zurück zur Übersicht

Brasilien - Die Cerrado-Savanne soll leben

Gürteltier Landschaft aus der Vogelperspektive mit Wald und Fluss Die Savannen des Cerrado im Landesinneren von Brasilien speichern gigantische Trinkwassermengen (© mongabay.com) Cerrado, Brasilien / Cerrado, Brasilien Aus dem in weiten Teilen ebenen Cerrado ragen häufig Tafelberge und Hochplateaus empor (© João Zinclar) Cerrado, Brasilien / Cerrado, Brasilien Fast die Hälfte der mindestens 10.000 Pflanzenarten im Cerrado sind endemisch, d.h. sie kommen nur dort vor (© João Zinclar) Brasilien Cerrado Maranhao: Aus artenreicher Natur werden öde Industrieplantagen mit Soja und Eukalyptus (© Forum Carajas) Sao Raimundo Forum Carajas Mayron Regis (Mitte) vom Forum Carajas zusammen mit anderen Umweltschützern (© Forum Carajas)

In Brasilien greift die Futtermittelindustrie nach riesigen Landflächen, um dort Sojabohnen für den Export anzubauen. Die Natur der Cerrado-Savanne und ihre Einwohner – vor allem Kleinbauern und Indigene – sollen dem Sojaboom weichen. Wir unterstützen das Netzwerk Forum Carajas beim Schutz des Cerrado und der Einhaltung der Landrechte.

Die Savannen des Cerrado sind nach dem Amazonasregenwald das zweitgrößte Ökosystem Brasiliens. In ihrer Artenvielfalt stehen sie den Regenwäldern kaum nach. Über 10.000 Pflanzenarten wurden im Cerrado bestimmt. Knapp die Hälfte davon ist endemisch, d.h. sie kommen nur dort vor. Auch viele bedrohte Tiere wie der Mähnenwolf und das Dreibindengürteltier sind dort Zuhause.

Mit einer Fläche von zwei Millionen Quadratkilometern bedeckte der Cerrado einst weite Teile des Landes auf einer Fläche von der Größe Westeuropas. Heutzutage ist der Cerrado sehr bedroht. Etwa die Hälfte wurde bereits gerodet, lediglich zwei Prozent des Cerrado ist geschützt. Die Agrarindustrie holzt die Natur für Monokulturen ab, vor allem für den Anbau von genetisch modifiziertem Soja und für Rinderweiden. Brasilien ist Weltmeister bei der Ausfuhr von Sojabohnen, die sich bereits auf über 30 Millionen Hektar Fläche ausbreiten – eine Fläche fast so groß wie Deutschland. Deutschland und die EU importieren jährlich 35 Millionen Tonnen Sojaschrot vor allem aus Südamerika als Viehfutter – aber auch Sojaöl zur Produktion von Biodiesel.

Forum Carajas

Im Bundesstaat Maranhao kämpft das Umweltnetzwerk Forum Carajas für die einzigartige Natur und die Landrechte der Einwohner. Das Fórum Carajás unterstützt Kleinbauern bei Landkonflikten mit der Agrarindustrie – insbesondere dem Anbau von Soja, Zuckerrohr und der Rinderzucht. Aber auch die Papier- und- Zellstoffindustrie hebelt mit ihren Eukalyptusplantagen die Rechte ländlicher Gemeinden im Cerrado aus. Diese besitzen meist keine eigenen Landtitel, können sich aber auf ihr Gewohnheitsrecht berufen. In Sammelwirtschaft nutzen und verarbeiten sie, was die Natur ihnen bietet, darunter die die Früchte des Bacuribaumes und der Babasú-Palme. 

Das Projekt Chapada

Im Rahmen des Projekts mit Rettet den Regenwald will die Partnerorganisation Forum Carajas zusammen mit den Einwohnern in den Gemeindebezirken Buriti (Chapada do Brejão), Santa Quiteria (Meseta del Tabocas) und Barreirinhas (Meseta del Andreza) drei Schutzgebiete mit Cerrado-Savanne schaffen. Auf einer Gesamtfläche von fast 10.000 Hektar sollen sie den Kleinbauern die traditionelle, umweltfreundliche Nutzung der Natur sichern. Zudem soll die Sojaindustrie durch politische Arbeit gebremst werden: Durch Gesetze zum Schutz der Savannen und der heimischen Baumarten wie Pequizeiro (Caryocar brasiliense), Bacurizeiro (Platonia insignis) und der Babasú-Palme (Attalea speciosa), mit einem Verbot der Aussaat von Soja und mit Initiativen zur Bewahrung der Bäche und Wasservorkommen. Die Böden des Cerrado speichern eines der größten Süsswasservorkommen Südamerikas.

Bacuribaum

Der Bacuribaum ist fast überall in Maranhão zu finden, erklärt Mayron Regos vom Forum Carajas. Er hält das Wasser im Boden und ist ein natürlicher Erosionsschutz. Seine ölhaltige Frucht bietet unzählige Nutzungsmöglichkeiten - als Nahrungs- und Heilmittel sowie in der Kosmetik. Auf den Märkten im Norden Brasiliens ist die Bacuri-Frucht fast überall zu finden. Weil Bacuri von den Gemeinschaften so vielfältig genutzt werden kann, bildet er eine Alternative zu den mit Eukalyptus- und Sojamonokulturen der Zellstoff- und Tierfutterindustrie.

Bitte helfen Sie mit einer Spende. Vielen Dank für Ihre Unterstützung.

Weitere Informationen:

- Facebookseite des Netzwerks Forum Carajas 

- Artikel von Mayron Regis Baixo Parnaíba: Projetos socioambientais evitam desmatamentos em Buriti

Artikel der Deutschen Welle "Secrets of the Brazilian Cerrado"

Fakten zu Ihrer Spende

Gemeinnützigkeit Rettet den Regenwald e.V. ist als gemeinnützig anerkannt.
Eintrag beim DZI

Sichere Daten Ihre Daten werden verschlüsselt übertragen.

Steuerlich absetzbar Ihre Spende an uns ist absetzbar. Die Bescheinigung erhalten Sie am Jahresanfang.

Ihre Spende für den Regenwald

,00 €
Letzte Aktivitäten
Sollten mehr Spenden eingehen als kurzfristig für dieses Projekt benötigt werden, setzen wir diese Spenden für andere Projekte zugunsten des Regenwalds und seiner Bewohner ein.