Für die Ausweitungen der riesigen Monokulturen werden wertvolle Wälder gerodet und Menschen vertrieben. Wer bleibt, wird oft krank: Dreiviertel der in Lateinamerika angebauten Sojapflanzen ist Gen-Soja des Agrarkonzerns Monsanto. Sie werden mit dem Spritzmittel Glyphosat behandelt. Das Gift steht im Verdacht, beim Menschen zu Tumoren und Erbgutschäden zu führen. Für die Umwelt ist Glyphosat in jedem Fall hochgiftig. Die Sprüheinsätze vernichten die Artenvielfalt, vergiften die Böden, die Gewässer (einschließlich das Trinkwasser) und die Luft.

Ein weiteres Problem sind die Rinderweiden, die immer tiefer in die Wälder geschlagen werden. Rechnet man Weideland und Futtermittel-Äcker zusammen, so nehmen sie Dreiviertel aller agrarischen Nutzflächen weltweit ein. Die Auswirkungen auf das Klima sind verheerend: Methan aus Rindermägen, CO2 durch Rodungen und Maschineneinsatz, freigesetztes Lachgas aus dem Dünger: 18 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen stammen aus der Viehhaltung.

Die Lösung – Pflanzenkraft und Sonntagsbraten

Die Zukunft der Regenwälder entscheidet sich auch auf unseren Tellern: Die tierischen Produkte auf unserem Speiseplan haben einen Anteil von 72 Prozent an den ernährungsbedingten Treibhausgasemissionen. Verglichen mit nicht-tierischen Lebensmitteln wird für ihre Herstellung ein Vielfaches an Fläche benötigt.

Diese Tipps helfen, Menschen, Natur und Klima zu schützen:

  1. Öfter mal pflanzlich: Seitansteak, Lupinenaufstrich und Hafermilch – leckere und nahrhafte Alternativen zu tierischen Produkten finden sich inzwischen in jedem Supermarkt.
  2. Zurück zum Sonntagsbraten: Wer nicht ganz auf Fleisch verzichten möchte, kann seinen Fleischkonsum auf einen Tag in der Woche reduzieren und Produkte aus Massentierhaltung meiden. Fleisch mit dem Siegel der Bio-Anbauverbände Demeter und Bioland wird ohne konventionelles Sojafutter produziert.
  3. Aber bitte mit Soja: Nur circa zwei Prozent der Sojaernte wird zu Tofuschnitzeln, Sojajoghurt und ähnlichen Produkten verarbeitet. Hierfür muss kein Regenwald gerodet werden – geerntet wird meist auf europäischen Äckern.
  4. Lebensmittelverschwendung stoppen: Pro Jahr landet in Deutschland das Fleisch von 53 Millionen Tiere im Hausmüll. Bewusstes Einkaufen kann Leben retten.
  5. Protest über den Tellerrand hinaus: Auf Demonstrationen wie „Wir haben es satt“ oder dem „March against Monsanto“ setzen sich Zehntausende Menschen für eine gesunde, tier-, mensch- und klimafreundliche Landwirtschaft ein und üben Druck auf Politiker aus. Für die demofreie Zeit sind Online-Petitionen und Briefe an die Volksvertreter eine gute Alternative.
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