Staudämme: Mehr Fluch als Segen

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Jeder zweite Fluss der Erde wird durch einen Staudamm gezähmt. Zwar stauen Menschen seit Altersher Flüsse, um Felder zu bewässern und Mühlräder anzutreiben. Doch mittlerweile zerstören große Staudämme rund um den Globus den Lebensraum von Tier- und Pflanzenarten und rauben Menschen die Heimat. Die Folgen sind katastrophal.

Die Liste der Länder, in denen „Rettet den Regenwald“ gegen große Staudammprojekte kämpft, ist lang: Brasilien, Malaysia, Kongo, Kambodscha. Millionen Menschen wehren sich dort und anderswo gegen Bauprojekte, bei denen Politiker und Unternehmer bessere Lebensbedingungen und wirtschaftliches Wachstum versprechen.

Die Organisation „River Watch“ nennt Staudämme „eine der schlimmsten Eingriffe in die Natur“, „International Rivers“ spricht von „verheerenden Folgen“ für Umwelt, Natur und Menschen. Durch große Staudämme werden Tier- und Pflanzenspezies ausgerottet, Wälder und Sümpfe überflutet und Zigmillionen Menschen vertrieben.

Weltweit stehen bereits mehr als 50.000 große Staudämme. Seit der Jahrtausendwende herrscht ein neuer Bauboom, insbesondere in China. Angesichts des Klimawandels wird Wasserkraft als „grüne Energie“ propagiert. Kritik wird oftmals verdrängt oder geleugnet.

Häufig profitieren vor allem große Industriebetriebe wie Aluminiumhütten und die Einwohner von Metropolen vom Strom, den Megadämme produzieren, während die lokale Bevölkerung die Nachteile zu ertragen hat.

Viele Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen bewerten große Staudämme äußerst kritisch. Der Schaden durch die Bauwerke ist oft immens, die versprochenen Vorteile bleiben aus. Staudämme sind Symbole für zerstörerische Wachstumsgläubigkeit und ungezügelten Machtmissbrauch zulasten von Mensch und Natur.