Chile: Aus für Mega-Bergbauprojekt

Das fruchtbare Huasco-Tal ist gerettet. (Quelle: vallenar.mundoanuncio.cl)

03.05.2012

Ein Sieg von David gegen Goliath. In Chile verhindert die indigene Bauerngemeinde Diaguita Los Huascoaltinos die Vernichtung ihrer Böden und Wasserquellen durch den Bergbaukonzern Goldcorp.
Die Entscheidung des Obersten Gerichtshofes stärkt die Minderheiten- und Umweltrechte in Chile.

Ein Sieg von David gegen Goliath. In Chile verhindert die indigene Bauerngemeinde Diaguita Los Huascoaltinos die Vernichtung ihrer Böden und Wasserquellen durch den Bergbaukonzern Goldcorp.  

Am 27. April 2012 bestätigte der Oberste Gerichtshof von Chile ein Urteil gegen die Betreiber des Mega-Bergbauprojektes El Morro. Bereits im Februar lehnte das Regionalgericht in der nordchilenischen Stadt Antofagasta die Pläne des kanadischen Unternehmens Goldcorp ab. Dieses will am Rande der Atacama Wüste mit einem riesigen Tagebau Gold und Kupfer aus dem Boden holen. El Morro wäre eines der größten Bergbauprojekte des Landes.

Die Gerichte beanstandeten sowohl das mangelhafte Umweltgutachten des Projekts als auch die Missachtung der Minderheitenrechte des Landes durch das Unternehmen. Denn dort wo Goldcorp im großen Stil nach den Rohstoffen graben will, befindet sich die indigene Bauerngemeinde Diaguita Los Huascoaltinos. Seit Jahrhunderten bewirtschaften die mehr als 250 Familien äußerst erfolgreich den kargen Boden am Rande der Atacama Wüste. Angewiesen sind sie dabei vor allem auf die wenigen Wasserquellen der Region. Sie klagten gegen El Morro.

Indigene Gemeinden haben ein Recht auf Mitbestimmung

Da Chile das internationale Abkommen ILO 169 zum Schutz indigener Rechte ratifiziert hat, müssen Unternehmen die traditionellen Bewohner vorab konsultieren, bevor sie auf deren Territorium Wirtschaftsprojekte planen. Goldcorp hat die Bauerngemeinde von Diaguita Los Huascoaltinos jedoch vor vollendete Tatsachen gestellt. Deswegen entschied der Oberste Gerichtshof nun, dass sowohl nationale Umweltstandards als auch das Konsultationsrecht vom kanadischen Unternehmen missachtet wurden.

Die Kooperative Diaguita Los Huascoaltinos besitzt offizielle Landtitel. Sie lebt von der Landwirtschaft im fruchtbaren und kultivierten Huasco-Tal. Der wasserintensive und mit giftigen Chemikalien betriebene offene Tagebau zur Förderung von Gold und Kupfer würde die Wasserquellen und Böden der Region zerstören. Die Entscheidung des Obersten Gerichtshofes stärkt die Minderheiten- und Umweltrechte in Chile.