Studie von Global Witness: Vernichtendes Ergebnis für WWF-Holzhandelsprojekt

29.07.2011

Die Umwelt- und Menschenrechtsorganisation Global Witness hat das Holzhandelsprojekt des WWF unter die Lupe genommen – mit alarmierenden Ergebnissen: In einer Studie belegt Global Witness, wie Holzkonzerne das WWF-Projekt als profitablen Deckmantel benutzen, um weiterhin Wälder zu zerstören, Menschenrechte zu verletzen und mit illegalem Holz zu handeln

Die Umwelt- und Menschenrechtsorganisation Global Witness hat das Holzhandelsprojekt der Umweltstiftung WWF unter die Lupe genommen – mit alarmierenden Ergebnissen: In der Studie „Panda für Holzfäller - Warum das Globale Wald- und Handelsnetzwerk des WWF nicht funktioniert” (Pandering to the Loggers: Why WWF’s Global Forest and Trade Network isn’t working) belegt Global Witness, wie Holzkonzerne das WWF-Projekt als profitablen Deckmantel benutzen, um weiterhin Wälder zu zerstören, Menschenrechte zu verletzen und mit illegal gewonnenem Holz zu handeln.

Zu den in der Studie untersuchten Unternehmen gehört der führende malaysische Holzfällerkonzern Ta Ann Holdings Berhad. Die Firma zerstört täglich eine Regenwaldfläche in der Größe von 20 Fußballfeldern, darunter auch den Lebensraum von Orang-Utans, der sich innerhalb der Grenzen des WWF-Projektes „Heart of Borneo“ befindet, ist in der Pressemitteilung von Global Witness zu lesen. Und die deutsch-schweizerische Danzer Gruppe besitzt eine Tochtergesellschaft, die wiederholt in Konflikte mit lokalen Gemeinden verwickelt war, in deren Folge Menschenrechtsverletzungen begangen worden sind.

„Der WWF muss sich öffentlich von Unternehmen distanzieren, die Holz aus illegaler und unethischer Herkunft verwenden. Es ist schockierend, dass es eine der Naturschutzorganisationen, die weltweit am meisten Vertrauen genießt, in Ordnung findet, von solchen Konzernen Geld anzunehmen”, sagt Tom Picken, Forstkampagnenleiter von Global Witness. Für die Mitgliedschaft in dem exklusiven Holzclub streicht der WWF Gelder von den Unternehmen ein. Darüberhinaus wird ein Großteil des jährlichen Projektbudgets in Höhe von fast 5 Mio. Euro (7 Mio. US-Dollar) jährlich mit staatlichen Zuwendungen aus Steuergeldern finanziert.

Im WWF Global Forest und Trade Network (GFTN) hat die Organisation mit dem Panda nach eigenen Angaben 288 Holzunternehmen aus aller Welt zusammengebracht. Zusammen handeln diese jährlich mit 252 Millionen Kubikmetern Holzprodukten und erzielen damit einen Gesamtjahresabsatz von 68 Milliarden US-Dollar. Dazu gehören auch die etwa 75 „Waldmitglieder“. Hinter dem harmlos klingenden Namen verbergen sich Holzfällerunternehmen, die die Wälder Russlands, Lateinamerikas, Afrikas und Asiens abholzen. Zusammengenommen roden die Holzfirmen eine Waldfläche, die größer ist als Großbritannien.

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