Peru: Ausnahmezustand aufgehoben, Conga-Projekt verschoben

Demonstration gegen Bergbau auf dem Plaza de Armas in Cajamarca Demo in Cajamarca - alle sind gegen Conga (Foto: Gruifdes)

03.09.2012

Vor einigen Tagen verkündete der peruanische Premierminister, dass Conga-Projekt sei "auf Eis gelegt". Das Unternehmen Newmont bestreitet dies. Bergbaugegner vermuten hinter dem Verwirrspiel eine Strategie zur versteckten Umsetzung der Mine

Aufgehoben oder doch nur aufgeschoben, dass ist die Frage. Wenn es nach Marco Arana geht, einen der langjährigen Führer der Umweltbewegung in Cajamarca, dann ist die zweijährige Suspendierung des Conga-Projektes nur eine neue Strategie des Bergbauunternehmens. „Die Unternehmen verfolgen die Logik eines Vampirs, der von Zeit zu Zeit aufersteht und nach frischem Blut verlangt. Die sozialen Organisationen werden ihren Widerstand weiterhin fortsetzen, bis das Projekt ganz vom Tisch ist.“.

Marco Arana bedankt sich bei der großen Unterstützung der peruanischen Bevölkerung, verschiedener Gruppen, Parteien und Medien sowie internationalen Organisationen, darunter auch Rettet den Regenwald, für die große Unterstützung. „Wir sind uns sicher, dass ihr uns auch weiter bei der Verteidigung des Wassers, unseres Rechts auf Mitbestimmung und der Demokratie unterstützt.“
 
Das us-amerikanische Betreiberunternehmen Newmont äußerte sich nicht zu den Ergebnissen der representativen Umfrage zur Einstellung der Bevölkerung zum Conga-Projekt. Mehr als 78% der Cajamarquinos sprachen sich gegen das Projekt aus, da es die Umwelt zerstöre, das Wasser verschmutze und zu Wassermangel in der Region führen werde.

Für Richard O'Brien, Präsident von Newmont, ist das Projekt nicht beendet. Laut einer peruanischen Tageszeitung vom 23. August sagte er: „Mit Conga liegen wir voll im Plan, schreiten aber nur vorsichtig voran. Wir streben den Bau der künstlichen Wasserreservoirs und der Fertigstellung der Mannschaftsunterkünfte an. Des Weiteren kooperieren wir eng mit der Regierung und der lokalen Bevölkerung, um für den Ausbau der Mine die Sicherheit der Umwelt und der Menschen zu gewährleisten.“  

Auch wenn das Conga-Projekt noch nicht vollständig suspendiert ist, so haben die Menschen von Cajamarca Zeit gewonnen, um ihren Widerstand gegen die geplante Goldmine neu zu organisieren. Mit einem Beginn der Bergbauaktivitäten wird nun nicht mehr vor 2014 gerechnet.

Amtlich ist hingegen das Ende des Ausnahmezustands über die Region. Am 3. September endete die Aussetzung der Bürgerrechte in den drei Provinzen Cajamarca, Bambamarac und Celendin.