Weltweiter Widerstand gegen Biosprit

Jetzt informieren

Europas vermeintlich umweltfreundlicher Biosprit hat in Asien, Afrika und Lateinamerika verheerende Auswirkungen: Für Palmölplantagen wird dort die Natur verwüstet, werden Mensch und Tier ihrer Heimat beraubt. Unsere Partner aus den Regenwaldländern fordern die EU in Briefen auf, die tödliche Biosprit-Politik sofort zu stoppen.

Die EU ist mit 7,2 Millionen Tonnen pro Jahr der drittgrößte Palmölimporteur nach Indien und China. 45 Prozent des hierher importierten Palmöls wird in Automotoren verbrannt. Der Pflanzenkraftstoff wird dem fossilen Diesel zugesetzt, so schreiben es deutsche und EU-Gesetze vor: Bis 2020 sollen Autos in Europa mit sieben Prozent Biosprit fahren. Derzeit enthält jede Tankfüllung durchschnittlich fünf Prozent.
Hierfür werden die Palmölplantagen immer tiefer in den Regenwald geschlagen, Torfwälder gehen in Flammen auf, seltene Tier- und Pflanzenarten fallen den Rodungen zum Opfer und Menschen werden von ihrem Land vertrieben.

Entdecken Sie auf unserer Weltkarte die Palmöl-Konfliktregionen und erfahren Sie von den Regenwaldkämpfern vor Ort, welche Auswirkungen die EU-Biospritpolitik in ihrer Heimat hat.

Aktivisten stehen beschützend vor einem großen Merbau-Baum in Papua ×

Das Landrechtsbündnis aus Papua

In den indonesischen Provinzen Papua und West-Papua hat sich die Anbaufläche für Ölpalmen seit dem Beginn des Biospritbooms mehr als verdoppelt. Inzwischen dehnen sich die Plantagen auf einer Million Hektar aus – eine Fläche zehn mal größer als Berlin.
Um das Land ihrer Vorfahren gegen weitere Angriffe der Palmölbarone zu verteidigen, haben sich Indigene und Kleinbauern in einem Landrechts-Bündnis zusammengeschlossen. Gemeinsam dokumentieren sie Menschenrechtsverletzungen und Landraub und den organisieren lokalen Widerstand.
Brief der Papua: Damit Autos in der EU fahren, müssen Papua sterben

Matek (SADIA) an einem Entwässerungskanal in Torfgebiet ×

SADIA aus Malaysia

Malaysia ist der zweitgrößte Palmölproduzent weltweit. Anfang des 20. Jahrhunderts wurden die ersten kommerziellen Palmölplantagen angelegt.
Matek Geram von der Organisation SADIA schreibt, dass in seiner Heimat Sarawak auf Borneo bereits mehr als 70 Prozent der Wälder Plantagen zum Opfer gefallen sind. Matek sammelt Beweise gegen Palmölfirmen, die Dorfbewohnern das Land rauben. Zahlreiche Unternehmen hat er bereits vor Gericht gebracht – und Prozesse gewonnen.
Brief von Matek: Palmölanbau und die Verletzung traditioneller Landrechte

Dorfbewohner bei einer Gemeinde-Schulung ×

NAPE aus Uganda

Palmölplantagen werden von der Weltbank und von der Regierung des ostafrikanischen Landes finanziell gefördert. Inzwischen greift das Agro-Business schon nach Waldflächen auf Inseln im Victoriasee. Die Folgen für die Bevölkerung: Raub ihres Landes, Nahrungsmittelknappheit und Wasserverschmutzung durch Pestizide.
Die Organisation NAPE deckt die Verbrechen der Palmölfirmen auf und unterstützt Kleinbauern, sich gegen die Landräuber zu organisieren.
Brief von NAPE: Negative Auswirkungen der EU-Biospritpolitik

