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Die Torfwächter - Klimaschutz vor Ort

Ein Blick auf die traurige Wahrheit: Abholzung und Zerstörung Auf Borneo können Torfböden zehn, sogar zwanzig Meter dick sein. (© IAR) Torfmoor auf Borneo Hier wächst kein Reis (© SOB) Brände beim Dorf Puding, Distrikt Muaro Jambi, Sumatra, September 2019 Monitoring der gelegten Brände (© Feri Irawan) Orang-Utan in Zentralkalimantan (Borneo) Torfmoorwälder sind Lebensraum für Orang-Utans, Nasenaffen, Nebelparder und viele andere Arten. (© Rita Sastrawan)

Torfmoore müssen erhalten bleiben! Zum Schutz der Biodiversität, als Kinderstube vieler Tierarten und für das globale Klima. Dafür setzen sich die Torfwächter Südostasiens ein. Rettet den Regenwald unterstützt deshalb besonders die Torfwächter von Borneo, Sumatra und Papua.

„Ja, wir sind Torfwächter“, bekräftigen die Umweltschützer Feri Irawan, Pinarsita, Safrudin, Franky Samperante, Matek Geram und Dana Tarigan einhellig. „Wir kämpfen gegen die Zerstörung der Torfmoorwälder, und wir setzen uns für die Renaturierung der abgeholzten und ausgetrockneten Torfböden ein.“

Die Aufgabe für die Aktivisten ist gewaltig. Denn ein Drittel aller tropischen Torfmoore liegt in Südostasien, vor allem an den Küsten von Sumatra, Borneo und Papua, mehr als 20 Millionen Hektar. Etwa die Hälfte davon ist bereits abgeholzt und trockengelegt worden.

Jedes Jahr brennen die kahlen Torfböden. „Die Menschen hier leiden unter dem starken Rauch“, sagen die Torfwächter. Der Rauch führt zu Atemwegserkrankungen, überfüllten Krankenhäusern und vielen Todesfällen. Nicht nur die Menschen in den Brandgebieten leiden, auch die in den Nachbarstaaten.

Die Torfwächter

„Wir sind vor Ort, auf Borneo, Sumatra und Papua. Wir überwachen nicht nur die Torfgebiete, wir blockieren auch die Entwässerungskanäle“, erklären die Torfwächter.

Sie tun aber noch viel mehr.

„Bisher ist die Zerstörung der Torfmoorwälder verboten. Deswegen können wir Firmen, die das trotzdem tun, anzeigen. Wir sammeln Beweise und gehen vor Gericht. Auf politischer Ebene fordern wir, dass den Firmen die Betriebserlaubnis entzogen wird“, berichtet Feri Irawan von der Organisation Perkumpulan Hijau (Grüner Verein).

„Wir bringen sogar die Regierung vor Gericht“, erklärt Dana Tarigan von Green Justice Indonesia. „Da sie bewusst den Betrieb von Ölpalmplantagen in den so wichtigen Feuchgebieten genehmigt und nichts für die Renaturierung tut.“

„In Papua wehren wir uns gegen die Zerstörung der letzten großen Regenwälder Südostasiens. Früher hat es hier nie gebrannt, doch seit mehr als eine Million Hektar mit Ölpalmen bepflanzt wurden, brennt es auch hier in der Trockenzeit“, so Franky Samperante von Pusaka (Erbe). „Wir brauchen jetzt die Hilfe der ganzen Welt, sonst gehen auch diese einmaligen Waldgebiete verloren.“

Einige der Torfwächter sind langjährige Partner von Rettet den Regenwald. Es ist uns wichtig, ihre Arbeit zu bündeln und zu stärken.

Was wir gebraucht?

Setzlinge

Vermessung

Ausrüstung: GPS, Kameras, Drohnen

Warum Torf so wichtig ist

Die Torfmoorwälder Indonesiens und Malaysias sind für den weltweiten Klimaschutz besonders wichtig. Torf speichert 20 mal so viel Kohlenstoff wie andere Böden. Die Torfmoorwälder abzuholzen und trockenzulegen führt in eine globale Klimakatastrophe, weil dadurch ungeheure Mengen Kohlendioxid und andere klimaschädliche Gase in die Atmosphäre freigesetzt werden. Bis zu 40 Prozent der globalen Emissionen stammen aus der Zerstörung der Torfmoore.

Deswegen haben sich Umweltschützer und Gruppen der betroffenen Gebiete zusammengeschlossen.

Gegen die Klimasünder

Seit mehr als zwanzig Jahren gehört Indonesien wegen der Torfbrände zu den weltgrößten Klimasündern. Der größte Brandherd ist seit langem und ständig das Eine-Million-Hektar-Reisprojekt PLG (Pengembangan Lahan Gambut = Entwicklung der Torfmoore) auf Borneo, für das mehr als eine Million Hektar Torfmoore vernichtet wurden. Damit ging wertvoller Lebensraum für Orang-Utans, Nasenaffen, Malaienbären und Nebelparder verloren. Reis wächst dort nicht. Das Projekt ist ökologisch, wirtschaftlich und sozial gescheitert. Die ehemaligen Torfmoore sind bis heute entwässert, ausgetrocknet, zerstört, degradiert und brennen jedes Jahr.

Bemühungen, das Gebiet mit den meterdicken Torfschichten wieder zu durchfeuchten und aufzuforsten, sind großteils ohne Erfolg geblieben. Entwässerungskanäle zuzuschütten , damit das Wasser die Torfschichten wieder durchnässt, ist kostspielig. Indonesiens Torfbehörde ist damit überfordert und hat zu wenig Geld. Die Initiativen von Universitäten, Nichtregierungsorganisationen und der lokalen Bevölkerung reichen nicht aus.

In den vergangenen Jahren sind neue Ölpalmplantagen und Tagebau (Kohle) zunehmend auf Torfböden angelegt worden, obwohl dort und in Primärwäldern neue Konzessionen  verboten waren. Doch dieses Moratorium ist im September 2021 ausgelaufen.

Statt endgültig die Bremse zu ziehen, sind die Torfböden erneut bedroht. Ein neues Programm der Regierung, das vorgeblich die Reisversorgung sicherstellen soll, hat höchste wirtschaftliche Priorität. Es handelt sich bei den Food Estates um industriell bewirtschaftete Felder für Nassreis. Viele werden auf Torf angelegt - unter dem Regime des Militärs.

Die Gefahr besteht, dass jetzt bereits degradierte Torfgebiete und noch intakte Torfmoorwälder in Reisplantagen umgewandelt werden. 

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