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Brasiliens Küstenwald braucht Wildhüter

Wildkamerapruefung Die Ranger kontrollieren regelmäßig die Wildtierkameras. Hier fanden sie daneben ein großes Termitennest (© Fazenda Saúva) Symbolvogel des Atlantischen Regenwaldes In dem 8 Hektar kleinen Schutzgebiet entdeckten Biologen allein 70 Vogelarten. Zu ihnen gehört auch die Purpurtangare, Symbolvogel der Mata Atlântica (© Julio Filipino/CC BY-SA 4.0) Blauer Gabelschwanzkolibri Und auch der imposante Gabelschwanzkolibri (© Dario Sanches/CC BY-SA 2.0) Goldkopfloewenaeffchen Goldkopflöwenäffchen leben nur in einer kleinen Region im Süden des brasilianischen Bundesstaates Bahia und sind stark bedroht (© Josh More, flickr/CC BY-NC-ND 2.0) Kragenfaultier auf dem Boden Kragenfaultiere leben nur im Südosten Brasiliens und sind stark bedroht. Sie leben auf Bäumen und kommen nur einmal pro Woche auf den Boden, um ihr Geschäft zu machen (© Luciana Verissimo/Aruá Observação de Aves e Natureza)

Der Atlantische Küstenwald im Osten Brasiliens ist besonders artenreich und gefährdet zugleich. Umso wichtiger ist es, die verbliebenen Wälder zu schützen. Für ein neues Naturreservat haben unsere Partner zwei Ranger eingestellt – und bitten um Spenden für deren Arbeit.

Mit Beginn der Dämmerung brechen die beiden Männer auf. Jetzt schlägt die Stunde der Jäger, die im dichten Dschungel ihre Fallen kontrollieren oder Köder auslegen. Doch Rosinaldo Santos do Nascimento und sein Bruder Rosenildo sind keine Jäger, nicht mehr. Um ihre Familien ernähren zu können, gingen sie früher selbst auf die Jagd, kennen alle lohnenden Orte, lesen Tierspuren von Wildkatzen und Ameisenbären, Nasen- und Wickelbären, Gürteltieren und Echsen. Und sie wissen, wo Papageien und Singvögel ihre Nester bauen.

Dieses Wissen macht Rosinaldo und Rosenildo nun zu perfekten Wildhütern und Naturschützern. Ihr Revier ist ein Urwaldgebiet in der Mata Atlântica, nur acht Hektar klein, aber von großer Bedeutung. Denn der Wald ist rar geworden im Atlantischen Küstenwald an der Ostküste Brasiliens.

Der Wald wurde für Plantagen, Weideflächen und Städte gerodet

Im Laufe der letzten hundert Jahre breiteten sich Industrieplantagen, Rinderweiden und Städte immer weiter aus und haben die einst 1,3 Millionen Quadratkilometer umspannende Waldregion zu einem Flickenteppich degradiert. Nur noch 12,4 Prozent der Mata Atlântica blieben erhalten – die Hälfte davon steht unter Schutz – verteilt auf mehrere hundert Naturparks und Reservate. Dort konnte sich der Reichtum an Tier- und Pflanzenarten erhalten, auch wenn die Lebensräume bedrohlich klein geworden sind. Das gilt vor allem für nur hier beheimatete Arten wie Kragenfaultier und Löwenäffchen.

Rosinaldo und Rosenildo Santos do Nascimento leben in einer kleinen Siedlung bei Nilo Peçanha, ein Städtchen rund 130 Kilometer südlich von Salvador an Brasiliens Nordostküste. Ihr Geld verdienten sie als Plantagen-Arbeiter und auch mit der Jagd, so wie viele Männer in der Gegend. Das Fleisch von Gürteltieren, Pacas, Agutis, Affen oder Rehen findet immer Käufer in der Stadt. Singvögel, Schildkröten und Tierbabys sind dort als Haustiere beliebt.

Vor vier Jahren hat sich das Leben der Brüder und ihrer Familien verändert – sie bekamen neue Nachbarn: Hebert Silva Santos und Bianca Kühnert mit ihren Kindern.

„Als wir Anfang 2017 Land gekauft haben, gab es dort neben Urwald auch Kakao-Plantagen und ehemalige Viehweiden“, erzählt Bianca Kühnert. Sie ist in Bamberg aufgewachsen, ihr Mann Hebert Silva Santos kommt aus der Stadt Salvador. Er hat erlebt, wie der Atlantische Küstenregenwald seiner Heimat immer mehr zerstückelt und zerstört wurde. Und er will diese Entwicklung umkehren.

„Wir sind dabei, Wald wieder aufzuforsten“, so Hebert. Längst füllen selbst gezogene Pflänzchen die Baumschule der Fazenda Saúva (Blattschneiderameisen-Farm) der Familie; viele wurden schon ausgewildert.

Ein artenreicher Primärwald wird nun beschützt

Im November 2020 hatten Bianca und Hebert die Möglichkeit, einen acht Hektar großen Primärwald ganz in der Nähe der Fazenda zu kaufen und ihn als privates Naturreservat eintragen zu lassen.

Nur drei Monate später durchstreifte ein Biologen-Team aus Salvador den Dschungel, dokumentierte Flora und Fauna, vermaß Bäume – und entdeckte in dem kleinen Urwaldgebiet allein 70 Vogelarten. „Um diesen Naturschatz vor Wilderei und Brandrodung zu schützen, brauchten wir Ranger, die ihn täglich überwachen. Rosinaldo und Rosenildo waren sofort dazu bereit“, so Bianca Kühnert.

Auf ihren täglichen Rundgängen kontrollieren die Ranger-Brüder fünf Wildkameras, die nicht nur Ameisenbären oder Gürteltiere einfangen, sondern auch Jäger oder Holzfäller. „Natürlich gibt es Leute, denen nicht gefällt, was wir machen. Aber bisher ist es uns gelungen, die Konflikte friedlich zu lösen. Denn jeder hier weiß, dass die Jagd auf Wildtiere in Brasilien verboten ist.“

Wir sammeln Spenden für die wichtige Arbeit der Ranger; sie bekommen ein Monatsgehalt von 160 Euro pro Mann. „Das regelmäßige Einkommen hilft uns sehr“, sagt Rosinaldo. „Aber noch mehr gefällt uns unsere neue Aufgabe: Früher sind wir in den Wald gegangen, um zu jagen, damit wir unsere Familien ernähren können. Heute gehen wir hinein, um den Wald mit seiner Vielfalt an Tieren zu erhalten.“

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