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Brasilien: Der Regenwald ist unsere Apotheke

Aufforstung im Regenwald Heilpflanzen wie Brunfelsia grandiflora (Setzling im Bild) spielen in der traditionellen Medizin der indigenen Völker im Amazonasgebiet eine wichtige Rolle (© Magnus Arrevad)

Der Regenwald ist für die Gesundheit der indigenen Völker überlebenswichtig. Schamanen bereiten aus den Urwaldpflanzen Medizin und Heilmittel. Doch das nur mündlich überlieferte Jahrhunderte alte Wissen droht verloren zu gehen. Bitte helfen sie, die Regenwaldmedizin für die Indigenen und uns alle zu bewahren.

„Der Verlust von traditionellem Wissen macht uns vom staatlichen Gesundheitssystem abhängig, und dieses System ist teuer und nicht gut“, erklärt Alvaron Tukano.

Álvaro ist der Chef des 260.000 Hektar großen Reservats Balaio der indigenen Tukano am Rio Negro im brasilianischen Bundesstaat Amazonas. Der 67-Jährige verteidigt seit Jahrzehnten die Rechte der indigenen Völker, ihre Territorien und Traditionen.

Über Jahrhunderte haben die Schamanen in den Regenwaldgebieten am Amazonas ein unschätzbares Wissen über die Heilkräfte der Pflanzen gesammelt. Sie kennen die Wirkungen von Hunderten von Pflanzen, um mit daraus hergestellten Naturheilmitteln Krankheiten zu bekämpfen, zu heilen und die Immunabwehr der Mneschen zu stärken.

Doch die in die Dörfer und Regenwaldgebiete immer stärker eindringende westliche Zivilisation und Lebensweise sowie die Politik der brasilianischen Regierung höhlen die Gemeinschaften der Ureinwohner immer mehr aus.

Die Ältesten, Schamanen, Curandeiros, haben immer weniger Einfluss und Respekt – und sterben aus. Und damit auch all ihr Wissen und ihre Fähigkeiten. Das traditionelle Wissen und die Naturmedizin werden durch westliche Schulmedizin ersetzt. Die Indigenen gelangen damit in die Abhängigkeit der Regierungsbehörden, von öffentlichen Programmen und wirtschaftlichen Interessen.

Die Coronavirus-Pandemie hat schonungslos offengelegt, dass die staatlichen Gesundheitseinrichtungen im Regenwald völlig unzureichend sind. Und die Politik hat die Einwohner der Urwaldgebiete sich selbst überlassen: Hunderttausende sind an dem Virus erkrankt und Tausende gestorben.

Sie starben, weil sie nicht an unsere traditionellen Heilmethoden und Medikamente glaubten und weil es an traditioneller Weisheit mangelte“, erklärt Alvaro Tukano. „Die Mehrheit der Ureinwohner, die das Coronavirus haben, überlebte in meinem Gebiet der Tukano. Sie entkamen dem Tod mit Hilfe von Schamanismus und Heilpflanzen aus dem Regenwald.“

Alvaro Tukano will das Wissen der Pflanzenheiler dokumentieren und bewahren – für die Indigenen im Regenwald und die übrige Welt. Im Rahmen des Projekts hat er Folgendes geplant:

  • Eine Parzelle zum Anbau von Heilpflanzen wird angelegt, die Pflanzen dort aufgezogen, geerntet und für die Behandlung aufbereitet.

  • Die Pflanzen, ihr Anbau, ihre Verarbeitung und Anwendung werden in Wort und Bild dokumentiert und für weitere Untersuchungen und Publikationen beschrieben.

  • Junge Indigene werden ausgebildet, um das traditionelle Wissen zu erhalten. So kann eine neue Generation von Naturheilern heranwachsen.

  • Das Projekt soll wissenschaftlich begleitet werden. Die Kooperation mit Instituten soll dazu dienen, Pflanzenwirkstoffe zu isolieren und gerecht zu vermarkten. Auf diese Weise werden die indigenen Gemeinschaften langfristig ein nachhaltiges Einkommen haben und nicht mehr auf Spenden angewiesen sein.

Die Spenden sind für Transportkosten, Arbeitsmaterialien, Kommunikation und „Studiengelder“(indigenes „Bafög“) für die Projektteilnehmer vorgesehen.

Der Projekt soll im Januar 2021 beginnen und ist auf mindestens drei Jahre angelegt.

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