Eine Protestgruppe mit Trommeln ×

SDI aus Liberia

Liberia besitzt die größten intakten Regenwälder Westafrikas. Doch das ehemalige Bürgerkriegsland läuft Gefahr, seine Naturschätze dem Agro- und Palmöl-Business zu opfern. Zwischen den Jahren 2008 und 2012 sind die Einnahmen aus dem Palmölexport um 90 Prozent gestiegen.
Das Sustainable Development Institute (SDI) informiert Liberias Kleinbauern über ihre Rechte, unterstützt sie dabei, Fälle von Landraub publik zu machen, und verfasst Studien über die Situation auf dem Land.
Brief von SDI: Landkonflikte, Gewalt und Menschenrechtsverletzungen

Einwohner protestiert mit Megafon in der Hand ×

Green Scenery aus Sierra Leone

Palmöl ist in dem westafrikanischen Land das wichtigste Speiseöl. Die Ölpalme wächst dort traditionell in den ökologisch wertvollen Waldgärten der Kleinbauern. Die Entwicklung geht jedoch hin zu Palmöl-Monokulturen, die für den Export produzieren: Über zehn Prozent der Landesfläche sind bereits vom Agro-Business besetzt. Protesten gegen den fortschreitenden Landraub begegnen Plantagenbetreiber und Polizei mit Verhaftungen und Einschüchterungsversuchen.
Die Umwelt- und Menschenrechtsorganisation Green Scenery unterstützt die Menschen im Kampf für ihr Land und ihre Lebensgrundlagen.
Brief von Green Scenery: Die EU-Biospritpolitik entscheidet über unsere Zukunft

Umweltschützer Odey Oyama ×

RRDC aus Nigeria

Einst wuchsen Ölpalmen in Nigeria nur in den Waldgärten von Indigenen und Kleinbauern. Inzwischen ist das Land der drittgrößte Palmölproduzent der Welt.
Odey Oyama von der Organisation RRDC berichtet, dass der Palmölkonzern Wilmar International sogar Plantagen in einem Nationalpark angelegt habe. Mit internationaler Unterstützung – und Todesdrohungen zum Trotz – hat Odey den Kampf gegen die Regenwaldzerstörer aufgenommen.
Brief von Odey: Die EU-Biospritpolitik, Armut und Umweltzerstörungen in Subsahara-Afrika

Bewohner von Tamshiyacu ×

Kené aus Peru

Jedes Jahr werden in Peru mehr als 100.000 Hektar Amazonasregenwald vernichtet – einer der Hauptgründe: die Ausweitung von Palmöl-Plantagen.
Unsere Partner in den Provinzen Loreto und Ucayali stellen sich den Palmölfirmen mit Aufklärungskampagnen, Protestmärschen und Landkäufen entgegen. Juristische Unterstützung erhalten sie von der Gruppe Kené: Bislang laufen mehr als 30 Verfahren gegen illegale Abholzungen und Landnahmen.
Brief von Kené: Die Auswirkungen von Palmöl im peruanischen Amazonasgebiet

×

Friends of the Earth aus Ghana

Im Jahr 1850 wurden die ersten Palmölplantagen in Ghana angelegt. Mit der steigenden Nachfrage nach dem billigen Pflanzenöl müssen immer mehr Kleinbauern, die keine festen Landtitel haben, den internationalen Palmölkonzernen weichen.
Friends of the Earth Ghana setzt sich auf politischer Ebene für die Rechte der Landbevölkerung ein.
Brief aus Ghana: Es ist, als würden Menschen keine Rolle im Konzept der „Nachhaltigkeit“ spielen

Aktivisten aus Borneo im Regenwald ×

Link-AR aus Indonesien

Indonesien ist der größte Palmölproduzent der Welt. Auf mehr als 15,5 Millionen Hektar dehnen sich die Ölpalmplantagen auf dem Inselstaat aus – das ist eine Fläche doppelt so groß wie Tschechien.
Die NGO LinkAR ist auf der indonesischen Insel Borneo gegen Landraub und Vertreibungen aktiv, veranstaltet Workshops für Kleinbauern und dokumentiert die Verbrechen der Palmölindustrie.
Brief von Link-AR: Palmöl für die EU statt Reis für die Bevölkerung

Your Browser doesn't support this map.