Lufthansa auf dem Irrflug - Agrosprit bedeutet Umweltzerstörung und Menschenrechtsverletzungen

13.07.2011

Rettet den Regenwald e.V.

13.07.2011 – Pressemitteilung

Lufthansa auf dem Irrflug - Agrosprit bedeutet Umweltzerstörung und Menschenrechtsverletzungen

Demonstration: "Lufthansa tankt Regenwald"

Datum: Freitag, den 15.07. 2011
Zeit:  10 bis 12 Uhr
Ort: Hamburger Flughafen, Lufthansa Schalter, Terminal 2

 

Der Verein Rettet den Regenwald demonstriert am Freitag, den 15. Juli 2011 ab 10 Uhr am Hamburger Flughafen gegen den Agrosprit-Jungfernflug der Lufthansa. Mit dem Motto „Lufthansa tankt Regenwald“ machen wir darauf aufmerksam, dass sich der Konzern mit seiner neuen Treibstoffstrategie auf einem Irrflug befindet. Das Projekt soll der ungehemmten Wachstumsstrategie des Konzerns lediglich einen grünen Anstrich verleihen. Pflanzenenergie ist gefährlich für Mensch, Natur und Klima. Agrosprit verschärft die Probleme. Stattdessen ist es notwendig, Energie konsequent zu sparen.

Am 15. Juli um 11.15 Uhr startet die Lufthansa in Hamburg mit dem in jeder Hinsicht problematischen Projekt: Ein Airbus 321 fliegt zum erstenmal mit sogenanntem Biosprit im Tank. Ein halbes Jahr lang testet sie im Linienverkehr zwischen der Hansestadt und Frankfurt am Main ein Gemisch aus Kerosin und Pflanzenölen.

Damit will die Lufthansa ihrem enormen Spritverbrauch einen grünen Anstrich verpassen. 30 Millionen Liter Kerosin auf Erdölbasis verbraucht sie derzeit pro Tag und bläst dabei massenhaft klimaschädliche Emissionen in die Atmosphäre. Burnfair – gerecht verbrennen – nennt der Konzern sein Pilotprojekt, das vom Bundeswirtschaftsministerium mit 2,5 Millionen Euro Steuergeldern gefördert wird. Ziel der Lufthansa ist es, ab 2020 ein CO2 – neutrales Wachstum zu erreichen.

Doch das Projekt ist weder klimafreundlich noch sozialverträglich. Der neue Treibstoff wird aus Palm- und Jatrophaöl hergestellt. Um das Öl in den für die Lufthansa benötigten Mengen zu gewinnen, müssen neue riesige Plantagen angelegt werden. Dabei sind die bisherigen Erfahrungen mit solchen Monokulturen katastrophal. Für die Plantagen werden Regenwälder gerodet und Menschen von ihrem angestammten Land vertrieben.

Pflanzenöle im Kraftstoff sind nicht geeignet, das Klima zu schonen – im Gegenteil. Das belegen, laut Nachrichtenagentur Reuters, unter anderem gleich vier neue Expertenstudien, die die EU in Auftrag gegeben hat. Darin steht unter anderem: „Biodiesel aus asiatischem Palmöl, aus südamerikanischem Soja und europäischem Raps haben alle insgesamt größere schädliche Auswirkungen auf das Klima als herkömmlicher Diesel.“

Wie viele Studien brauchen Politiker und Konzerne noch um zu begreifen: Wenn man Treibstoffe aus Pflanzen gewinnt, heizt man das Klima an, weil für die Plantagen Wälder und Savannen gerodet werden. Man vertreibt Millionen von Menschen, rottet Tier- und Pflanzenarten aus und vergiftet Böden und Gewässer mit Pestiziden. Man verschärft den Hunger in der Welt, weil auf den Ackerflächen Energie- statt Nahrungspflanzen wachsen.

 

Pressekontakt:

Reinhard Behrend 
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