WWF Ehrenpräsident auf Elefantenjagd in Afrika

Das spanische Staatsoberhaupt und damaliger WWF-Ehrenpräsident König Juna Carlos posiert mit seiner Jagdflinte vor einem toten Elefanten in Botswana

16.04.2012

Zum Leben geboren: Schützen Sie Überlebensraum für Elefanten in Afrika, schreibt der WWF aus seiner Webseite. Doch König Juan Carlos, Ehrenpräsident des WWF und Staatsoberhaupt von Spanien, vergnügt sich stattdessen damit, die bedrohten Dickhäuter aus Spaß zu töten

Zum Leben geboren: Schützen Sie Überlebensraum für Elefanten in Afrika, schreibt der WWF aus seiner Webseite. Doch König Juan Carlos, Ehrenpräsident des WWF und Staatsoberhaupt von Spanien, vergnügt sich stattdessen damit, die bedrohten Dickhäuter aus Spaß zu töten. Er geht auf die Elefantenjagd im Okavango-Delta in Botswana. Dabei sind Afrikas Elefanten bedroht wie nie zuvor. In den letzten Monaten wurden so viele abgeschossen und gewildert, wie seit zwanzig Jahren nicht mehr.

Die nun bekannt gewordene Elefantenjagd des spanischen Königs Juan Carlos hat einen weltweiten Aufschrei der Entrüstung auf sich gezogen. Medien rund um den Globus berichten über das perverse Vergnügen des WWF-Ehrenpräsidenten. Schon über 80.000 Menschen haben innerhalb von drei Tagen eine Protestaktion auf einer spanischen Webseite unterschrieben. Der WWF wird darin aufgefordert, den "König als Ehrenpräsidenten zu ersetzen".

Doch anstatt endlich Konsequenzen zu ziehen und den schießwütigen Monarchen zu verbannen, bittet der WWF lediglich um ein Gespräch mit dem König. Es sollen dabei die "erhaltenen Unterschriften übergeben, die Situation analysiert und eine Antwort den Tausenden Menschen gegeben werden, die sich von innerhalb und außerhalb des Landes an den WWF wenden", schreibt der Generalsekretär des Organisation in Spanien. 

Dabei sind die Jagdausflüge des WWF-Ehrenpräsidenten schon seit langem bekannt. Mehrfach soll der spanische Monarch zu Jagdsafaris nach Afrika geflogen sein. Stolz posiert er auf Fotos mit den geschossenen Tieren: Nicht nur Elefanten, sondern auch Büffel und Leoparden gehören zu seiner Jagdstrecke. Selbst in Europa war der spanische König als Trophäenjäger unterwegs. In Rumänien schoss er 2004 gleich acht geschützte Braunbären, darunter zwei trächtige Weibchen. Auch in Russland knallte Juan Carlos schon einen Bären ab. 

Gestört hat sich der WWF daran bisher nicht. Für die Elefantensafari soll Juan Carlos 27.000 Euro bezahlt haben. Der Jagdtourismus sei eine bedeutende Einnahmequelle, rechtfertigt der WWF die Lust am Töten bedrohter Tierarten. Und bisher konnte jede kritische Berichterstattung über die Jagdeskapaden seiner Majestät weitgehend verhindert werden. Auch jetzt hat die spanische Regierung vor jeder Kritik am König und Staatsoberhaupt gewarnt. Weil der Monarch sich nun bei einem Sturz die Hüfte gebrochen hat und in die spanische Hauptstadt Madrid ausgeflogen werden musste, kam der Skandal quasi über Nacht auf die Titelseiten.

Der heimliche Spaß am sinnlosen Töten bedrohter Tierarten ist eine Schande und hat mit Naturschutz nichts zu tun. Mitbegründet wurde der WWF einst maßgeblich von Mitgliedern der europäischen Adelshäuser, die um ihre Jagdgebiete fürchteten. Auch Prinz Philip, Gemahl der britischen Königin Elizabeth und WWF-Präsident während 16 Jahren, posierte schon stolz vor einem von ihm geschossenen Bengaltiger in Indien.

Der WWF gefährdet damit die Glaubwürdigkeit der gesamten Umweltbewegung. Wir fordern vom WWF: Entziehen Sie noch heute König Juan Carlos und Prinz Philip die Ehrenrechte. Worauf wartet der WWF noch?

Update 18. April 2012

Nach Angaben der Zeitung Publico hat der WWF Spanien gestern eine Sitzung seines Direktoriums wegen der Affäre um die Elefantenjagd des Ehrenpräsidenten abgehalten. Einstimmung wurde beschlossen, den Artikel 6 der Statuten der Organisation zu ändern. Der Artikel heißt bisher: "Das Gründungsmitglied und Ehrenpräsident ist Herr Juan Carlos I." In der Neufassung soll als Ehrenpräsident eine andere Person zugelassen werden. Als nächstes soll eine Mitgliedervollversammlung darüber entscheiden, ob der König als Ehrenpräsident des WWF weitermachen darf.

Weitere Infos:

- Artikel WWF-Ehrenpräsident König Juan Carlos - "Die Rache des Elefantengottes" und WWF und die Industrie - der Pakt mit dem Panda in der Süddeutschen Zeitung

- Das "Schwarzbuch WWF - Dunkle Geschäfte im Zeichen des Panda" erscheint am 9. Mai 2012